review: Meijar – s/t LP

Ein Debüt Album mit viel Power, Energie, Gefühl und Herz. Meijar aus Dresden habe in Eigenregie ihr Debüt aufgenommen. Und gleich der erste Song „Polygraph“ weiß zu überzeugen. Post-Grunge-Screamo-Mucke.
Die Gitarren und der Gesang ergänzen sich dabei, bzw. unterstützen die jeweils erzeugte Stimmung. Die Vocals teilen sich der Drummer und einer der beiden Gitarristen. Was für Abwechslung sorgt.
Mit dem letzten Song der ersten Seite steigen sie mit einem Ein-Minüter ohne Gesang, einem Ausklang entschwindet sie.
Was wiederum die sonst so lyrischen Texte unheimlich unterstützt, ohne etwas zu sagen. Wehmutstropfen: es ist kein Textblatt dabei, aber man kann ja bei Bandcamp reinlesen.

Wieder zurück
Land in Sicht
wird alles noch sein wie es mal war
das Finden beginnt
werd wieder zum Kind
viel zu lang verneint
endlich daheim

So oft gehört
niemals geglaubt
Leben erfüllt
Leben verbraucht
Viel zu lang her
bitte verzeih
ich hab‘ all das vermisst
endlich daheim

(Auszug aus „heem“)
Die Band spielt bei ihrem Debüt mit allem, was ihnen zur Verfügung steht und hat dabei auch einen wirklich druckvollen Sound gemastert bekommen im LaLaStudio Leipzig. In diesem Studio sind ja schon einige wahnsinnig gute Emo/Screamo Scheiben entstanden. Hier auch schon besprochen bspw Krawehl und Zo!is.
Ich kann es wirklich empfehlen hier reinzuhören, Post-Rockern wirds gefallen, wie auch Leuten, die mal entspannteren Screamo hören möchten. Eine gute Mischung aus Screamo, Post-Hardcore und Emo. Ich mag gar keine Bandnamen hier droppen, zu viele Einflüsse sind so klar rauszuhören, ihr werdet eure Freude daran haben!
Aktuelles Video der Band ist ein Song der B-Seite „mauerwerk“

Gibts bei der Band (bandcamp) zum Download, hier den tubenkanal, und beim Label die LP lala schallplatten.

review: BENT BLUE – between your and you’re MC

Die Musik der Band Bent Blue smasht gleich vom ersten Ton.
Zwischen Fugazi, Sick of it all, allem, was dir an Emo-Hardcorebands gefällt, ein wenig Noise, kurzen, knackigen Pogoparts. 90s Hardcore mit richtig coolen Gitarrenparts, cachy will auf keinen Fall gesagt haben. Dafür sind dann doch zu viele Deadnotes auf der Klampfe.
Was mich, wie ihr merkt, zu einem Fan macht, ist der oldschool Basssound, und den so cool Lo-Fi gehaltenen Sound der Band. Kein Song sprengt die drei Minuten Marke, eher drunter. Das Vergnügen ist also ziemlich rough und kurz.
Der Sänger krawehlt auch zwischen Fugazi und all den Hardcorebands, die ich in den 90ern in meinem AZ gesehen und gehört habe. DC Sound, kann man sagen.
Fuck! Ist das cool. Southern California Hardcore nennen sie
Textlich, dem Tape beiliegend ist ein schön aufgemachtes, gefaltetes Blatt mit einer „Collection of thoughts and ideas“.
Die Ansagen sind ziemlich klar, in „they ask why“ geht es um den Schusswaffen(mis)gebrauch, „between your and you’re“ behandelt Obdachlosigkeit. Anspieltipp ist für mich „influence me“.
Und da fällt mir auch noch ein, dass ich die Band im Interview gelesen hatte, aber gar nicht in die Musik reingehört habe. Das konnte ich dank der Kassette nun nachholen! Ich musste kurz mal durch meine (An)Sammlung des letzten Jahres schauen, denn es sind unfassbar viele tolle Zines rausgekommen. Dazu gehört also auch das Dear You Fanzine, der schon vor dem Frühjahr den richtigen Riecher mit Bent Blue hatte!

Erschienen ist das Tape nun auch in Deutschland via dem neuen Label Modern Illusion Records aus Ulm. Sie haben innerhalb kürzester Zeit drei richtig klasse Releases rausgehauen. Hier erstmal das übergroßartige Bent Blue Tape.
Ich darf mich hoffentlich bald auf eine LP freuen!