7inch: briefbombe – deutsche pest

Wenn eine Briefbombe in der Hauspost liegt mit dem Vermerk „dachte, dass könnte dir gefallen“ muss ich das ja anhören, richtig?

Ein 7-Zöller mit 10 abgefertigten musikalischen Nachrichten.
„deutsche pest“ ist ein Wortspiel im Titel und das zieht sich ganz herrlich durch alle weiteren Songtitel auch.
Auch fast schon Tocotronic’sche Titellängen, wobei diese hier wesentlich direktere Ansprachen sind, als erwähnte Band jemals zu Papier bringen würden.
Briefbombe verschicken alles mit einem wahnsinngen Augenzwinkern und einer Ernsthaftigkeit, die wiederum mit einem Nihilismus vorgetragen wird, den es im doitschen Paketversand so kein zweites Mal gibt.
Was soll ich viel sagen, schon im Bio-Text steht alles drin, was man wissen muss. In einer wunderbaren klar (ab)gestempelten Botschaft

(…) gibt es auch diesmal ordentlich Blast-Beats, Geschrabbel und Gebrüll. Inhaltlich wird handfeste Kritik an den Arbeitsbedingungen bei verschiedensten Logistikunternehmen geboten gewürzt mit einer Prise stumpfest möglichen Verbalradikalismus.

Genau.
Track 10 ist eine Kurzgeschichte über einen Postkutschenüberfalle – Geschichtsanekdoten also inklusive.
Möchte ich gerne mal live sehen! Habe ich neulich wohl verpasst und dieses Frühjahr machen sie einen Bogen um Ba-Wü.
Um doch noch ein paar Worte zur Musik zu verlieren:
es sind ein paar richtig richtig gute Riffs dabei! „praktikum bei der deutschen post“ist so eins. Das Artwork ist famos! Im Song „der bissige hund“, der mich auch zutiefst gerührt hat, sehr schön in Musik gegossen!
Manche Riffs sind dann allerdings auch sehr auf die eins, da geht es wohl mehr um den Paketinhalt, als um die Verpackung.
Alles in allem eine runde Sache, wie man so sagt!

Erschienen via RilRec und Spastic Fantastic.
Schwarzes, gefaltetes Inlay, dicker Karton, alle Texte in klassischem Punk-Schreibmaschinen-Typo. Grünes Vinyl.

 

 

fanzine: plastic bomb #134

Wenn ihr das lest, bin ich schon ein paar Tage wieder zurück aus meinen Ferien und fütter den Äther wieder mit Buchstaben, belebe diesen Blog.
Ich habe die Haustür aufgemacht und eine Ladung Magazine lag in der Post. Druckfrisch, sagt man.
Unter anderem auch das Plastic Bomb, dass ich an dieser Stelle mal wieder erwähnen möchte, weil es mir, ich nehme das vorweg, direkt Spaß gemacht hat, es zu lesen!

Zuerst lese ich tatsächlich mal das Vorwort von Ronja und Ronny, da ich online schon gesehen hatte, dass sie ihr Gen Y Doku-Projekt abgeschlossen haben.
Und je mehr ich lese, ich bin ja aus dem Filmgeschäft (schneide ja auch selbst die Clips meiner Band und auch mal von anderen Bands), desto mehr kann ich jedem Wort darin einfach mal beipflichten! Ja, es ist ein waaaahhhnsinn, den man sich mit einer Doku antut!
Mit Flo Opitz (Dokumentarfilmer) hatte ich mich ja in Ausgabe 11 unterhalten, auch der kann das bestätigen!
Man gibt erstmal unheimlich viele Stunden da rein. Sei es Recherche, Interviews, Vorbereitungen, oder am Ende erstmal sein ganzen Geld, weil man an die Sache, die man da machen will, felsenfest glauben „muß“. Sonst klappt’s nicht.
Mein alltertiefsten Respekt haben sie dafür, egal wie die Doku geworden ist, zwinker. Erstmal herzlich beglückwüscht zur erfolgreichen Beendigung dieses Mammut-Projekts!

Dann bin ich auf das Thema KI und Plattencover gestoßen. Und als ich dann von Punks’n’Banters den Beitrag entdeckte, entschloß ich mich, einen neuen Beitrag dazu in meinem Blog aufzumachen.
Wenn fertig, dann poste ich ihn natürlich.
Erstmal der Link zu FB.
Zurück zum Plastic Bomb, ihr merkt, das Thema ist auch bei mir angekommen und beschäftigt mich, in dem sich Ronja mit einigen Bands auseinandergesetzt hat, die KI für die Artwork-Gestaltung genutzt haben. Nun sucht sie nach Pro- und Contra-Argumenten, die aus dem vorhandenen Material entstanden sind. Ebenso hat sie die Bands direkt auch gefragt, wie die Bands KI in der Musik nutzen.

