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LP: v/a – fünf fäuste für ein halleluja

Gut Ding will Weile haben.
In diesem Fall „5 Fäuste für ein Halleluja“, wobei mit den Fäusten die beteiligten Bands gemeint sind.
T.I.M. – was ein SoloProjekt von Holger Voss ist, einem Altpunker, respektive einem, der schon in den 70ern aktiv war und immer noch ist. Erinnert mich Sound- und Songwriting-technisch sehr an die Zeit der Vemrischung des Punk mit der Neuen Deutschen Welle. Halt dem guten Teil davon. Aus Lüneburg, und das schon wohl seit 1999 in dieser Form „Terrorist in Mind“.
Jerome 5 – die mich erstmal an gewohntes denken lässt, als ich die Dimple Minds Gedenkstimme höre, aaaber: abwechslungsreich! Wirklich einfallsreich in der Instrumentierung oder den eingesetzten Sounds auf Instrumenten und Gesang. Auch die ironischen Texte bringen ne Menge Fun, wie zB „baguette“. Geht so in Richtung Detlef.
Das Mad Monkey Massacre macht Melodic-Deutschpunk, mies gelaunt, deutsche Texte, so wie alle Bands hier auf der Compilation. Kommen Aus Flensburg. Mit „klopf klopf“ kommt ein Song, Fliehende Stürme gar nicht mal so unähnlich, mit der bandeigenen Prise Deutschpunk.
Rastlos – lassen mich erstmal etwas sprachlos zurück. Es ist sehr waviger Post-Punk. Das Gefühl, was die Musik bei mir hinterlässt ist eine Verlorenheit. Als ob die Musik nicht wüsste, wohin und das überträgt sich auf mich.
Jedenfalls: eher gediegen und ruhige Musik. Textlich kann man hinter den düsteren Bildern, nicht mehr finden, als das, was man dem Punk als Parolenhaft vorwirft. Wie auch immer, es handelt sich wohl um ein Projekt zweier Musiker, Kai (aka Rudi Rastlos) und Yoshi. Mit „Kurzschluss“ hab sie den wohl experimentellsten Song am Start. Irgendwie gut!
Dan Scary – Düsterpunk der mich an Die Angst erinnert, etwas reduzierter, sie brechen die Düsternis mit coolen Backing Vocals auf. Mal auch voll auf die 12, nach vorne, fordernd. Auch sie haben eher düstere Themen und (apokalyptische) Bilder, doch sie schaffen eine gute musikalische Abwechslung in ihr Songwriting zu bringen. Wie sie selbst von sich schreiben: „Dunkelpunk mit einem letzten Funken scheiß Hoffnung“. 100 Blumen sind da nicht ganz so weit von weg, wenn auch sehr anders, hehe.

Insgesamt ist das in einem Picture LP Cover verpackt, Rückseite mit Siebdruck die Titel drauf. 500 Stück gemacht, was üppig ist, greift also zu. Das grau-melierte des Vinyl lässt mich auf recyling Vinyl schliessen, ist aber nur ne Vermutung. 8 seitiges LP-Booklet mit allen Texten.
Nachdem ich nun 10 Minuten auf allen Bandcamp-Seiten gesucht habe, ja auf youtube und in Ecosia, und nichts gefunden habe außer Terence Hill & Bud Spencer, kann ich euch leider weder ein Songbeispiel posten, noch nen Link, wo ihr diese schöne Platte bekommt.
Geheimtipp also. Vrmtl direkt bei einer der Bands. Hier mal die Mail von T.I.M., dem Macher des Ganzen.

