Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

MC: 5 farben scheisse – SÜFF

Die Band hatte sich so gefreut über meine Review, dass gleich noch ein Tape in der Post lag. In meiner. Ganz ohne Hundescheißtrick und somit nur in den Farben des Covers.
Ein bisschen Schiß hatte ich ja vor dieser erneuten Zusandung. So richtig gezündet hatte das Analsekret von „Klangbeispiele für Gehörlose“ dann nicht.
Was ist denn da passiert bei 5 Farben Scheisse? Es geht ganz knüppelig, ohne Rumpel, los. „cuntholzcrew“ – ich versteh das Wortspiel aber den Witz mal wieder nicht. Man bewahrt sich den „untenrumhumor“.
„montagfrüh“ ist ein sehr melodisch, gut eingespielter Track.
„fleischeslust“ – es geht um die Schwierigkeit der besagten Fleischeslust, dem zu entsagen und es doch zu tun. hm.
Sehr abwechslungsreich. So n Punkrock / Deathmetal – Mischung. Stimmlich in diese Richtung. Asbhließend ein Song, der sich extrem nach den Vorbildern Die Ärzte anhört.
Alles tippitoppi aufgenommen, mit Humor, der sich wie eine rote Blutspur durch die Songs verfolgen lässt.

Besser, doch immer noch keine Vollzündung bei mir. Wer Deutschpunk mit Humor und Abwechslungsreichtum liked, ist hier richtig.

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

review: pADDELNoHNEkANU – my button is bigger than yours

Ihr denkt sicher, ich spinne. Aber es muss mal was persönliches sein.
Ich habe das letzte Album meiner Band pADDELNoHNEkANU mit Tulle (Bass) und Ole (Drums) in 2018 / 19 bei uns im Proberaum aufgenommen. Wie immer, kann man sagen. Die Herangehensweise ähnelt sich jedesmal, und ist doch anders. Neue Mikrofone oder anderes Equipment ist dazugekommen.
In diesem Fall haben wir in unseren Proben, über Wochen, mal einen, mal drei Songs aufgenommen. Je nachdem, wie wir mit ihnen fertig wurden.
Ich hatte Listen mit den Abläufen geschrieben, was auch neu war, dass zum Beispiel der Opener „willkommen im vakuum“ in einer Probe entstand und in der nächsten auf 12 Spuren aufgenommen wurde.
Wieso ich auf unser Album komme: ich habe neulich reingehört und finde die Songs super, nur den Sound hart gewöhnungsbedürftig.
Warum ist der so anders als bei den andern Alben?
In unseren Proben oder auf der Fahrt nach Magdeburg zur Bootstour haben wir Bandintern darüber gesprochen. Ich verschone euch jetzt mit Gelaber von uns: eine alte Email wurde beim Digitalen Frühjahrsputz nach oben gespült. Ein sehr alter Freund, der vor vielen Jahren ausgewandert ist, hatte uns eine lange Mail geschrieben mit Kritik zu diesem Album „my button is bigger than yours“.
Ich habe die nun etwas aufgearbeitet zu einem Review (vor allem die Reihenfolge)

Habt soviel Freude daran wie ich, bitte!

Ich wollte anlaesslich der neuen Scheibe und auch als Fan-Reflektion der ersten 15 Jahre Bandgeschichte eine Top 10 meiner Lieblingslieder anlegen – fiel mir sofort auf das es eine Top 15 werden muss 😉

Filmemacher (s/t)
Troubadour (s/t)
Der teufel und die tiefe blaue see (s/t)
Tauchstation (s/t)
Suedtangente (Wunschkind)
Wie auch immer du heissen magst (Wunschkind)
Fidel Astro (4 Affen 1 Ziel)
Nichts (4 Affen 1 Ziel)
Turmbau zu dubuy (Endlich wieder Deutschpunk)
Hearts fear punkrock (Endlich wieder Deutschpunk)
Der moderne punk
Nicht hier nicht jetzt nicht du
Entschuldige schon mal wegen morgen
Uebel und gefaehrlich
Frei sein

Da könnt ihr mal sehen, wie stark die neuen Stuecke in meinen Lieblings-Top-15 vertreten sind. Das ist eine wirklich geile Schreibe, geil gespielt, geil geknueppelt und hoert sich an als gehoert es alles zusammen.

