review: Kalle – ey! LP

Das Kalle Cover spricht schon Bände und sagt mir: das ist also dieser Deutschpunk von dem alle reden. 
Mit Fun vor dem Punk. Vom ersten Moment erinnert es mich an die famosen Helmut Cool, an denen sich ja auch so einige Geister scheiden und das kann man definitiv auch von Kalle sagen.
Kalle sind in ihrem Stil ein wenig metallischer als die Punks aus Stuttgart. Beim ersten Song „Blümchen auf dem Ruhrpott Rodeo“ kredenzt die Band gleich eine Melange aus Punk mit Metalkante und Offbeats. Ob das auf Albumlänge gut geht?
Legen den Grundstein für das Kommende, zu Hörende Album mit dem kurzen Titel „ey“.

Es bleibt sehr abwechslungsreich, sehr lustig, aber auch ernst. Feminismus ist ein Thema, alte weiße Männer, mit dem Fazit, dass man doch am besten lebt, wenn man sich selbst nicht zu wichtig nimmt.
In dieser Kürze belasse ich diesen Review auch, denn über Musik lässt sich streiten, über Inhalte nicht.
Der Sound, die zwölf Songs sind im Frühjahr letzten Jahres produziert worden, top!
Alles richtig gemacht.
Erschienen bei Bakraufarfita auf blauem Vinyl. Da gibts die auch zu kaufen.

CeDe Salatschüssel #3 – Triggercut / Inwiefern / Neckarions

Trigger Cut – rogo CD / LP

Ralf, der Gitarrist der Band, schrieb mich an, klar hör ich auch mal Noise. Ist nicht so ganz meine Welt, aber wenn es fetzt, dann ist das schon auch mal sehr geil. Trigger Cut haben hier mit einer brachialen Gewalt die Beats und Töne ins Aufnahmegerät gezimmert, dass das sofort Spaß macht und nach vorne treibt. Die Band spielt nicht nur geradeaus, sondern zerlegt auch ihr eigenen Strukturen wie am Ende von „coffin digger“.
Der Song „hooray hooray“ glänzt durch elegische Momente, was im kurzweiligen Noise schon echt cuul ist.
Insgesamt ist die Präzision mit der hier die Backsection Bass und Drums die Beats vor- und zerlegen ziemlich smooth, die hallige Gitarre schrabbelt nicht „einfach“ Noisekaskaden darüber. Der Sound ist super produziert, hat ein gewisses Alleinstellungsmerkmal, auch der Gesang ist im vergleich zum letzten Release noch ne ganze Ecke besonderer geworden. Er unterstützt nicht nur durch rhythmitisiertes Sprechen, sondern gibt auch mal einen Hauch von Melodie zum besten!

Klar, die Musiker sind keine Unbekannten, doch beeindruckt es mich immer wieder, wie die Noise-Szene ihre Bands supportet. Der lärmende Dreier spielt seit circa 2018 zusammen, hat schon über 4000 Follower hier. Die erste Auflage CD’s und LP’s ist ausverkauft. Wenige der Zweiten sind noch bei Bandcamp zu haben. Das Ganze im Eigenvetrieb!



Inwiefern
– Rendevous mit der Realität CD

Hui, da kommt mal wieder eine kleine CD (jaja, ich weiß, daß ist das Foto vom Vinyl-Keks. Hab die CD, wie es sich gerhört, irgendwo verschlampert) reingeflattert vom Label Bakraufarfita aus Dortmund und Berlin. Und wieder einmal mache ich mir Gedanken um diesen unaussprechlichen Namen. Ist das sowas aus einem Horrorfilm? Wenn mal drei Mal hintereinander Brakraufarfita sagt, dann wird man von teuflischen 5 Liter Dosenbierdosen erschlagen? (Ich spreche meine Reviews ja immer erstmal in meine Sprach zu Text App. Diesmal kam das raus: Backcover Fieta Kakao Favorita Backraum verfickter) Schon mal irgendwer ausprobiert?