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MC: uli sailor – punkrockpiano vol I

Im Herbst 2022 kam dieses Tape mit dem Titel „Punkrock Piano Vol. I“ raus. Künstler ist Uli Sailor, der einigen sicherlich durch seine Tätigkeit bei der Terrorgruppe und früher bei den D-Sailors bekannt sein dürfte.
Alles Musik, Punk-Musik, die ich nicht höre, aus Gründen.
Wenn ich aber Piano im Zusammenhang mit Punkrock höre, fällt mir erstmal Richard Cheese (& Lounge against the Machine) ein. Klar, ist nicht aussschließlich Punkrock, was er interpretiert; und ich kann mir auch nicht alles anhören – aber lustig ist es. BigBand covert System of a Down. Musss das? Braucht man das? Diese Frage kann mich sich, ich weß, bei allem stellen. Aber hier geht es um das Spezielle. Punkrock also gespielt mit einem Piano.
Punkrock ist doch auf räudigen Instrumenten scheppernd gespielte Musik, right? Dabei die Instrumente nicht mal spielen kann, sondern es einfach tut. Und ein Piano setzt ja eine gewisse Fingerfertigkeit voraus. Es ist ein schönes Instrument, hat Volumen, äußerst harmonisch.
Ich lass das Tape also laufen und es ist, wie erwartet: toll. Super aufgenommen, ein gestimmtes, sauberes Instrument, Uli hat eine klare Stimme. Etwas mehr Druck wird erzeugt durch ein hinzukommendes Cello (Michael Schlücker).
Es klingt halt überhaupt nicht mehr nach Punkrock.
Durchweg sind es auch Nummern, die aus dem Melodic-Punk / Hardcore kommen. Allsda sind: Island Of Shame (Lagwagon), Linoleum (Nofx), Bullion (Millencolin), You Are (The Government) (Bad Religion), Anti-Manifesto (Propagandhi). Durchweg Nummern von Punkrock, die ich schlicht nicht höre. Uli Sailor hat sich, so kann ich mich aus seinen Posts erinnern, vornehmlich Stücke genommen, die ihn geprägt haben. Das mögliche (ich kenne die Songs schlicht nicht) Umarrangieren der Lieder ist gelungen. Für Mensch, der ein feines Gehör haben und nicht ständig so einen Deutschpunkrotz anhören wollen wie ich, ist das n Top Release!

Warum ich mir das reingezogen habe? Ich bin ein neugieriges Kerlchen geworden.
Inzwischen hat er eine zweite EP raus, auf der er sich nur deutschen Vertretern des Punkrocks gewidmet hat. Ab 25.02.2023 sind diese Songs erhältlich Terrorgruppe, WIZO, Casanovas Schwule Seite, Herrenmagazin and Schrottgrenze.
Artwork von SBäm.

Fazit: für Mensch, der das so hören möchte, wird das sicher eine easy schöner Abend, Uli erzählt bestimmt zwischendurch noch, warum er diese infantilen Texte so mag, jo, viel Spaß!

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fotozine: punxelated #3

Bereits im May 2021 als Corona-Projekt erschienen, ist das einfach ein super Zine, um sich richtig gute Konzertfotos anzugucken.
Marc Gärtner hatte eigentlich gar nicht mehr vor, eine Ausgabe zu machen, es vergingen 7 1/2 Jahre und eine Pandemie kam, um ihm den nötigen Anschub zu geben. Und ich nehme es vorweg, wie die größenteils fantastischen Fotos, sehr viele Bands, die ich mag und kenne, sind hier nicht drin. Was aber eben nicht wirklich „schlimm“ ist, denn Marc fängt die Stimmung auf den Konzerten megagut ein. Klar ist auch: er ist kein Anfänger.
Punxelated im Netz! Er war schon echt richtig, richtig viel unterwegs. Vermutlich als gebuchter Tourfotograf. Da er sich auf das Thema Punk konzentriert: da gibt es nicht sooo viele Bands oder Veranstalter, die sich das leisten können oder wollen, da gehört definitiv eine Leidenschaft dazu. Und die bringt Marc in ein paar Begleitworten klar zum Ausdruck.
A4 full color, 64 pages, 170g paper quality!
Kontakt über ihn direkt. Oder bei Facebook neue, aktuelle Shows. Im Shop noch alle Ausgaben erhältlich!