Es schwingt bei mir bestimmt einen haufen nostalgie und herzblut beim hoeren der Stuecke des ersten Demos (s/t) mit, aber ich glaube trotzdem dass damals ein besonderer ‘Drive’ dabei war, den ihr bislang nicht habt wieder matchen koennen. Mit der neuen Scheibe ging es mir das erste mal seit 2005 so, dass euer Songwriting und auch die Performance diesen Drive wieder irgendwie dingfest machen konnte.
Es ueberrascht mich irgendwie nicht, dass das mit der ausgefallenen Herangehensweise an’s Songwriting geschah, von der du, Felix, mir erzaehlt mal hast. Wie auch immer, es hat gewirkt. Ich glaube, dass ihr mit der neuen Platte euer bisher bestes Werk aufgenommen habt.

Ein klein bisschen zu den einzelnen Songs:
Fuer mich ganz oben steht ‘entschuldige schon mal wegen morgen’. Einfach vom Gefuehl und den Parts. Hoert sich so dermassen authentisch an. Die Mosh-Parts sind fett.

Obwohl ‘nicht hier nicht jetzt nicht du’ mein zweites Lieblingsstueck  ist, frage ich mich, ob es nicht einfach im Uff-ta haette durchgeknueppelt werden wollen. Der Rockbeat nach dem 2.Vers nimmt dem Stueck fuer meinen Geschmack den Wind ein bisschen zu sehr aus den Segeln.
„Uebel und Gefaehrlich“ – da finde ich die Lyrics und wie sie gesungen sind in den Versen besonders stark. Das hebt sich auch so sehr von anderen Dingen, die ihr zuvor gemacht habt, ab.

„Frei sein“, da finde ich auch die Verse cool. Auch, dass sich der Chorus so sehr vom Vers absetzt. Muss man erst mal so einen Refrain finden!
Der moderne Punk – vielleicht mein Lieblingsrocker auf der Platte.

„Scheuch’em auf“: Meine CD-Kisten sind abgepackt im Keller, vom Umzug noch, drum hab ich noch nicht nachgeguckt. Ich glaube aber, dass meine Lieblingsversion von „Scheuch’em auf“ auf einer CD war, auf der handbeschrieben ‘Paddelnohnekanu 2011’ steht. Ich nehme an, dass das die Urversion des Songs war. Das geile war daran war das Geschrei der Worte ‘Scheuch ‘em, scheu ‘em auf! Scheuch ‘em, scheu ‘em auf!’ waerhrend der ersten Mosh-Sektion. Das Lied braucht genau das, finde ich. Es fehlte mir auf der ‘In die Tiefe der Sprung’-Platte und auch auf Version auf dieser neuen Platte.

Rhythmsection: Ich finde es geil, dass nichts Ueberfluessiges von Bass und Drums gespielt wird. Da wirken erstmal die paar geilen Fills die gespielt werden viel staerker und zweitens unterstuetzt das Spiel so umsomehr das Songwriting, die ausgefallenen Taktwechsel und Songstrukturen. Drittens ist’s auch ein Zeichen vom reifen musizieren.
‘Reise’ von EA80, da gibt’s auch gar nichts was nicht gebraucht wird. Was mich auch umhaut bei der neuen scheibe sind die Drum-Fills, besonders die Einsaetze. Der Einsatz zum 1. Vers bei ‘Entschuldige schon mal wegen morgen’ ist grandios, wollte ich mal besonders hervorheben.