Zu Inwiefern 😉
Ich nehme es vorweg: im Grunde könnte ich das Gleiche schreiben, wie beim Review zu „irgendwas ist immer„. Mach ich aber nicht.
Die Band hat ne klare Weiterentwicklung gemacht, sie machen alles wie letztes Mal nur in etwas besser. Also: bessere Performance im Video, bessere (Punk)Melodien zu den selben drei Akkorden, bessere Zusammenarbeit mit total bekannten Künstlern (Luise Fuckface von den Toten Crackhuren im Kofferraum), bessere Ansprache an den Hörer mit zeitlosen Themen wie Saufen, Bausparvertrag und der Wende. Alles mit Iro-nie. Ob das heute noch jemand lustig findet? Sind doch alle so polarisiert in ihrer Wutblase.
Im Booklet zur CD sind alle Texte drinne, man kann Kleinode entdecken wie:

wegen dir ist Baywatch zu Ende
wegen dir war 90 die Wende
Cheeseburger vom Boden
ist ganz klar eine Option
filmreife Performance
ich glaub du hast das Hasselhoff Syndrom

Ich hatte erst neulich in einem andern Review diese Erinnerung aufblitzen von einer blinkenden Lederjacke und The Hoff, der „i’ve been looking for freedom“ trällert. Vor der Mauer. Wäre ich damals auf der anderen Seite gestanden, hätte diesen kapitalistischen Haiopei als erstes gesehen und gehört, ich hätte die Mauer noch höher gebaut… oder ihm die Jacke geklaut. (ich schreibe das nur wegen des mauen Witzes und des schlechten Reims)
So, genug für heute über diesen Release geschrieben.
Gibts auch als LP. Texte, Melodie, Spaß inne Backen. Was sie machen, machen sie richtig.
Zu hören bei rotzify.

Neckarions – the rise of …. CD

Ich nehme an, mit dem Eindruck des Coverpics im Hirn, es handelt sich um Außerirdische, die auf dem Planeten Erde zu Besuch kommen und in Menschengestalt uns gut abgehangenen Midtempopunkrock kredenzen. Erschienen bei dem vielfältigsten Label in Bayern:  30 Kilo Fieber Records! Los geht’s mit „fight the Fight“, einem Titel den ich nicht wirklich catchy finde. Der Song ist auch gefühlt zwei Minuten zu lang.
„the rich get richer“ wird dann schon klarer, was die musikalische Ausrichtung und die Aussagen der Band anbelangt. Ein wenig disharmonisch, zarte Anleihen aus dem Hardcore.
Midtempopunkrock, der mich an Bad Religion erinnert, der Sänger aber eher Richtung Jello Baifra tendiert.
Große Namen sind also gedroppt. Überzeugt euch selbst.
Aufgenommen, gemischt und auch das Artwork ist einwandfrei. DIe Songtitel wie auch Texte in deutsch und meist auf englisch.
Zum Abschluss gestehe ich noch, dass mich die Musik der Neckarions (ey wart mal… die Band kommt aus Stuttgart und hat den Flussnamen „Neckar“ abgewandelt. Das isses, oder?) in laueren Momenten an Iron Maiden erinnert. Das finde ich nicht so erhellend. Gejammer auf hohem Niveau, wenn man alle Namen zusammen nimmt. Bad Religion, Dead Kennedys und Iron Maiden.
Nächstes Jahr also die Stadiontour!
Zu haben bei Bandcamp oder beim Label!