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MC: klaus kinks – Klaus K!nks

Klaus K!nks Demo habe ich hier zugeschickt bekommen – vor Monaten. Ich bitte vielmals um Verzeihung für einen maximalen Delay; kann aber sagen, dass es 1:1 steht, da die Band sich mit zwei Songs auf dem akutellen ProvinzPostillen-Tape präsentieren kann! Und den zu produzieren ging absolut vor.
Denn Klaus K!inks ist einfach gut!
Monatelang habe ich das Tape in der Hand, höre, schiebe es von links nach rechts und in dem Moment, in dem ich den Review schreiben will: ist es fort. Petrosilius Zwackelmann schnackelte mit den Fingern und machte daraus eine Erinnerung. Grmpfl. Ich hab das Foto also aus dem Review des Vinyl-Keks gerettet; zwinker.
Der Vierer um Frontfrau in Natalie Kink, alle kommen aus Ludwigsburg in der Nähe von Stuttgart, macht (sag ich jetzt mal frech) parodistischen Punk. Parodistisch, weil ich die Stimme von Natalie als befreiend ironisch empfinde. Eine ganz ehrliche Weise den Gesang vorzutragen, und nicht so drauf auf Thema; falls ihr versteht, was ich meine! Eine krass irre Mischung aus Horrorpunk, Debbie Harry, Kopfstimmen-Background, Klaus Kinks experimentiert ordentlich mich Stilmitteln. 
Ebenso mit musikalischen Stilen. Die Band selbst schreibt „stuck in the 90s“ aber ich höre da auch, vielleicht ob der selbstproduzierten Aufnahme, jede Menge roughe 80er. Der Bass dengelt mega, die Gitarre brazzt drüber. „blue light riot“ ist da ein absoluter MitsingHit!
Fest steht, es ist Punk. Aber auch ein Schlag Oi, stimmlich ab und zu etwas düsterer, aus dem New Wave entnommen.
Ihr Logo/Artwork ist das Enfant Terrible des Deutschen Schauspiels, wenn sie da musikalisch hin wollen fehlt momentan ganz klar noch die Publikumsbeschimpfung, aber vielleicht erlebe ich sie ja mal auf einem Konzert!

Hier ein Track, der nicht auf der Compilation ist:
erschienen bei Running Out Of Tape Records– hier gibt es auch super Shirts käuflich zu erwerben!

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7inch: neckarions – s/t

Die 4 Stuttgarter, rund um den aus Texas stammenden Sänger Ivan, hauen uns mit ihrer „The EP“ 4 Smasher um die Ohren. Musikalisch zwischen California-Punk und 80er Hardcore.

Doch zuerst mag ich mich mal über das echt coole Artwork Neckarions auslassen, nein, lobend erwähnen! Das ist wirklich mega! Hottercomix hat da voll ins 50er Jahre C-Movie Kästchen gegriffen und die Neckarions, aus Stuttgart!, ein absolut passendes Äußeres gemalt bekommen.
Wenn man sich nichts unter der Musik erstmal vorstellen kann und das Cover sieht: ich finde, da ist drin, was drauf ist!

Aus der Unterwelt des Abwasserkanals in Gotham City hat Hottercomix die vier Superfischhelden aus Sin City (so heißt der Ort wirklich, aus dem die vier Stuttgarter entsprungen sind) auferstehen lassen. Untermalt wird das heiter in Grüntönen gehaltene Kiemenspiel mit einer Art Horrorpunk. Irgendwo zwischen Dead Kennedys (ich denke, sie werden oft mit ihnen verglichen – wobei sie wirklich kein lauwarmer Abklatsch sind sondern der Sänger einfach diese „Note“ hat) und Neckarions. Auf der Rückseite ist dann das grüne Biest aus der Zwischenwelt.
In der Hülle versteckt sich eine passend giftgrün-transparente Single mit vier Songs. Im falschen Licht betrachtet, könnte es auch Gold sein.
Die klagende Stimme des Sängers scheint auch permanent bemüht zu sein, jedem vorbeilaufenden, halbwegs spießig ängstlichen Spaziergänger die Penunzen aus der Tasche pressen zu wollen; und bereitwillig gibt man schnell alles, was man hat, um wegzukommen vom glibberigen Wesen! „Rise“