Gitarrensoundtechnisch:
Dein Gitarrensound aus den Zeiten des Line-6 Distortion Modeler steckt mir noch immer in den Ohren – Geil.

Dann hattest du glaube ich eine back-to-krasse-basics-Phase, wo du nur Zerre vom Amp gespielt hast? Hat mir rein soundmaessig nicht besser gefallen. Rein Misch-und Zerre maessig hat mir ueberraschenderweise dein Gitarrensound des letzten Jahrzehnts am allerbesten gefallen auf der Notwist Cover-Aufnahme fuer die Jubileumsscheibe.

Zum Abschluss kann ich wiederum mich heute wieder bedanken, dass mich das „geweckt“ hat: es geht nicht immer um Hörgewohnheiten, um „deinen Sound, den du hören willst“, sondern um die Musik und das Songwriting, was eine Band dann eben ausmacht.
Erschienen auf 30 Kilo Fieber Records und Elfenart und dem Bandlabel Krachige Platten.

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

LP: handvoll scherben – handvoll scherben

Eine Handvoll Scherben ist eine, würde ich sagen, eine Oi-Punk-Band, die auf Dr. Skap Records rausgekommen sind. Was mich total überrascht, denn was ich bisher von dem Label kenne, und auch beim Auflegen dieser Scheibe erwartet habe, ist hochmelodisch. Handvoll Scherben ist räudig und straight durchgespielter Midtempo-Punkrock mit ziemlich klaren Ansagen und angepissten Texten.

du bist der keil, an dem die gesellschaft bald zerbricht

oder auch:

du bist die pest
die die welt zerfrisst
wir sollen konsumieren
am besten jeden tag
und es dreht sich immer weiter
das goldene hamsterrad

Insgesamt acht Stücke, einseitig bespielt, Rückseite Siebdruck, und abschließend: „was du hast“ ist der Volltreffer, da kriegen Handvoll Scherben mich! Der Song ist ein wenig schneller als die andern, schön die Achtel durchgezockt, kleines Soli, kurzer, knackiger Song zum Abschluss. Vor ziemlich genau einem Jahr erschienen. Hier die Vinyl-Version!
Check it out.

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

MC: 5 farben scheisse – dualität des grauens

Eine verstimmte Gitarre lächelt mich an, ein infantiler Text über „hitlers stuhltagebücher“ und ich nehm mir gleich eine ganz „große“ Band vor Die Ärzte.
Und das noch beovro ich die Band auf dem Band genannt habe: 5 Farben Scheisse.
Der Sound ist zwar ein klein wenig räudiger, doch erinnert mich das Oevre dieser Band an die Scheiben „die Ärzte früher“ und „ab 18“. Eine Mischung daraus ergibt die erste Seite der Kassette namens „Sommerhits für den Nuklearen Winter“.
Fazit: 5 Farben Scheisse machen alles falsch. Im 21. Jahrhundert komplett schlimm infantile Texte, diese auch noch mit Vorurteilen gespickt.
„rehafall“ ist dem letzten Drummer gewidmet und seiner momentanen Situation in der Reha. Was er haben könnte, verstehe ich leider nicht. Die Seite endet mit der Ballade um den „säufer“.

Ihr merkt sicher schon: bei mir hat die Seite A einen anderen Titel. Irgendwie wurde das auf der Kassette, dem Cover, vertauscht.
Es folgt „Klangbeispiele für Gehörlose“.
Diesmal vier Songs in acht Minuten. Weniger Indie-Geklampfe, mehr räudiger Deutschpunk.
„meine Leber“, „szenepolizei“, „sommermärchen“ und „blümchensex“ sind so klar definierte Titel, da ist genau das drin, was angekündigt wird.