review: Piefke – Probleme LP

Piefke. Erstmal darf mir das oberfamose Artwork ins Auge stechen, ist ja bei einer LP auch nicht verwunderlich, dafür isses gemacht! Eine Zeichnung von eng an eng liegenden Plattenbau Wohnungen eines Hochhause, das keinen Anfang hat und kein Ende. Dazwischen gequetscht Bandname und Titel des Albums „Probleme“. Passend.
Das Album beginnt mit einem Song, der in zwei Teile geteilt ist. Einen zu Beginn, einen als Rausschmeisser auf Seite zwei. „Probleme I“ nölt mich direkt an, als würde ich Loser Youth hören. Etwas weniger Schrammel, etwas mehr Refrains zum Mitsingen. Ein wenig 80er Deutschpunk mit Hardcore Bassgedengel. Die beiden Teile sind also die erzählerische Klammer des Albums, es geht um die wahren Probleme und nicht die, die man persönlich hat und für Probleme hält.
Erinnerung an die starke Scheibe von Knud Voss. Norddeutsche Schnoddrigkeit.
Ab Song Nummer zwei geht mir der Style von Piefke ein wenig auf den Sack, hm, vielleicht weil zu fröhlich, zu viel Solo in der Gitarre. Aber lass mal laufen. Der Vierer hat nämlich hörbare, erlebbare Freude am Spielen! Ah ja! Ich habs: das ist ein wenig wie Front in Highspeed. Ohne den apokalyptischen Teil in den Front’schen Gitarren.
In jedem Fall haben sie eine besondere Art, an ihre Songs heranzugehen: bei  „Schablone“ machen sie aus einem super Bassriff einen 90er Jahre Deutschpunksong. Und bei letzterem steigen dann eigentlich viele aus, weil es einfach kein Kompliment mehr ist…. in diesem Fall schon.
Deutschpunk, Rock, maximale Spielfreude, leicht einfältige, repetetive Refrains.
Die Herangehensweise könnte ich jetzt mit die Ärzte vergleichen, mach ich baer nicht.  Ich vermisse einen Song. Ich weiß nicht genau welchen, aber irgendwie fehlt er, Titel hab ich vergessen, habe die Platte ja auch nur einmal gehört. Na gut, ein zweites Mal bei bandcamp. Vielleicht auch…, auch egal! Scherz beiseite, den hat sich wohl die Band selbst erlaubt, denn das Label schreibt „Das Album liefert 13 bis 14 Lieder in weniger als 27 Minuten.“
Eventuell steckt ja hinter dem Song „nachts um 3“ eine gemeinsame Geschichte von Band und Label?
Alles auf den Punkt gespielt, die Songs haben sicherlich keine Überlänge, mir gefiel das auch schon beim ersten Album „Menschenmühle“. Sie können ihre Instrumente punkgerecht schrubben, und das spielen sie auch echt voll aus. 
Ich fühle eine Weiterentwicklung zur „Menschenmühle“, super Klasse, abwechslungsreiches Album. Mit herzlichen Grüßen an die Band. Schöne Schörts auch. Gibts alles hier zum shoppen: bakraufarfita Records in Coop mit Auspuff Records.

review: BÜCHSE – Tumulte LP

„Tumulte“ ist ja mal ne Ankündigung für ein erstes Album. Mir sagte die Band Büchse nichts, ich bekam eine unverfängliche, freundliche Anfrage.
Spontan nahm ich mich ihrer an und mein Stapel an zu hörenden Platten wuchs weiter an.
Zeit vergeht.

Ich packe die Platte mal spontan aus, freue mich direkt, ein grandioses Innenleben tritt hervor. Plakat, Platte, Booklet und: guter Musik auf Vinyl.
Ausm Saarland kenn ich nur Pascow. Glaube ich.
Ins Ohr flattern mir aber, zu meiner Überraschung, kein Deutschpunk, nicht mal Ansatzweise Punk, oder doch?, sondern Synthie, Drumcomputer, Gitarre und Sprechgesang.
Mit genau dieser Reduziertheit punkten der Dreier schon mal richtig hoch! Was ein bisschen Elektronik und Gitarren so ausmachen können. Die Lyrics sind sehr menschlich, solidarisch, offen und kommunikativ. Auch das sticht aus der breien Masse weit heraus! Die Texte machen wirklich Spaß. Ich hoffe, euer Mucke kommt im Radio, dass auch mal der Spack von nebenan mal hört wie man Sprechgesang mit Hirn zusammenbringen kann.