Die Melodien sind düster getragen, fordernd im Mid-Tempo-Bereich zieht der Vierer seine Kreise. Ein wenig Distortion auf dem Bass, gesprochene Vocals, mal rufend aus dem Dunkel der Strasse. „Dead Fish“
Es geht eher um den Aufstieg irgendwelcher fiesen Wesen, als um die freudige Zusammenkunft von bunten Waschlappen.

Das hier ist handgemacht, schwer, dunkel und treibt einen nach vorn durch die Strassen deiner Stadt. „a secret kept“.
Um in „Sin City“ zu landen.
Insgesamt ist die zweite Seite etwas flotter und griffiger als der düstere Zwilling auf Seite eins. Was das ganze Werk aber wirklich abwechlsungsreich macht!

Die 7inch bekommt ihr beim Label direkt im Shop 30 Kilo Fieber.
Ich komme allerdings aber auch nicht umhin zu erwähnen, dass es nun ein Tape bei Kloppstock Records gibt, mit den neuen Stücken und denen der CD „the rise of….“ auf 50 Teile limitiert. Das ist auch ziemlich cool; also das Label, wie auch der Release!


Dieser Review ist bereits beim Keks erschienen 😉

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MC: kapot – place to be

Kapot!
„place to be“ ist endlich raus auf MC. Was irgendwie total schade ist. Denn die erste Platte „alle geht kapot“ ist als LP erschienen, nun „nur“ ein Tape. Ich mein, ich bin glücklich damit, sagt mir aber auch: ihr habt die Platte nicht gekauft! Geht gar nicht. So wie die famose Karmakopter Scheibe nicht zu haben. Das ist ein Affenmesserkampf!
Nun, glücklicherweise gibt es beim herausgebenden Label ein Bundle. Zuschlagen; im Sinne von bestellen! Rilrec
Ich kann nur vermuten, woran es liegen mag: die langen Produktionszeiten bei Vinyl? Keine Kohle?
Egal, digital reicht das ja im Grunde auch; ich mag halt ab und an ein Tape in mein Tapedeck schieben, es hat definitiv etwas Entschleuningendes, da man dem kompletten Release nicht entkommen kann!
Der Titelgebende Song „place to be“ war ja schon auf der Compilation der Ausgabe 8 auf Tape raus.

Insgesamt haben sich Kapot stark verändert. Die Aufnahme sind wesentlich dichter als auf der LP. Den Punkrock haben sie ein wenig verloren und sind eher hardcorig. Vorher war da mehr deutschpunk gepaart mit krass schnellen Beats, superabwechslungreichen Songwriting, was immer wieder den Hardcore kippt. Das ist nun eben: Hardcore.
Verdammt gut gespielt. Miley Silence (dreihardcore-grrrls und einem kerl aus Hamburg) machen die Gangshouts, funktioniert alles megagut.
Ich bin halt mehr so der Punkrocker. Was soll ich machen: ein wenig den alten Zeiten bei Kapot hinterhertrauern. So, jetzt isses raus.
Gebt Kapot ne Chance, lohnt sich ab-so-lut!

Superabgeklärtes Spiel, klasse Texte (lest bei Bandcamp mit), top Bandname, gemischt von Yannig; es gibt wahrlich nichts zu maulen!

Video „gregor“

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fanzine: ProvinzPostille #9 IST OUT NOW!!!!!11!!!1!!!

