review: SCHÖNER STERBEN mit Heroin & Korn s/t 7inch

Schöner Sterben mit Heroin – s/t 7inch
Die Richtung ist klar, steht auch vorne drauf  100 Prozent Deutschpunk-Siegel. Sind aber, ehrlich gesaget, sind eher 110% Deutschland Siegel. Wenn jemand jetzt so ganz dringend nach „klassischem Deutschpunk“ geschrieen hat: hier isser. Unverwüstlich, hingerotzt, goldrichtig für dich!
Ich hab wenig Kritik, doch für mich persönlich ist das eher einen Eintagsfliege, ich muss mich entschuldigen, doch da fehlt mir wirklich was in der Vorgehensweise. Keine Ahnung. Für die Ohren, fürs Herz.
Naja, wie auch immer. Was „Schöner sterben….“ hier machen ist echt klasse gespielt, auf die 12, aufn Punk(t).
Zu den Songs: „Knarre, Korn und Aspirin“ sehr lustiges Ding! „komm zurück“ nervt schon hart. „Montagsidioten“ hat nen richtig geilen Text und ist präzisester Pogopunk. Dann kommt ein leicht infantiles Stück „WANHK“, wie sagte der Oberpunker schlechthin, hier der Nagel von MuffPotter „… Lieder über Alkohol sind so unerträglich harmlos…“ oder so ähnlich. Das Arbeitsamt ist „no friend of mine“ kann ich komplett nachvollziehen. Zum Abschluss „halt dein Maul“ ganz klar Nazis auf die Fresse. In der Kürze liegt die Würze, wer Deutschpunk will: hier kriegst du die angekündigten 100%.

Superschick aufgemacht. Schwarz / Weiß, extradickes, weißes Vinyl. Eigenrelease, schon 2018 erschienen, hab ich irgendwo mit in der POst gehabt, hier also der kurz & knackig Review dazu.

Tach auch!

review: DIRECT JUICE – refill 7inch

Direkt Juice.
Ich bin voreingenommen. Habe sie schon live gesehen. Dabei ist das sicher so ne Zwei-Mann-Combo, die voll easy auf Tour gehen könnte, macht es aber nicht. Mit pADDELNoHNEkANU. Wir haben in Magdeburg mit Ben Racken im Proberaum ein Konzert gespielt. Sie spielten spontan, Drums aufgebaut, die Gitarre umgelegt, sowas geht ja wirklich leicht bei einem Duo. Damals war ich richtig viel unterwegs, ich denke Ende 2016 muss das gewesen sein, hatte eine App mit der man kurze drei Sekunden Clips aufnehmen konnte. Jeden Tag ein richtig knackigs Video-Tagebuch.
Damals schon also Song Nummer 4, der auf der ersten Seite dieser famosen Single ist „addicted to“ gespielt. Meine drei Sekunden sind dieses keifend gerufene „di-rect-juice“. Sehr sehr geil.
Selbst aufgenommen und zusammen mit der Dorfpunk Gang rausgebracht. Das sind acht wütende Trash-Stoner-Punkige Songs die eine unfassbare Energie versprühen, der man sich nicht entziehen kann.
In den Lyrics wird die moderne Sprachlichkeit auseinander genommen, ein Stinkefinger an alle die zu viel, zu hoch, zu weit wollen, die irgendwas davon labern sie seien Hardcore!

tired of to motivate
tired of playing guitar
tired of singing along
tired of verdammt noch mal
tired of renting a car
tired of to party hard
tired of everything
tired of you!