Cooler Song und cooles Video von Büchse über Coming of Age aufm Dorf.
Saarland in schlau.

Insgesamt echt mutig, so nem alten Punker die toll aufgemachte und gespielte Platte zuzuschicken. Ich springe also vom Tellerrand in einen Rap und Indierock-Gebräu, welches ich so noch nicht gehört habe. Aber meine Old-School-Freunde hören heute auch noch Such A Surge und zahlen viel Geld für deren LPs; for what?
Manche Musik ist halt zeitgemäß und kommt über diese Zeit auch nicht hinaus. Vielleicht weil sie zu experimentell und zu speziell ist.
Bei Büchse hab ich echt Hoffnung. Ein paar gute Musiker mit viel Phantasie für Story-telling und dieses in gute Lyrics verpackt. Gönnt euch.
Da geht noch was.
Das Chartpunklabel Bakraufarfita jedenfalls passt schon mal wie die Faust aufs Auge.

review: CeDe Salat Schüssel #1 / the rant / Lache / der feine herr soundso / Dangerboy / Agador Spartacus

Kleine Geschichte hierzu: ab un an nehme ich CD-Reviews an. Klar, ich höre kurz rein oder sag einfach Ja. Dann kann es, leider, etwas dauern. Was nicht heißt, das irgendeine der zugesandten CDs schelcht ist, nein! Ich hab nur immer einen riesen Stapel hier liegen und Vinyl und MCs gehen schneller in den jeweiligen Player als die CD, da ich nur einen im Auto habe.
Nun also mal eine Runde Reviews von CDs, die ich in den letzten Monaten zugesandt bekommen habe. Von Punk über Post-Hardcore hin zum Punk ist alles dabei!
Ich nehme mir mal crossed letters zum Vorbild, der immer eine „Bandsalat“-Runde macht, mit diversen Tonträgern.

the rant – vorsichtig optimistisch (Karlsruhe)

Auf dem Cover sind ganz viele kaputte Autos von nem Schrottplatz, da wär ich auch vorsichtig optimistisch ob da noch ein heiles Teilchen zu finden ist. Ich könnte jetzt mal ganz fiese Brücke bauen zum Schrott in der Musik. Aber das ist fies. Es handelt sich  vier ganz junge Herren, die offensichtlich ganz viel Bock haten ihren Kram endlich mal aufzunehmen. Was Sie im Winter / Frühjahr 2020 getan haben, live eingespielt, den Gesang hinterher drauf. Somit einfach mal den Mut bewiesen haben, die eigenen Songs gut zu finden und das Ganze, wenn auch Probenraum-mäßig aufzunehmen. Das ist ganz gut gemischt, es sind ein paar kleinere Fehler drin, die ich nach paar Songs einfach feststellen muss. Das Songwriting ist noch nicht so ganz ausgereift. Ach ich kann diese blöden Formulierungen, die einfach jeder benutzt nicht ab. Egal. Es gibt richtig cuule Lichtblicke, da kann ich gut Mitgehen, ein wenig punkig infiziert.
Viele gute Ideen, aus denen The Rant mal ein gleichbleibend gutes Stück machen sollten. Was man hemmungslos lieben kann. Viel fehlt ihen da nicht mehr!
Sie erinnern mich da manchmal mit ihrem Herzblut an Finding Harbors, die auch aus Karlsruhe kommen, oder ähnliche Bands.
Gebt ihnen mal ne Chance!