Zum Abschluss: ich wurde bei Facebook angeschrieben, man habe eine Überraschung für mich. Nun, die ist gelungen!
Ich fürchtete, bei dem Spltter-Deathmetal-Cover, dass mir da komplettes Geballer entgegen dröhnt so mit Gegrunze, Doublebase und Metalgitarren. Aber aux contraire: schon lang nicht mehr derart infantilen Funpunk gehört. Zwischen Teenie- Humor und politischem Bierhumor, alles völlig berechtigt.
Leider sind nicht alle Texte verständlich, außer dem letzten.

Hui, wie soll ich sagen: die Herren hatten wohl jede Menge Spaß daran. „es kommt ausm Bauch wie Kacke“ (Knossi).
Es finden sich ganz sicher Zuhörer. Zu haben bei der Band (-camp) oder beim Label Running Out Of Tape Records.

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

konzert: Fatal Brutal, Knigge + Krust, ScheisseDieBullen @ P8 – 18.02.2023

J:
Wir (.a, .k und Joey) sind von Heidelberg mit Fahrrad und DB angereist. Joey hätte noch veganen Linseneintopf kredenzt, so dass wir gestärkt im P8 eingetroffen sind.
(.a, .k und Joey)

Es waren verhältnismäßig viele Punk-Kids da, aber es hat nicht gestunken.
Gleich ein paar Bekannten Hallo gesagt und ein Dosenbier geordert.
(eine Aufforderung zum glücklich-sein)

F:
Etwas früher kam ich mit .r im P8 an. Sie war noch nicht dort gewesen, seit dem Umzug und war ganz fröhlich erstaunt über die tolle Location.
Es waren schon so 70 Leute da, die meisten draußen, rauchen. Toll, dass das Innen nicht gestattet ist, man kann alles andere dafür besser riechen. Erstmal n Dosenbier in die Pfote, wobei der Barkeeper so nett war, sein Gesicht zu einer schmerzhaften Grimasse zu ziehen, als ich ein Panache orderte. Meine Adleraugen hatten gleich entdeckt, dass die Dosen aus Frankreich importiert wurden, um heute Abend auch sicherlich ein wenig fliegen zu lernen. „Naja, muss halt fahren und es ist Fasching…“, er zuckte nur mit den Schultern und gab mir dann doch, was ich wollte.

J:
Dosenbier Party war das Motto, sehr schöner Flyer auch. Wenn ich raten müsste, hätte ich gesagt, dass der Alfi (u.a. Dvmp) designed hat, der macht gerne so Spielereien. Ich will aber auch niemand anderem die Butter vom Brot nehmen.
Schon vor dem Konzert hatten verschiedene Leute ihre geleerten Dosen mit Gaffa-Tape zu verschiedenen Gebilden zusammengeklebt. An dem Abend hat man manches Zepter und manche Krone aus Aludosen gesehen. Der Pöbel als Souverän, Selbstbewusstsein durch Dosenbier.
Das P8 ist 10 Minuten mit dem Fahrrad vom Hbf entfernt, wenn man denn weiß, wie man fahren muss. .k führte uns zielstrebig durch Parks, Wohn- und Gewerbegebiete in der Karlsruher Peripherie.

F:
Der Flyer hatte mich auch angesprochen, tatsächlich mehr, als die Auswahl der Bands. Wobei ich Knigge + Krust noch am coolsten finde!
Für n 10er Eintritt und 2€ für ne Halbe war der Abend prädestiniert sich die Kante zu geben. Ein Einkaufswagen stand am Bühnenrand, um die leeren Dosen aufzunehmen und Gaffa gab es dort auch.
(einfach und billig – so muss das)

Wir waren gegen 21Uhr da, rechtzeitig zu Konzertbeginn, doch die erste Band ließ sich Zeit. Ich glaube, so gegen viertel vor Zehn, als ich schon fast dem Glauben anheim gefallen war, es handle sich hier um eine Deutschpunk-Disco-Veranstaltung, ging es los.
In dieser Zeit bewunderten .r und ich einen Kuttenmantel, den sich eine junge Frau aus mehreren Jeansjacken zusammengenäht hatte! Auch so manches Halsband, zerschnittene Hemden, viele bunte Haare, Iros! Gei-el. Tolles Publikum. Sie wollen scheiße schön aussehen und das tun sie auch. Klar, ich hatte meinen Iro auch aus dem Hut genommen.