Teilweise ist es ein wenig jazzig, frickelig, aber nie ausufernd noisig. Beide singen und schmeißen sich die Worte hin und her. Es sprüht ein jugendlicher Charme aus jedem Ton, wenn ich nicht wüsste dass es fast fünf Jahre her ist, dass ich die Herren gesehen habe, würde ich sagen sie sind vermutlich immer noch jung.
Bleibt so!
Megageile Website
Da gibts auch Musik, Kontak, die 7er!

review / fanzine: SCHOCK & DRAMA – münster sampler MC

Schock & Drama ein Sampler aus Münster, den ich vor einiger Zeit schon tauschte. 
Kleines Tape, großes Fanzine dazu, find ich super! Es gibt einige Infos dazu, wie lange das gedauert hat, alle auf diese Kassette zu bekommen, zu den einzelnen Bands. Manchmal sehr kurz, manchmal auch ein paar Worte mehr; und so einiges Unveröffentlichtes dabei.
Anfang machen C4service mit Motörheadpunk in High Speed. Zwei klasse Songs ebnen den Weg zu einem Hörvergnügen aus Münster.
Klar ist das eine kunterbunte Mischung mit insgesamt 22 Songs, 11 auf jeder Seite. Mist ballern fett, Conta mit einem ersten veröffentlichten Song „MädelHirnTrauma“ knallen ungefähr genauso. Hardcorepunk.
Zwei, zumindest mir, hüstel, bekanntere Bands sind auch drauf, zum einen Abriss mit zwei Songs von ihrem letzten Album „Dachlattenkult“, welches mir auch vorliegt… warum habe ich das eigentlich noch nicht reviewt? Jedenfalls fällt mir Augenblicklich der zynische, sehr kurzweilige Blick auf die Menschheit in die Ohren. Auch ein Brett.
Dann gibts noch den mit einer inzwischen äußest langen Liste an Releases gesegneten Neon Bone.  Nimmermüde Songschreiber.
Entdeckungen, die mir in voller Länge dann in den Letzten Monaten noch durch die Ohren gejagd sind: Alienate! hab ich für den Vinyl-Keks reviewt. Und die famosen NewWavePunker von HalbAusPlastik kommen in Kürze. Sehr schöne selbstbetitelte Platte auf MyRuin raus!

Ein paar Worte zu den Aufnahmen: trotz der sehr unterschiedlichen Aufnahmemöglichkeiten, von Proberaum bis Studio ist alles dabei, kann man das Mixtape auf gleichbleibend lauter Lautstärke anhören. Das ist super!
Absoluter Anspieltipp ist allerdings Sickbad, die den „Klub der Scheißelaberei“ in der Sprache des Deutschpunk einfach mal sowas von auf den Punkt bringen. Großes Kino!

Erschienen bei Mackeys Law. (ich finde zu fast nichts Links, kein Bandcamp. Fuck, das ist Punk. Also: kaufen:
Gibt es bei Spastic Fantastic noch zu haben.

review: SNARG s/t // Snarg II // split 7inch

Zu den „liegt hier schon lange und wird dauernd gehört, hab nur noch keine Worte gefunden“-Geschichten gehört auch das Tape von SNARG. Inzwischen haben sie ja ne Platte raus (Snarg II in 2018 und ja, da gabs zuerst auch ein Tape, danach kam die Platte Anfang 2019), die auch ziemlich klasse ist. Ich hoffe, die Band gibts noch. Habe mir das Tape (von 2015) erst spät besorgt, da hatten es andere wahrscheinlich schon für teuer Geld bei discogs….