It’s a blast!
So großartig! Felix hat wieder grandiose Interviews geführt mit Bands, die kaum Reichweite haben und durch die ProvinzPostille endlich ihren Durchbruch schaffen. Zudem sie als Audio auf einer unheimlich tollen Compilation dem geneigten Publikum zur Verfügung gestellt werden.
Diese kann man per Nachricht käuflich erstehen. Man möge beachten, dass der Tonträger exklusiv auf Magnetband erschienen ist, 3€ (zzgl Porto) kostet, und absolut strengst limitiert ist auf sechsundsechzig handgewölbte Exemplare.
Kaum einer in diesem doch oft so engstirnigen und konservativen Lande versteht es so gut wie Felix, die Zeichen der Zeit, der momentanen musikalischen Ergüsse kreativer Musiker*innen so in 90 Minuten zu gießen wie er. Ein Füllhorn wunderbarer Musikwerke spült den Hörer*innen hinein in eine zauberhafte Welt der genreüberflutenden Rhythmik.
Für die Digital Natives der neuen Welt(Ordnung) gibt es das Ganze Werk auch noch exklusiv auf digitalem (Nähr)Boden, fruchtbar, ganzjährig erntereif. www.provinzpostille.bandcamp.com
Und so fantastisch wie er mit Musik umgeht, weiß er auch mit Worten und Fragen an die beteiligten Bands zu glänzen.
Kritisch, hinterfragend, niemals zynisch, immer am Puls der Zeit, aktuell bis ins Mark hinein, stellt er uns Bands vor, wie wir sie bisher noch nicht kannten.
Aktuelle Fotos von Liveereignissen von Magdeburg bis Freiburg im Breisgau; allesamt besucht, fotografiert und beschrieben von Felix.
Druckerzeugnis, handgemacht, zwei-Farb-Linoldruck auf hochqualitativem 80-Gramm-Kopierpapier.
Gastbeiträge die die Internationalität des Fanzines, ach was sage ich: des Magazins steigern!
So lange, bis Ausgabe 10 kommt.
Jetzt aber im Ernst:

Viel Spaß beim Lesen und Hören!
Wer eine Ausgabe bezihen möchte: bandcamp oder mail redaktion Ä provinzpostille.de

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LP: shitty life – switch off your head

Eine schöne Entdeckung aus Italien, die ich bei Spastic Fantastic bestellt habe. Shitty Life. Zuerst hat mich das Cover angesprochen, dann die Musik, ist doch ein Volltreffer! Release von 2018. Danach nichts mehr, auch bei FB tut sich nicht viel; diese Band gibt es wohl nicht mehr – obwohl – halt! auf dem Pfingstfest in Mannheim dieses Jahr habe ich sie entdeckt. Ich konnte leider nicht hin, aber dort waren sie! Nichtsdestotrotz, odergeradedeswegen:
Zwischen manchen Pogo-Smashern und richtig flott nach vorne gespielten 77er Punkrock ist das ne heiße Empfehlung! Nicht zu viele Singalong-Hooks.
Texte zwischen Selbstzerstörung, Selbstzweifeln und Selbstaufgabe.

 

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festival: gutensglück #1 – peppone

Peppone vorstellen: aaaalso
angefangen haben Normen (git), Dennis (bass) und Jens (git/voc) wohl vor so circa 12, 13 Jahren. Damals noch „Beatboxpunkrock“ genannt, weil sie keinen Drummer mehr hatten und mit einer Maschine weitermachten. Aus den Trümmern der Band Braying Boredom.
Jens bekam schnell das Kompliment gesanglich den Boxhamsters recht nah zu sein. Jein. Jens singt, wie Jens singt und schreibt da auch nicht ganz ähnliche Texte.
Musikalisch auch eher Post-Punk, Midtempo, eher liebenswert als mitreißend. Wobei, liebenswert ja auch heißt, dass es da Herz mitreißen kann, nicht nur physisch. Irgendwie lernten sich Peppone und Tuba in Magdeburg kennen (ich hoffe doch sehr auf einem Konzert von Ben Racken und pADDELNoHNEkANU, da wir in der Repkowstrasse spielten, hihi). Die Zeit lief dahin und man probierte Peppone mit Schlachtzeuch aus. Seitdem:

Sie haben drei Alben rausgebracht. Die „s/t und „ohne grund“ sind, glaube ich, noch ohne Tuba, die aktuelle Scheibe „beste Aussichten“ dann mit ihm. Jens ist sehr umtriebig was die sogenannten „Bootstouren“ auf der Elbe bei Magdeburg angeht. Normen und Dennis veranstalten also ein kleines Festival „Gutensglück„. Die Frage nach dem WiesoWeshalbWarum liegt also nah. Wir sprachen an Tag 2, nach dem Auftritt von Peppone.
Dies ist auch das letzte Interview, denn mit den verbliebenen Bands Keele und Detlef sprach ich aus Gründen nicht, könnt ihr im Festivalbericht nachlesen.

Normen:
Wir haben auf diesem Platz schon öfter Konzerte gemacht. Gemeinsam mit Lars, dem das Grundstück gehört, besprochen, dass wir mal zwei Tage auf die Beine stellen wollen. Was auch daran lag, dass wir Bands gesammelt haben, die wir uns vorstellen könnten und waren dann schnell bei zwei Tagen!
Wir wissen jetzt auch nicht, ob wir das ein zweites Mal machen wollen. Es ist ein erster Versuch.
PP:
Hat der Versuch funktioniert, kannst du das absehen?
Normen:
Finanziell ist das gerade so aufgegangen. Und Viel Arbeit ist es ja auch. Vorher zwei Tage Aufbauen. Sonntag und Montag werden wir hier noch aufräumen, aber klar, das macht schon Spaß!
PP:
Heißt also die ganze Crew hat das Non-Profit betreut?
Normen:
Ja! Wir haben das aus Gründen der Freundschaft gemacht. Ist auch keine wirklich offizielle Veranstaltung. Wir stören hier niemanden und eine gute Zeit haben.
PP:
Es gibt keine Pläne für die Zukunft?
Normen:
DIe Rückmeldung ist schon, dass es alle wirklich schön fanden und deshalb wir das schon noch mal machen werden.
PP:
Spielen und organisieren, das ist ja doch auch ziemlich viel zu tun…
Normen:
Ja, oft machen wir den Sound auch noch selbst! Da haben wir gesagt, wir engagieren jemanden, der das für uns macht.
Dafür konnten wir uns jetzt nun auf die Gäste konzentrieren.
PP:
Würdest du andern raten, das also auch zu machen?
Normen:
Auf jeden Fall! Klar, man muss halt an derart Locations kommen. Sollte jede*r machen!
PP:
Top! Vielen Dank.

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festival: gutensglück #1 – grüner star

Grüner Star aus Hamburg sind mir sofort in die Ohren gesprungen, weil sie ganz wundersamen Indiepunkrock machen.
Ich sag mal so: ich fand die Startposition an Tag zwei des Gutensglück ein wenig schaden, denn Grüner Star fetzen, was sie dann auch mit spielerischer Leichtigkeit zeigten. Ihre Bühnenpräsenz ist etwas Besonderes. Man hat so ein wenig das Gefühl, dass dort ganz schüchterne Menschen stehen, die erst durch die Musik aufblühen; wie ne Blume auf einer Sommerwiese beim ersten Morgenschein.
Das muss man erstmal hinbekommen!
Nach dem Auftritt schnappte ich mit Sänger Nils, um noch ein paar Takte zu schwätzen. Weitere Musiker sind: Andreas (Drums), Florian (Bass), Stephan (Gitarre).
PP
Meines Wissens gibt es euch seit ca. 7 Jahren, ihr habt zwei Alben raus „durch die Zukunft Richtung Nacht“ und „Hauptsache, es bleibt friedlich“ und eine Split 7inch mit Elmar. Euch ist wohl in die Promo des aktuellen Albums der Schwerlaster Corona in die Seite gerauscht. Heute ein Konzert….
Nils
…. es ist das zweite Konzert, diese Jahr, heute gewesen. In Hamburg haben wir nach knapp zwei Jahren das Recordsrelease gespielt. Das war es schon für dieses Jahr, denn das Konzert in Bremen mit Turbostaat im Oktober ist leider abgesagt.
PP
Pläne?
Nils
Für’s weitere Leben?
(lachen)
Wir sind jetzt nicht so eine Auftrittsfleissige Band. In 2023 wird sicher was kommen. Wir werden uns darauf konzentrieren was wir immer machen: neue Songs schreiben und dann eine neue Platte!
PP
Man munkelt über fantastische Vorlaufzeiten für Vinyl.
Nils
Davon haben wir gehört, uns aber nicht damit beschäftigt. Wir werden ins Studio gehen, sobald wir genug Lieder haben, die wir aufnehmen wollen. So ist die Art & Weise, wie wir das machen.
Wir backen da eher kleine Brötchen. Auch was Konzerte angeht. Wir freuen uns sehr, Konzerte spielen zu können, aber aus familiären Gründen können wir keine Tour mehr machen.
PP
Vielleicht ergeben sich ja hier neue Connections!
Nils
Wir sind keine großen Networker. Faktisch sind wir Eigenbrötler.
(lachen)