J:
Fatal Brutal legen vor, nicht zwingend fatal, dafür brutal. Es wird gepogt. Ich höre vorne nur Bass und Schlagzeug mit Gesang, den aber gut. Ein Highlight ist für mich immer das Dementia-Cover, Lebenslüge. Hab FB zuletzt häufiger gesehen, ist rundum ne feste Bank.
Am Merch lag auch ein Tape der Voodoo Zombies, Projekt von .g, FB Drummer, good stuff, hab ich eingepackt.
(pogo, pogo, pogo)

F:
Einen Blick auf den Merchtisch habe ich auch geworfen, haben tatsächlich die aktuellen LPs und 7inches aller Bands des Abends. Und Shirts habe ich ohnehin genug, da muss ich kürzertreten.
Ein klein wenig, wie soll ich mich da diplomatisch ausdrücken, burschikos empfinde ich den Livevortrag von Fatal Brutal. Trotz Sängerin. Viele Vocals hat dann doch auch der Gitarrist, der ne ordentliche Hardcore-Röhre ins Mikro shoutet. Was mir echt ne Nummer zu maskulin ist und zu wenig Deutschpunk.
Dennoch applaudiere ich in Zuhilfenahme des voller werdenden Einkaufswagen und klappere.
(1000 Liter Dosenbier im Bauch)

J:
Knigge + Krust sind am Start und für mich die interessanteste Band des Abends. Musikalisch sehr genehm; schneller Hardcore Punk ABER! Sowohl musikalisch als auch von der Ausstrahlung der Musiker*innen total warm, herzlich, sympathisch. Kein unnötige Härte, BadAss Attitude oder sonst was. Einfach flott und lieb, ja, in der Tat. Der Schlagzeuger schlägt diverse Haken, Basser und Gitarristin übernehmen die Vocals; sehr fein, mehr davon.
(pogo-wiederholung)

F:
Einige im Publikum riefen „lauter“, ja tatsächlich, so knapp vor der Bühne war der Sound schon recht angenehm und eben nicht zu donnernd. Ich rief ergänzend „schneller“. Klar, irgendwer hätte noch das Trio mit „härter“ vervollständigen sollen, war aber nicht so. Stattdessen der Basser: „noch schneller, ha!“ Danach legten sie wieder eins ihrer Punkrock meets Hardcore meets Blast-Beats hin, die Sängerin und der Bassist mit ganz entspannten, teils repetitiven Texten. Ja, das machte Laune.
Es wurde vorne ausgiebeig Pogo getanzt, erfreulicherweise mit mindestens acht weiblichen Personen und einem heftigst knutschenden Gay-Pärchen! Ein Iropunker mit einem nicht-enden-wollenden Grinsen im Gesicht, ein Schlappiropunker mit fettem Sado-Halsband. .r und ich gehen davon aus, dass die beiden noch eine sehr intensive Nacht vor sich hatten!

J:
Scheissediebullen kenne ich von Spotify – Autoplay. Der Funke sprang bei dieser Art von Punk bei mir noch nie wirklich über. Die Musik auf eine Art schlicht, die meinem Empfinden nicht schmeichelt , die Typen sind nicht mein Typ.
Mindestens der halbe Saal sieht das anders als ich, es wird getanzt und mitgesungen wie verrückt.
Die Band muss unglaublich fleißig sein – tightes Spiel, überhaupt Schlagzeug wie eine Dampflokomotive, die Chöre sitzen. Trotzdem leider nicht meins 🙂
(#endlichwiederdeutschpunk)