Der Reihe nach:
Rausgekommen ist das bei dem famosen Kleinod Tief in Marcellos Schuld und den, soweit ich weiß inzwischen nicht mehr existenten Label, Uga Uga Tapes.
Snarg machen total geilen Nintendo Hardcore Punk, der mich wahnsinnig an Antitainment erinnert. Das irre Songwriting, Lyrics auf den Punkt, über das technische Können an den Instrumenten.
Mal abgesehen davon haben Snarg wesentlich mehr Drive als die verblichenen und quasi unersetzlichen Antitainment. Auch einige Ohrwurmmelodien mehr am Start! Was manchmal aber auch fast schon schlageresque wirkt. Nein, ich werde hier keine Songtitel raushauen. Findet das mal schööön selbst raus!
Bisschen Disco/Oslo noch oder auch so vertracktere Bands, ihr wisst schon, was ich meine. Hier gibts eigentlich nur die unbedingte Empfehlung: anhören, kaufen, anhören, niemals verkaufen!
Dann kommt also die LP. Kurzfassung: wieder all die abgefahrenen Songtitel, super fast bis entspannt prügelnd. Unglaublich vielsagendes Cover: wer wird da wohl als nächstes um die Ecke kommen?
Hat sich sowas von gelohnt auch dies Platte in die Sammlung zu holen.
Gekonntes, phantasievolles, ideenreiches Songwriting, Spielfreude auf den Punkt. Superknackig und schnell ist die „Platte“ leider vorbei
und dann darf auch noch mal eben die 7inch Split mit den Noisepunkern von Loser Youth in den Player. Auf den Plattenteller.
Sie „shreddern(n)“ gleich los.
Binnen zweienhalb Minunten hat mich die Band mal wieder aufgefressen. Gleich nochmal!

Ja!

review: HARD STRIKE – the conflict 7inch

Durch Zufall bin ich an die Hard Strike 7Inch gekommen…. und dann ruhte sie in Frieden… in einem Regal zwischen so vielen anderen.
Aber ein später Review ist besser als kein Review. Vor allem, wenn da noch so hart geile Mucke aus den Boxen donnert.
Die Nummer 114 von 300 ist mein, erschienen bei Backbite Records, dem Karls(un)ruher Label für Hardcore (und ein bisschen Punk – die famosen Drunk Motorcycle Boy tummeln sich auch dort!).
Zu hören bekommt man ziemlich flotten Hardcore Punk, zwei Minuten pro Songs ist die Richtschnur an dem sie die vier Perlen auffädeln.
Ich mag sofort den schnodderig nuschelnden Gesang, der mich an Lou Koller von SIOA erinnert, doch nicht so geshoutet ist, schnodderiger eben. Da steckt ordentlich Erfahrung mit NYHC in der Musik von Hard Strike.
Was im Grunde nicht verwundert, denn in der Band stecken Leute, die schon in Karlsruhe Musik machten, nun in Köln wohnhaft sind. Bisschen Namedropping?
Baffdecks, Bone Idles, Blank, dazu der Gitarrist Ken Olden, der schon / noch bei Battery, Damnation A.D., Better Than A Thousand spielt(e).
Die vier Songs laden zum Moshit ein. Zieht euch das. Vielleicht hat Mo auch noch ein paar Scheiben im Laden! Und zerlegt nicht gleich das Wohnzimmer.
Ein gutes Artwork und weißes Vinyl runden die kurze Nummer hier ab. Ich hoffe, die Band nutzt die Zeit und schreibt ein Album zusammen!

review: JAN OFF – vorkriegsjugend (im schatten der chaostage) LP

hui, wie lange liegt diese Scheibe schon aufm Plattenteller und wie lange dieser Review schon im „to do“ Ordner?
Ich mach es kurz: sehr sehr entspannte, lustige und kurzweilige Unterhaltung von Herrn Off. Gelesen vom Schauspieler Robert Stadlober.
Ich stehe auf Hörspiele und auf außergewöhnliche sowieso. Hier heißt es: zugreifen! Den Part kann man wirklich immer wieder anhören. Ich sag nur „Schellenbäumchen“!
Ich hab auf jeden Fall noch eine im Bauchladen: PN / Mail. Oder ihr bekommt sie meines Wissens nach noch bei flight13!

Neues Buch hat er auch raus, der Herr Off. „nichts wird sich niemals ändern“. Recht hat er. Beim Ventil Verlag.

review: ZILP ZALP – auf den Fersen LP / split/PROBABLY NOT LP

Vom wunderbaren Label Tanz Auf Ruinen habe ich vor einer Weile die beiden Alben der Band Zilp Zalp zugesandt bekommen. Ein Full-Length, ein Split.