Bei dem Thema bin ich also erstmal hängengeblieben. Ronja hat da schon genügend Punkte, Aspekte zusammengetragen, um sich „ein Bild“ zu machen.
Also ich fand die beiden Themen absolut spannend und anregend. Danke.

Die Rezi zu „tanz auf dem vulkan“ fand ich absolut zutreffend. Und finde es selbst ein tolles Buch, meine Rezi kommt noch!
Berlin 2.0 wiedermal in einem Heft im Interview, sie werden echt ganz schön durchgereicht. Interview inhaltlich ein wenig anders als bspw im Trust, das war gut so!
Briefbombe – saucool!
Bericht „punx with depression“ von Brösel, bin ich gespannt drauf, den les ich noch. Arrested Denial, die Platte hat mir gar nicht gefallen, so habe ich das Inti übersprungen.

Wo sind den die 21st Century Punks hin? Schade, aber gibt es wirklich so wenige junge Menschen 😉
Durchweg gute Nummer, die #134!

Ihr bekommt das Heft natürlich einzeln oder im Abo im Shop.

digi: warblob – tape recording

Alright! Warblob! HC/Punk aus Los Angeles, CA, USA!
Aufmerksam geworden auf die Band bin ich durch den Vokalisten, Sean, der auch Schlagzeug bei Surfbort spielt. Auf Surfbort wiederum bin ich vergangenen Sommer total kleben geblieben und habe die Band seitdem regelmäßig auf den Ohren.

Warblob läuft mir aber genauso gut rein: Primitive Musik von begabten Musikern, da geht mir das Herz auf! Das Release ist übersäht und aufgefüllt mit irgendwelchem Krach, Cuts und Klang-Collagen, die wirken wie Zement zwischen den Liedern. Das Ergebnis trifft mich jedes Mal wie eine Mauer aus Ziegelsteinen mit schäbigen Graffitis, fuck yeah!

Erster Track: „Warblob“ von Warblob! Der Sänger singt oft das gleiche, irgendwie geil. Ist es das, was man „Pocket“ nennt? Die Vocals haben einen eigenen Groove, trotz der betonten Stumpfheit. Zweiter Track, eine Bassline für die Götter, dazu dissonante Gitarrenmelodien. „I’m not talking to you. You’re not talking to me.“

Im folgenden wird auch gerne mal ein Takt eingeschoben, that’s songwriting, Baby! Düster geht es einher, der Drummer hat es echt drauf, geile, simple Parts, tolle Dynamik und teils höllisch schnell gespielt.

Das kann man auch auf YouTube bewundern, es gibt eine recht gute Aufnahmen eines Auftritts einer lokalen Show in Los Angeles.

Dann eine neue Szene-Hymne: „You smell like weed and butthole“, wer kennt es nicht, diese Typen aus dem Bus oder dem selbstverwalteten Kulturzentrum, die schlicht nach Arsch riechen.

Die Herren Warblob wissen einen musikalischen Bogen zu spannen, wie „Terror Fried“ zeigt. Am Ende des Liedes, Mucho, nimmt der Track nochmal richtig Fahrt auf, mucho geil halt.

Von langsam bis schnell ist alles dabei. Die Songlängen bewegen sich zwischen einer Minute und Dreißig und zwei Minuten. Gönnt euch dieses hochverdichtete Stück Punk und werdet Teil des (War)Blobs!

 

video, LP, MC: paddelnohnekanu – niemand liebt dich mehr

ENDLICH ist das Ding raus.
Hörts euch an. „niemand liebt dich mehr“ 36 min. 12 – 13 Songs, je nach Zählweise auch nur 11.
Kauft euch das heute Abend auf unserem Releasekonzert oder macht was ihr wollt.

Hier unsere neue Videoclip zu „nietendeckel“
in diesem Fall kann man schon sagen, wir haben keine Kosten, und all die lieben Menschen, keine Mühen gescheut, an einem frostigen Januar-Tag in Stuttgart auf den Pragfriedhof zu kommen und uns zu helfen!

Komplettes Album auch komplett online
BC – Link folgt.

video: paddelnohnekanu – alles gut, ich warte

Als ich das Video geplant habe, ja, es geht um meine Band und den Quatsch, den ich so treibe, hätte ich nicht gedacht, dass ich die knapp sechs Minuten Spielzeit gefüllt bekomme.