F:
Joey nimmt mir die Worte ausm Mund, ich kann es nicht besser formulieren. Etwas, was ich allerdings noch nie (bei einer Deutschpunkband) gesehen habe: einer der Gitarristen spielt nur mit den Fingern, kein Plek! Und dabei ist er auch noch der, der die Melodien rausknallt.
Ich hatte die neue Platte schon mehrfach gehört, es kamen ein paar Hits (anwohner raus), ein paar Songs vom aktuellen Album „simulation eines guten Lebens“. Diese Band hat den angekündigten Deutschpunk gezockt.
Mich erinnert das stellenweise an Alarmsignal. Ziemlich gutes Zusammenspiel, was aber alle Bands an diesem Abend drauf hatten.
Wir sind dann nach den ersten 5, 8 Songs gegangen, es war spät und wir mussten, leider, Sonntag früh raus.

J:
Zugfahrt zurück, zähne geputzt, ab ins Bett.

F:
Konzert war megagut besucht, so 150 Menschen hatten sich eingefunden und das Dosenbier genossen. Ein voller Erfolg, würde ich sagen.
Autofahrt nach einem Radler und einer Halben, noch zuhause einen Absacker, morgens müde raus. Irgendwas hab ich da falsch berechnet!

 

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

10inch: auspuff – we are auspuff

wat’n name. Auspuff.
Die gänzlich unbekannte Band Auspuff bringt eine 10inch in Eigenregie raus (ich nehme an, die Band hat mit CICI Records ihr eigenes Label gegründet)
Die Band wurde in 2020 gegründet und besteht aus zwei Menschen: Lisa & Raul. Sie spiel(t)en wohl auch schon mit / bei: Einkauf Aktuell, Leopard und Die Spritzen.
Das Scheibchen läuft auf 45rpm und gibt mir, ich lege Seite zwei zuerst auf, ein Gefühl von Beastie Boys auf ihrer Cooky Puss EP, wo sie erste Schritte im Hiphop machten. Das ist schön rough, mit einem Sprachsample unterlegt, es geht um New York. Überhaupt haben die beiden sich hart in NY verguckt, ein Aufkleber liegt bei „I (auspuff) NY“. Dafür kein Textblatt. Na gut, die Texte sind recht gut zu verstehen und repetitiv, da braucht man das jetzt nicht unbedingt.
Die Aufmachung dieser tollen Platte, macht das Fehlende wett.
Man ist bei der Herstellung wohl kreuz und quer mit farbgetunkten Reofen über die 100 Cover gerollt und hat hinterher den Schriftzug mit Glitzerverlauf drübergesprayt. Voll gut! Und das ganze dann noch in eine 10inch-Hülle! Die sind bei mir jedenfalls ziemlich rar!

Die zweite Seite bollert dann ordentlich mit „ich hab kein Gehirn mehr“ (… am Ende wollen sie auch keines mehr) und „du bist nicht gut genug“ (eine Ode an das Diktat des Drucks der Gesellschaft), sodaß ich bei Seite eins meine helle Freude am ersten Deutschpunkkracher „we are auspuff“ habe!
Das hat ordentlich Noise und Druck!
Und sie legen mit Anspieltipp „kittchen fantasy“ einen superironischen Klopper hinterher. Ich vergleich das mal mit Feine Nase. Hört da mal rein!
Zum Abschluss gibts noch mal so was wie „du bist nicht gut genug“ mit „sink tank“ klingt bei mir die äußerst noisige Platte an dieser Stelle aus.
Ich find die echt Bombe! Superabwechslungreich, auf jeder Party kann man, ja nach Stimmung, einen andern Track in die Plylist schmeißen und macht nix falsch.

Gibt es, meines Wissens nach, nur bei der Band, sprich direkt bei Bandcamp oder Mail.

Veröffentlicht am Ein Kommentar

LP: scheissediebullen – simulation eines guten lebens

Die Freiburger Scheissediebullen bringen ihren dritten Longplayer raus, nachdem es 2013 „aufschwung“ und 2016 „anwohner raus“ erschienen ist.
Bei Gunner Records sind sie geblieben und „Simulation eines guten Lebens“ erscheint ergo wieder dort.