Ich fange mal mit der Split an und der Band Probably Not deren Seite, oder vielmehr EP „more than skin“ titelt. Zehn kurze Songs schallen in die Ohren. Probably Not kombinieren ruhige Emo-Parts, oft ein wenig vertrackt und verschachtelt, ab und an mit einem Blast-Beat. Druck hat die Gitarre nicht, sondern es scheint sich eher Struktuell um die Melodien zu drehen, die Bass und Gitarre gemeinsam spielen. Und die Energie die damit rüberkommt.
Das finde ich echt sehr spannend. Der jugendliche Überschwang der Band macht richtig Spaß, nimmt mich mit.

Rausgekommen ist diese Split-Platte bei acht (!!!) Labels, unter anderem eben Tanz Auf Ruinen, Smart & Confused (Paris based), CGTH Records (aus Ferrolterra, Spanien), Entes Anomicos, Schädelbruch Platten(Bielefeld), Sunsetter Records, Callous Records (Bristol, England) und Trace in Mace (Booking und Label der Band KYHL).
MAL BEI CROSSED LETTERS SCHAUEN!!!

Dann kommen Zilp Zalp. Ich nehme jetzt einfach mal an, dass der Bandname eine Lautmalerei ist. Ein Ruf eines Vogels oder sowas. Mit der Musik, die die Band selbst als Twinkle Skrams bezeichnen (…) hat es wohl eher nichts zu tun. Ihre EP hat den Titel „unter dem eis“.
Gleich der erste Song heißt KYHL, ist geschrieben, wie eine gleichnamige Band, die auch auf Tanz auf Ruinen bereits erschienen ist.
Das Vinyl sehr schönes Weiß gesprenkelt.
Der Sound ist echt außergewöhnlich, geht nicht mal eben ins Ohr, gegen die Hörgewohnheiten; falls es sowas bei Screamo geben kann. Die Instrumente sind nicht so gemischt, wie „sonst“ oder „bei andern“. Ich ringe da ein wenig nach Worten, da mir die Vergleichsmöglichkeiten fehlen. Aktuell ist da zB Shakers, die ich reviewed habe.
Zilp Zalp spielen sehr vertrackten Screamo, der viel über laut/ leise funktioniert. Darüber ein sehr emotionaler Sprechgesang. Die Gitarrenriffs hören sich an, als ob der Gitarrist sie auf der Brust kleben hat; ich kann mir nicht vorstellen, dass man anders so furiose Tonfolgen runterknallen kann. Dadurch steht die Gitarre sehr im Vordergrund, hat aber recht mittgen Sound, wogegen das Schlagzeug wiederum klar gemischt ist, einen sehr plastischen Druck.
In den klareren Momenten hat die Gitarre einen sehr differenzierten Sound, trotzdem bleibt der Gesang immer weit zurückgenommen. Was sicherlich ein weiteres Instrument und Ausdrucksmittel sein soll. Es spielt die ganze Band im Vordergrund steht nicht der Einzelne.
Die EP geht zu Ende und Zilp Zalp treten ab und an auch ordentlich aufs Gaspedal. Ein wirklich sehr abwechslungsreicher Release.
Thomas von Tanz auf Ruinen hat mir auch gleich noch die LP dazu gepackt, die kommt jetzt:

„…auf den Versen“
Das Album stammt schon aus 2016. Eine schön gestaltete Textkarte steckt mit drin. Inside Out Cover und schneeweißes Vinyl.
Zilp Zalp damals noch etwas ungestümer und etwas rougher, weniger ausgefeilt, dafür mit mehr Energie & mehr Geschrei.  Der Sound läuft echt gut. Beide Platten sind wirklich spannend, musikalisch ist das wirklich sehr emotional geworden, das macht großen Spaß, braucht aber auch ne Ecke, bis man einen Zugang gefunden hat.
Ich denke live muss die ein ziemlich zappeliger Knaller sein.
Ein paar Worte noch zu den tollen Titeln „Kundenkannibalismus“, „dann bleibt doch in euerm wohlverdienten Urlaub“ oder „Teigmantel und Zwangsjacke“.
So dystopisch es klingt, ich denke der Band ist viel daran gelegen doch auch einiges an Hoffnung auf Erneuerung zu geben.