Im Sommer ’25 einen Schreibtisch leergeräumt, einen Haufen Zeug aus meinen Archiven gezerrt, Schreibmaschine, altes Laub, ein Telefon mit Wählscheibe, Stifte, Papier, und mich an die Arbeit gemacht.

Lasst n Kommentar und ein Abo da.
Liken ist was für „ich guck nicht aber schön dass ich da war“ – Menschen.

Schaut auch weiterhin in unseren Kanal, da gibt es JEDE Menge Stuff zu unserem neuen Album, welches am 20.02. via Majorlabel und Krachige Platten veröffentlicht wird.

 

LP: allee der diktatoren – antifunktionierer

Man muss ja nicht immer gleich ein neues Genre aufmachen, aber bei der Allee der Diktatoren muss ich etwas an den „Punkrock“ anfügen, was da so gar nicht reinpassen will. „Kraut“. Lest weiter und ihr werdet erfahren, welch ausgetretene Pfade auf dieser Platte verlassen werden.

Ein Splash-Cover ist quasi zu zerstören, um an die LP zu kommen. Ich find das ja tatsächlich ganz witzig, wenn man Cover upcycled. So Dinger, die eh in 1€-Kisten verlottern und auf jemanden warten, der sie in ein Archiv überführt, sind doch bestens dafür geeignet, neue Cover draus zu machen.
LP kommt weg, Innenhülle kann man auch noch wiederverwenden, Außenhülle wird mit Siebdruck versehen.
Allee der Dikatoren sind aus einem gelben Farbeimer auf die Frontseite „geworfen“ worden. Sehr schön!
300 Plattencover vorne und hinten zu bedrucken ist aber auch ordentlich Arbeit, das kann ich euch aus eigener Erfahrung sagen! (endlich eine:) (x)punkArbeit hat diesen Auftrag ganz vorzüglich erfüllt!

Zur Musik gibt es dann doch auch etwas zu sagen.
10 Lieder, je fünfe auf einer Seite, und eigentlich enttäuschen mich die Allee der Diktatoren. Bei Abbruch Records hab ich jetz nicht mit so Singer-Songwriter-Mucke, vermischt mit Krautrock, gerechnet.
Bisschen Ton Steine Scherben, Milliarden oder auch Spaß-Rock-Funk wie alte Red Hot Chili Peppers, dazu rotziger Punk mit ziemlich wild klingenden Verzerrern.
So ernst die Texte gemeint sind und so ernsthaft sie auch formuliert sind, ist doch sehr viel Spaß in der Musik und der gesangliche Vortrag könnte auch bei einer Funpunk-Band stattfinden. Der Vocalist hat ganz offensichtlich tierisch Freude daran, alles komplett durchzusingen, da er sehr viel Spaß hat mit seinen Melodien. Da bleibt einiges hängen.
Mal abgesehen von den Texten!
Auf Seite 1 ist es „jeden Tag ist Krieg“, der ganz großartig gedichtet ist!

von Mund zu Mund
von Ohr zu Ohr
schreit eure Dummheit laut im Chor
meine Mission heißt
jeder gegen jeden
und eure Spaltung ist das, woran mir liegt
jeden Tag ist Krieg

Musikalisch erinnert mich das Straighte, nach vorne Gerockte an DxBxSx. Da biegt dann auch mal ein triodischer Part auf die Allee der Diktatoren! Einige beinharte Punks werden mit den Ohren zucken, wenn sie das hören oder lesen, denn beide Bands sind wahrlich keine Punkrocker. Nein, es ist ein Ventil, jede Menge (in Musik verpackte) Kritik loszuwerden.
Seite 2 wird eindeutig rockiger.
Sie bedienen sich schon bei bekannten musikalischen Motiven, „manipuliere mich“ habt ihr sicher schon mal bei ZZ Top gehört – oder sowas Ähnlichem! Wird rock-poppig. Eine wilde Mischung, auch ein wenig space-rockig, wobei Allee der Diktatoren nie einen Soundteppich machen, sondern immer schön drücken!
Im beiliegenden Infoschreiben steht, dass die Band das an zwei Tagen live aufgenommen hat. Was wohl bedeutet, wenn man die Platte durchhört, dass sie wohl sehr viel Erfahrung haben, gepaart mit unbändiger Spielfreude und erheblicher Präzision. Die haben schon echt Bock zu spielen.

„Architektur des Scheiterns“ ist dann der Song auf der zweiten Seite, den ich hier erwähnen möchte:

in den Fängen der Hoffnung
die nichts verspricht
weil sie weiß, dass Versprechen
am Ende viel zu oft
lügen heißt

Wer auf einen bunten Strauß Blumen steht, die einem auf der Allee der Diktatoren auf den Weg, vor die Füße geworfen wird: heb ihn auf, sammel sie ein, höre!