Das Cover ist aufwendig im Punkrock-Kritzelstyle. Glücklicherweise nicht auf kariertem Papier, ich würde sonst Rückschlüsse auf etwaig verlorene Schulstunden ziehen, in denen, statt der Performance der Leerkraft zu folgen, das Schreibgerät leergeschrieben wurde.
Die Vorderseite mit einem verträumten Punk, der aus seinem recht aufgeräumten Zimmer in die graue Welt (mit Atompilz) schaut, auf der Rückseite wohl die, möglicherweise von ihm beschmiertes Mauerwerk, Graffitis der Songtitel. Die finde ich allerdings etwas chaotisch angeordnet und unleserlich; da hätte man doch auch gleich einen Deathmetal-artigen Schriftzug… der ein oder andere ist vielleicht nicht ganz so lost wie ich.
Ein vier-seitiges Booklet mit allen Texten liegt bei. Auch optisch sehr schick.

Scheissediebullen machen recht gediegenen Deutschpunk mit recht schlauen Texten. Nach der ersten Runde fetzt mich das noch nicht so richtig, also nochmal von vorne.
Was die Band sympathisch macht sind ihre Spielfreude, der gute Sound und die Zitate. Ich finde Slime, die Toten Hosen, ihr könnt ja auch mal ein bisschen suchen!
Sie sind sich selbst nicht zu schade, Melodien zu klauen und selbstironisch über sich zu singen.
Ziemlich direkt ist beispielsweise „Philosoph“, einer umfassenden Kritik am Werk des Philosophen Sloterijk, der siet zu vielen Jahren an der Karlsruher Unität sein Unwesen treibt.
Erinnert mich desöfteren an Alarmsignal, wer einer unbekannteren Band eine Chance geben möchte, ist somit bei Scheissediebullen ziemlich sicher am richtigen Ort in der Plattenkiste.
Super Songtitel wie „La Deutsche Vita“ oder auch „Sommer, Strand & ein paar Leichen“ machen die 14 Songs eben selbstironisch, aber auch sozialkritisch und politisch. Ja, ein „so tun als ob wir ein gutes Leben führen“ das ist das Thema der ganzen Scheibe. Ist es ja mit der Punkmusik im allgemeinen.
Für Menschen die Mülheim Asozial mögen oder auch die erwähnten Alarmsignal.

Schöne Bundles der „Simulation eines guten Lebens“ (100 Stück limitierte LP mit silbernem Vinyl und Riso-Print, sweete Bundles mit unserem neuen Shirt (starring Hündin Pippa!!) oder einfach die CD oder LP) gibt es bei Gunner direkt.

(dieser Review ist freundlicherweise auch schon bei Vinyl-Keks erschienen)

 

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

LP: bockwurschtbude – sippenhaft

Die Bockwurschtbude haben mir ihr Album geschickt. Mieschka Mayonaise schrieb mich, glaub ich, schon vor ganz langem an, und dann hat das irgendwie ganz schön lange dauert bis die Platte nun fertig produziert hier auf dem Plattenteller liegt.
Erstmal: ganz schön bescheuerter Bandname – typisch Punk!
(Allerdings auch hier definitiv die Frage danach, wieso man einen Bandnamen trotz oder wegen der Bewetzungswechsel, Pausen, was immer, nicht ändert?)
Die ersten Klänge dieser Band aus Frankfurt an der Oder sind auf jeden Fall dem Deutsch-Punk der so ne Metalkante hat, mir aber glücklicherweise nicht gleich auf die Eier geht. Die Bockwurschtbude habe da doch etwas mehr zu bieten!
Nach vorne gespielter Punkrock mit klarer Verwurzelung in den 80er/90er Jahren.  Seit 1995 treiben die Herren ihr Unwesen, hab noch nie von ihnen gehört, aber vielleicht überliest man einen Bandnamen wie „Bockwurschtbude“ dann doch irgendwie mal; oder sie haben sich medial – auch zu Zeiten ohne Internet – rar gemacht.
Sie scheinen, nach den Flyern auf der Homepage zu urteilen, fester Bestandteil der Berlin-Brandenburger-Szene zu sein. Sie gründeten sich als Zwei-Mann-Funpunk-Kapelle, so schreiben sie jedenfalls. Seitdem ist ja einiges passiert; und ich komme mal eben zurück zum ersten Song.
Ein „Scherbenhaufen“ wird hier musikalisch dreckig, mit der nötigen Portion Wut im Wanst, in die Rille gezimmert. Die Band hat sich genug Zeit gelassen, um die zwölf Lieder dieses Releases einzupielen! Der Sound ist dichter im Vergleich zur „back to the roots“-Scheibe.