Gegen eure Identität, euren Stolz, eure Sicherheit.
Eure Konformität ein loses Gerüst.
Und ich träume jeden Tag davon, dass es zusammenbricht.
(brachland)

 

 

review: MÜ – revenge Tape

Der Name der Band ist schon mal nen Hingucker wert. Handelt es sich doch dabei um eine amerikanische Band! Die vierköpfige Band ist in Milwaukee in Wisconsin ansässig. Oha. Ob ich da jemals hinkommen werde, um mir anzuschauen, woher dieser Kerle ihre Wut haben?

Das kleine Zettelchen mit den Texten der wild gewordenen, faltigen Kuh, die nach auf dem Cover nach Rache schreit, bringt im Innenleben der Kassette einen echt fetten Basssound, auf der eine rotzige Gitarre liegt.
Die Drums sind leider ein bisschen zu weit in den Hintergrund gemischt. Das Ensemble erinnert mich wahnsinnig an SFA (New Yorker Hatecore Band, die ich irgendwann mal in 199? in Nagold gesehen habe) dich heute noch sehr liebe. Vielleicht sei noch Negative Approach als Einfluss genannt. Die Band schaffte es in 2020 gleich zwei Demos rauszuhauen, eines hat es auf das neue, sehr engagierte und umtriebige Label Modern Illusion Records aus dem beschaulichen Ulm in Baden-Württemberg geschafft.
Der Dank der Band geht raus an die Eltern von Chris, die sie im Keller haben proben lassen! Zwei Mal die Woche! Sehr geil. Man scheint also noch recht jung und wild drauf zu sein. In knapp 10 Minuten werden sechs angepisste Songs hingebrettert.
Lohnt! Gönnt euch eins davon oder bandcamp.
Tape ist limitiert auf 50 Stück.

review: OPTION WEG – mehr bullen mehr bomben für ein wirklich gutes leben LP

Die Scheibe beginnt sich zu drehen. Punkrock ohne fette Zerre, einfaches Riffing mit sehr deutlichen Worten. Realistische Einschätzung der eigenen Lage, Kritik macht auch bei sich selbst nicht Halt. Das eigene Leben hinterfragen würde den meisten Zombies da draußen ohnehin ab und an mal ganz gut tun.
Option Weg machen das schon immer. Sie hinterfragen sich selbst und vor allem das Verhalten der andern. Beispiel “Altersarmut”:

Ich hab’ne viel zu große Hose
ich hab’n viel zu kleinen Kopf,
darin sind alle Schrauben lose
und meine Nachbarn wer’n bekloppt.
Die haben alle nur Probleme,
und könn’ die Miete nicht mehr zahlen,
im Mund kaputte Zähne,
das will mir gar nicht gut gefall’n
Auf Wiedersehen soziale Gerechtigkeit,
es war schön mit dir gewesen,
doch jetzt ist es an der Zeit,
dass sich unsere Wege trennen
ohne Vorwürfe und Wut,
wir freuen uns jetzt alle auf die
Altersarmut

Yok, der mit seiner Quetschenpaua selbst ein sehr langlebiger Zeitgenosse in der Punkszene ist, in den 80ern bis in die 90er schon unterwegs war und auch ein Buch herausgebracht hat “Yok – Nichts bleibt (eine Autonomographie)” hat eine sehr interessante Biographie. Kurzgefasst: ein Leben mit viel Frohsinn, Punkrock und Quetsche.
Hier ein schönes Interview mit ihm beim kaput-mag.
Wie auch immer: zwei Frauen und zwei Männer machen 1A Punkrock mit intelligenten Texten, jeder Menge Strassenabitur und Quetsche. Anja an den Drums, Moni spielt den Bass, Steffn Gitarre und Yok eben die Quetsche. Was ja für eine Punkband ein Alleinstellungsmerkmal ist und allein deswegen unbedingt angehört gehört! Achso: und alle vier singen!