Den kompletten Release gibt es bei Spuckifei, da kriegt ich mich nicht zu. Hier also ein Deezer Link, dort gibt es nur einzelne Tracks aus dem Album. Warum eigentlich. Dann hör ich mir halt die Schallplatte an.

 

interview: #2 – stressfaktor – deutschpunk, landau (r.i.p.)

Vorklapp:
Nach und nach werde ich – bis Weihnachten – mal alle Printinterviews, auch längst verblichener Bands, hier online stellen. Ich pimp die noch ein wenig, Musik, Links, Fotos. IMMER DONNERSTAGS – zur Tea-Time.Auch die bereits veröffentlichten bekommen einen neuen Termin und werden angepasst.
Alle Ausgaben sind Out of Print und werden nicht wieder aufgelegt.
Ausgabe 13 eventuell in 2026!

INTERVIEW      STRESSFAKTOR

PP:
Moin Markus!
Euch gibt es schon so viele Jahre und ihr seid durch eine Menge Höhen und Tiefen gegangen. Und nun ein neues Album „Zurück auf Null“. Wieso dieser Titel? Habt ihr den Reset-Button gedrückt und seid noch mal 20?

Markus:
Ganz so einfach ist es nicht. Dieser Titel hat  für die Band und das Album mehrere Bedeutungsgrade. Die Band begleitet uns ja mittlerweile 17 Jahre und die Titel und die Songs gaben immer  ein Stück dieser Zeit wieder. So ist es auch bei „Zurück auf Null“. Zum Einen, da unser Wegbegleiter Christian (Bass) während den Aufnahmen seinen Rücktritt bekannt gab, was sich,  wenn du so lange zusammen in einer Bandfamilie bist und etwas weg bricht, anfühlt als würde man als solch eine wieder bei Null anfangen müssen.

Andererseits zielt der Titel auf den exponentiell schreitenden Entwicklungsprozess der Technik ab. In der heutigen Zeit wird alles Computergesteuert. In der Gesellschaft ist dies zu einer Abhängigkeit geworden, die aus dem Alltag vieler nicht mehr wegzudenken ist und 0 und 1 im Leben bereits fest verankert sind.

PP:
Euer Konzertkalender war dieses Jahr leider sehr leer. Macht ihr mit dem Album im Gepäck eine Tour in 2015 oder Konzertwochenenden?

 Markus:
Das ist wahr, aber in diesem Jahr hatte die Fertigstellung des neuen Albums absolute Priorität. Für 2015 erhoffen wir uns ein Konzertreiches Jahr – also immer her mit Konzertanfragen.

PP:
Laut Vita seid ihr nun seit 1997 zusammen als Stressfaktor unterwegs. Sehr oft spielt ihr seitdem auch mit der Band Ueberdosis Grau. Was verbindet Euch?

Markus:
Mit Ueberdosis Grau verbindet uns eine sehr lange Freundschaft (1995).
Und was macht  mehr  Spaß, als mit guten Freunden unterwegs zu sein, vor allem wenn man sich ansonsten nur sporadisch trifft? Da sind gemeinsame Abende schon etwas sehr schönes und  eine Seltenheit.
Zudem durfte ich ihre beiden Alben produzieren und veröffentlichen.  

PP:
Wie gut passt ihr nach so einigen Besetzungswechseln zusammen? Treibt euch eine gemeinsame Meinung an, oder gerade, dass ihr verschiedener Meinung seid?

Markus:
Die seit 2006 bestehende Besetzung ist wohl die intensivste die wir je hatten, da wir uns von der Grundattitüde her auf einem Konsens befinden.
Was den musikalischen Geschmack anbelangt, bestehen zwar etliche Diskrepanzen, aber das ist gut so, denn das macht das Ganze interessant und uns als Band auch irgendwo aus.

PP:
Seit dem ersten Album sprecht Ihr mehr die miesen Seiten im Leben an und brettert das mit geballter Gitarrenladung nach draußen. Hat sich in den 17 Jahren denn nun gar nichts verbessert, verändert?

Markus:
Natürlich gab es viele Veränderungen, ob diese nun gut oder schlecht waren sei  dahingestellt. Dennoch ist der Antrieb dessen was mich nicht zur Ruhe kommen lässt größer als der der „schönen neuen Welt“.

PP:
Was erwartet denn den Hörer auf Eurem neuen Album?