agador spartacus – agastonishing

Die Herren haben wohl mit Abstand am längsten gewartet auf ihre Review. Ihre CD kam schon im Januar 2019 raus. Ich denke aber, ich habe sie allerfrühestens im März 2020 in der Hand gehabt. Und da blieb sie nicht lange.
Die CD ist prächtig aufgemacht, wahnsinnig aufwendig. In einem A4 Karton gefaltet mit einem Aufkleber als Siegel den man leider aufreißen muss.
Den Aufwand, den die Band Agador Spartacus mit dem Artwork, wie wäre das als LP gewesen?, wahnsinn!!!! betreibt, bleibt musikalisch irgendwie stecken. Im weitesten Sinne ist die Musik wohl Indierock mit einem Schuß Punk, Post-Hardcore. Sie orientieren sich sehr an den großen Bands des Business wie Beatsteaks, RedHotChiliPeppers, QueensOfTheStoneAge. Passt bei mir nicht so rein. Ich sag mal so: ich hab eine ganze Runde geschafft, kann man mal anhören, bleibt aber leider nicht hängen. Mir persönlich schlicht zu wenig Punk. Wer hätte es gedacht!
Gebt der Band trotzdem mal ne Chance, sie haben viel Leidenschaft am Start, evtl. hört ihr das anders!

dangerboy– amoria (essen)


Dangerboy spielen NeueDeutscheWelle angehauchten Deutschrock. Gesanglich, die Sprachlichkeit erinnert mich sofort an DxBxSx aus Berlin. Freche Schnauze, lakonischer Humor.
Es sind Stücke bei, die sind etwas rockiger, Rockabilly, etwas Genre-übergreifender. Extrabreit.
Ist nicht so ganz mein Style, muss aber den 14 allerdings unbedingt das Kompliment machen, dass sie super aufgenommen und toll gemischt sind. Man kann Eangerboy echt bedenkenlos durchrauschen lassen. Was ja  wiederum nicht gerade ein Kompliment ist. Sorry. 
Schön aufgemacht in einem Gatefold Pappschuber. Klasse Cover.
Erschienen bei recordjet was auch immer das für ein Label ist. Die Homepage ist schon mal sehr witzig, ja.

 der feine herr soundso – wann, wenn nicht irgendwann? (hamburg)

Schon eine Weile hab ich sie auf dem Schirm. Ganz klasse fand ich die Split 7inch mit Moloch. Hatte ich bei einer Bestellung bei Tante Elfenart mitbestellt. Nachdem ich ihr Demo Beweisstück A hier ja schon feierte.
Der Feine Herr ist sich von der ersten Sekunde an nicht zu schade die Themen dieser Zeit aufzugreifen Billigfleisch, Brot & Böller, Feminismus. Ich habe leider nicht die LP bekommen, sondern „nur“ die CD, deswegen gibts nun auch ein kurzen und knackigen Review: 13 Songs sind darauf. Die Herren wagen was, so vong Gitarrenmelodien her, melancholischer Deutschpunk, der auch mal schön nach vorne gespielt wird, kommt und bisschen aus der rockigeren Ecke… so so richtig zuordenen kann ich es nach Song Nummer 5 noch nicht. Man spielt mit den Möglichkeiten, was die Musik vielfältig macht und gegen Hörgewohnheiten arbeitet. Wo sie dich musikalisch im Unklaren lassen haben Sie dafür ziemlich klare Ansagen, zum Beispiel „hottest Chicks in Punk“. Ganz klare Absage an Sexismus auf irgendwelchem Festivals.
Insgesamt ganz coole Aufnahme, nettes Cover, coole Band, heiß zu empfehlen!
Aus dem Hause Bakraufarfita und auch Hochdruck MuSick. Wie auch der nächste Release.

lache – schlechte zeiten (köln)

Lache, da frage ich mich natürlich ob mit dem Bandnamen das Lachen meint oder die Lache im Sinne einer Flüssigkeitsansammlung auf der Strasse?
Fünf Stücke sind drauf und der Vierer bringt uns über Metal und Rockelemente angehauchten Deutschpunk mit einem sehr lakonischen Gesang, der in seinen Lyrics einem sehr trockenen Humor versprüht.
Leider kommt er aber auch aus dieser einen Frequenz nicht raus auf der er intoniert. Die EP ist fein gemischt für einen Erstling, hat Druck an den richtigen Stellen, gut aufgenommen, witziges Cover auch! Es nimmt auf jeden Fall ein wenig den srpöden Charme der Lyrics vorweg: ein Abrisshaus und dem Titel „schlechte Zeiten“.
Eerschienen bei Bakraufarfita, schönen Gruß!