PP
Maximaler Spaß beim Spielen ist euch anzusehen, ebenso die Freude!
Nils
Ist das so?
(lachen)
PP
Da ist sicher der ein oder andere Funke übergesprungen!
Nils
Wir spielen wahnsinnig gerne Konzerte! In den letzten zwei Jahren haben wir das Gewicht darauf gelegt die Platte zu machen; und zwar so, wie wir uns das vorstellen. Wir sind da realistisch! Das Rad haben wir nicht neu erfunden, bewegen uns musikalisch da in Wegen in denen man jetzt nicht mehr Massen bewegen kann!
PP
Jetzt rede das nicht zu klein! Der Neustart ist schon eine besondere Herausforderung. Seine Kontakte da zu reaktivieren stelle ich mir auch recht mühsam vor, manches Mal.
Nils
Dann anders: wir sind ne DIY-Band, kommen aus dieser Kultur, machen die Dinge auch weiter so. Und auch wenn wir so nicht mehr klingen verstehen wir uns als Punkband, von der Haltung her. Ich glaube, es hat sich da viel verändert in den letzten Jahren. Im sogenannten Punk-Bereich haben sich Dinge professionalisiert und kommerzialisiert.
PP
Faktisch kommt aber auch schon dazu, dass es sowieso die Entwicklung gibt, dass es immer weniger Spielstätten gibt. Als Folge von Corona wird dann zusätzlich noch einiges schrumpfen, was kapitalisiert wurde.
Da könntet ihr doch nochmal ein Grüner Star werden, denn diese Szene war immer DIY und die, die durchhalten sind die, die das alles in Bewegung halten.
Nils
Ja! Ich wollte das jetzt wirklich nicht kleinreden in Bezug auf unsere Musik. Es ist halt in diesem Rahmen schon konservativ, was wir machen. Wenn ich beobachte, was so passiert, dann hat sich das Musikalische ja auch diversifiziert. Dinge sind angesagt, die einfach ganz anders klingen. Und realistisch ist dann einfach, dass wir das so machen, machen es gerne und sind weiterhin Menschen, die sich in diesem Rahmen bewegen und verorten! Und wir spielen, zu den Bedingungen, die wir alle kennen, dann kommt es eher darauf an, ob es jemanden interessiert.
Wenn sich Leute dafür interessieren, dann freue ich mich!
PP
Das ist doch mal ein Schluß. Vielen Dank!
Nils
Danke dir!
Ich finde das übrigens ganz toll, was du machst.
(und bevor wir uns in Lobhudeleien ergingen, schaltete ich das Mikro aus, wir holen uns ein Bier und freuen uns an der nächsten Band Interna)

Hier auch noch kurz der Hinweis auf den Bericht von Steven Frame, Gitarre und Gesang bei Interna, der das „kapitel 2“ des Festivalberichts geschrieben hat!