Es gab Besetzungswechsel seit dem letzten Release in 2013, der letzte ist nun 2020 gewesen, seitdem ist Andy von Fliehende Stürme mit an der Gitarre.
Alle Songs haben die gerne gehörte zwei bis drei-Minütige Länge. Anspieltipp von Die Bockwurschtbude ist „Helden“. Ich mag, dass sie aus den drei Akkorden da noch was rauskitzeln, die zweite Gitarre da noch ne melonacholische, kleine Meldodie (die in meiner Welt etwas lauter sein könnte) reinbringen. Die Texte sind durchweg echt gut, durchdacht, und auch sehr ernst. Allerdings auch, für die Funpunker unter euch, eine sehr starke Veränderung, denn Band gibt sich durchweg düsterer, wütender und druckvoller; was sicherlich auch ein Einfluss von Andy ist, seit seinem Einzug in Ensemble.
Beispiel „Strandgut“ – …als Opfer gegangen, als Nummer zurück!
Insgesamt weniger Ska-Einflüsse, Partyhaftes, sehr viel ernster. Bin gespannt, ob es die Band mal in den weit entfernten Süden der Republik schafft!
Erschienen in verschiedenen Vinylfarben, auf 5 (!!!) verschiedenen Labels:

Elbpower Records, Laketown Records, Anarchy of Sound, Kraut & Rüben Records und Oi!The Nische

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

MC: antiXallez – allez hits #1

Anti-Allez ist ein astreines Tapelabel. So richtig klassisch möglichst viel überspielen, re-used Tapes, überkleben, Cover dazu. Ich find das richtig gut.
Mal abgesehen davon, dass Musik so erhältlich bleibt und wird und kostengünstig ist.
Tatsächlich auch musikalisch bekannt sind mir inzwischen, klar, E-Aldi, ebenso Chris von der Düssel (der Macher hinter Anti-Allez) und Dan Ganove (vom Slime-Konzert, ich berichtete in Ausgabe #9).
Namen, die mir schon öfter über den Weg gelaufen sind bspw. Der Pogende Pinguin (ich glaub, das ist ein Solo-Projekt), KatastrophenKommando, Raffnix und Das Niwo.
Allez in allem bekommt ihr gut eingespielten Deutschpunk mit verschiedenen Instrumentierungen, auch mal akustisch, mit Metal-Einschlag oder Ärzte-Reminenszenz!
Reinhören lohnt als Compilation auf jeden Fall. Für mein Tapedeck im Auto ist die Kassette auch ideal, super 🙂

 

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

Jubiläumskonzert: 17.12. in der alten Hackerei in Karlsruhe

Ein klein Wenig Werbung in eigener Sache.

20 Jahre pADDELNoHNEkANU sind ein Grund zu feiern.
wir haben dazu die famosen No°rd aus Dortmund eingeladen und Kraus Glucke Weltverschwörung aus Konstanz.

19 Uhr Einlass, 2030 Uhr gehts los!
Karten gibts bei der Hackerei.