Mehr als Punk. Nische. Kommt da her, wo es sein muss, sein darf, sein will.
Sie sagen selbst von sich: “Wir kommen aus Berlin und außerdem aus der linken Subkultur. Ohne Spaß geht gar nichts. Ohne Hirn auch nicht.
Sie haben sich kurz vor dem Erscheinen der Platte zu einem Streamingkonzert entschlossen. Im September kam “mehr Bullen mehr Bomben für ein wirklich gutes Leben” schon heraus.


Das ist anarchisch, queer, femininstisch, antifaschistisch und emanzipatorisch.
Vier Stimmen, kompakter Klang, one struggle, one fight.
Das tolle Cover mit dem Karusell, der Überwachungsdrohne und den Bombern ist von Moni Hoffmann. Der Platte liegt kein Downloadcode bei, dafür einen CD.
Kaufen beim großartigen Elfenart Label oder bei flight13

review: BLACK SQUARE – potatoes gonna potate MC

Was bringt diese Zeit? Das haben sich Fini und Bonny von BLACK SQUARE wohl auch gedacht und im Frühjahr ein Zwei-Personen-Stück geplant, geschrieben, aufgenommen, auf Tape gebannt und in die Welt hinausgeschrien. Das ist maximaler Output in kürzester Zeit.
Fini ist noch neu im Gesangsmetier, Bonny spielt Gitarre bei den Deislers. Er hat sich ein wenig mit Homerecording beschäftigt, um Fini die Möglichkeit zu bieten, ihrer Wut einen Kanal zu geben. Und es brachen wohl Dämme.
Woher ich das alles weiß? Nun, das Tape ist schon ein paar Monate raus und die Themen die Fini anspricht sind aktuell und bleiben es auch. Obendrauf kommt noch eine wichtige und richtige Diskussion über Mackertum in der Punkszene. Ihr könnt sehr viel nachlesen, denn die Aussage in einem Bericht im OX-Fanzine „Fini sei die Freundin von…“ hat den Ausschlag gegeben, das Thema mal ganz präsent vor Augen zu führen.

Hier ihre Reaktion bei der TAZ
Einem Interview zum Thema und zu Sexismus in der Punkszene beim Vinyl-Keks.
Es gibt auf ihrer FB-Seite noch einiges mehr zu lesen.
Und ganz aktuell und „brandheiß“ sozusagen ein Interview mit Lizal von Die Dorks, Fini und Diana Ringelsiep beim BR.

Klar wird schnell, dass alle Texte radikal Links sind. An dieser Stelle finde ich es richtig gut, dass ich mir etwas Zeit gelassen habe, den Review zu machen, denn hier geht eben mal nicht um die Musik allein. Hier geht es um das Thematisieren von Dingen, die uns auch in unserer gewählten Bubble über den Weg laufen. Und immer und immer wieder gucken wir nicht richtig hin. Wahrnehmen geht dann vielleicht, wie hier bei diesem Release, mit dem melodischen Holzhammer, den Fini und Bonny als Black Square ausgepackt haben. Gegen Rassismus, gegen die moderne Sklaverei: „Jeder Aufruhr ist immer nützlich, so erfolglos er auch sein mag.“

Klar kann ich auch noch was zur Musik sagen: hoch melodischer HC-Punk, schnell, ungestühm und wütend. Aber eben das steht wohl auch bewusst nicht im Vordergrund. Es kann aber ein Grund sein, sich das mal anzuhören und zu unterstützen!
Neueste Aktion kommt: Stoffbeutel für SeaWatch. Haltet die Augen offen.

Noch ein schnelles Wort zum Cover: ich habe tatsächlich einige Male drauf gucken müssen, um zu verstehen, was mir die dunkle, durchgestrichene Pommes sagen soll. Es ist soooo wichtig an unserer Wahrnehmung zu arbeiten!
Tape erschienen bei den Labels Black Cat Tapes, Colossus Tapes und Tanz auf Ruinen