review: DxBxSx – die CD

Von Bakraufarfita habe ich diese CD zugeschickt bekommen. Sehr, sehr geile Mucke, nehme ich mal vorweg. Vinyl wäre auch sehr hübsch gewesen, denn CDs brauche sehr, sehr lange, bis sie mal in einem Player lagen und ein paar Runden drehen konnten. Ich besitze nur einen. Der ist fest im Auto verbaut. Und manchmal fahre ich kein Auto. Aber Vinyl, ja das läuft und läuft und läuft.

Hier nun das neueste Werk der irren Berliner Stonerpunkband mit Rio Reibeisenstimme am Mirko.

Wie ich schon bei ihrem letzten Output erwähnte: Die Musik spielt im Rahmen der benannten Berliner Schnoddrigkeit auf sehr hohem, schweißtreibendem, Schweinerockniveau.

Rock ist ja nicht so meins, aber: sie machen Punktexte. Bringen Vieles sowas von auf den Punkt. Die Musik abgrerockt und abgezockt, verdammt minimalistisch. Es gibt so viel davon abzufeiern, hoffentlich kommen sie mal ins Artcanrobert! Spaßfaktor hoch fünf, doch auch richtig richtig ernst gemeint. Klare Ansagen.

die nerven

sitzt meine bomber steht mir mein bart

hipsters nerven ist doch klar

oder auch schön, historisch:

die wende

die klamotten waren alt und selbst gemacht

musik kam ins kassettenfach

schabowski bringt den satz zuende

erst kam die akne, dann die wende

und zum Schluß klare Kante gegen rechts:

der typ

du sagst alles fremde ist eher schlecht

hier gelte schliesslich deutsches recht

deine sprüche sind hohl, dein kopf ist es auch

du bist nicht mein typ

Raus kam das schon letztes Jahr bei bakraufarfita, erschienen, auch ne nette Idee, als „die CD“ „die LP“ „die MC“ „der DL“

review: 100 KILO HERZ – weit weg von zuhause CD

100 kilo herz - weit weg von zuhaus
Die Band legt gleich mit so einigen Sehnsüchten und Wut auf die los, die sich zurückgeblieben fühlen und immer maulen und ihre dämlichen Argumente und Scherze für legitim halten. Weil halt….
Rodi, singt und spielt Bass, hat ne ordentliche Kante in der Stimme, was echt fetzt.
Ich hab n paar Runden gebraucht, denn das Gebläse bei so Bands ist nicht so ganz mein Ding. Ich kenn da jetzt so RANTANPLAN, LOS NUEVOS MUTANTES oder die MIGHTY MIGHTY BOSSTONES. Also 20 Jahre ist das sicher her, haha! Der Grat, wo diese Art Musik blöde wird ist, wenn sie unsäglich auf fröhlich macht. Doch das machen 100 KILO HERZ absolut geradeaus und richtig. Selbst wenn die Bläser mal eine lustige Melodei intonieren, dann geben die Lyrics und der passende Gesang die notwendige Portion Ernsthaftigkeit wieder dazu. Sehr sehr geil.

Da die Scheibe schon 2018 in Eigenregie erschienen ist, die Band total steil ging und sich die Finger live wund spielte, übernahm BAKRAUFARFITA den zweiten Release mit Vinyl. Und, zwinker, sie haben ein Gewinnspiel. Ein Wohnzimmerkonzert gibt es zu gewinnen!
Kaufen
Wer die Band also noch nicht live gesehen hat: hin da.
31.01.20 Düsseldorf, Zakk
21.02.20 Hamburg, Logo
22.02.20 Berlin, Musik & Frieden
11.06. – 13.06.20 Merkers, Rock am Berg Merkers
04.12.20 Hannover, Musikzentrum