Markus:
Eine geballte Ladung dessen, was uns ausmacht.

Bei dieser einen Seite hatte ich es damals belassen.
Hier noch Stressfaktor mit „april“ – ist wohl das letzte Lebenszeichen gewesen

 

 

interview: #1 – no comply – Melodic Punkrock, Rastatt (r.i.p.)

Vorklapp:
Nach und nach werde ich – bis Weihnachten – mal alle Printinterviews, auch längst verblichener Bands, hier online stellen. Ich pimp die noch ein wenig, Musik, Links, Fotos. IMMER DONNERSTAGS – zur Tea-Time.Auch die bereits veröffentlichten bekommen einen neuen Termin und werden angepasst.
Alle Ausgaben sind Out of Print und werden nicht wieder aufgelegt.
Ausgabe 13 eventuell in 2026!

Interview NO COMPLY – geführt im März 2014

Ich kenne die Jungs schon ein paar Tage und weine mich schnell im Vorwort ein bisschen aus. Schon „immer“ wollte ich mit HÜNERSÜPPCHEN (1994-99) eine Bühne mit ihnen teilen. Dazu kam es nie. Dann gründeten wir 2002 pADDELNoHNEkANU und spielten immer noch nicht zusammen. Die Hoffnung stirbt zuletzt, haha! Die Provinz ist so klein, da muß das doch mal klappen.

Wahrscheinlich lag es auch ein wenig daran, daß man in der Jugend doch sehr kategorisch mit Musik umgeht und nicht einfach „Punk“ hört, sondern auch diesen aufmüpfigen Bereich, der so frei und laut sein will, in Schubladen teilt. pADDELNoHNEkANU gehörten schon immer zu denen, die auf Schubladen scheißen. Wir machen, wozu wir Bock haben. Und darum geht’s doch?

In diesen 2010er Jahren nun gilt es wohl das Fähnchen „Punkrock“ wieder ordentlich mit der geballten Faust in die Luft zu strecken, da es inzwischen ja so ist, daß wir für den Otto-Normal-Verbraucher in die Kategorie „Rock“ gesteckt werden. Und es sogar soweit geht, daß „die Ärzte“ und „Frei.blöd“ für die selbe Kategorie nominiert werden……

Ich lass das mal so stehen und widme mich meinen Gesprächspartnern von No Comply Daniel (Gesang) und Wagilö (Gitarre), mit denen ich mich im provinziellen „Hopfenschlingel“ auf ein naturtrübes Bierchen verabredet hatte.

PP
Seit wann gibt’s euch? Und wann habt ihr aufgehört?

Wagilö
2007 war unser letztes Konzert in der Rock n Roll Bar Karlsruhe

Daniel
1994 haben wir zu viert angefangen, da war der Wagilö noch nicht dabei. Da war noch ein anderer Typ dabei, da müssen wir aber nicht näher drauf eingehen. Da hießen wir noch „Schwiegermuttermilch“. Das ist ein Getränk aus Österreich. 75 prozentiger Schnaps. Ab 96 dann NO COMPLY.

PP
Dann habt ihr Euch um 398 Grad gedreht und euch nen neuen Namen verpasst?

Daniel
Der Wagilö kam mit rein und das war wohl auch so der Grund, die Band etwas ernsthafter zu betrachten. Und außer Josel sind wir anderen damals geskatet oder skaten heute teilweise immer noch, deshalb NO COMPLY

Wagilö
Da NO COMPLY ja auch ein Skateboardtrick ist, wie du vielleicht weißt?!?!

(Der Mikrofonhalter schüttelt den Kopf)

Daniel
Übersetzt heißt das „nicht mit allem einverstanden sein“.

Wagilö
Bei diesem Trick geht ein Fuß vom Brett und die Faustregel ist ja, das beide Füße auf dem Brett bleiben sollten. Und zum Punkrock, da wir ja anders sein wollten, sind wir nicht mit allem einverstanden! Punkrock trifft Skateboarding. Und im Namen noch beides abgedeckt. Passt wunderbar!

Daniel
Bevor wir uns umbenannt haben, coverten wir noch viele Sachen, wie Megavier (ein Projekt mit Gitarren der Fantastischen Vier, Anm.d.Verf.) oder Nirvana. Klar, natürlich auch NO FX, Lagwagon und SNFU. Unter NO COMPLY konzentrierten wir uns dann ausschliesslich auf eigene Songs.

PP
2006 habe ich auf einer ziemlich gute besuchten Jubiläumsshow im Artcanrobert gesehen, eure CD ‚Long way home‘ in Dauerrotation gehabt….. und dann wurd’s still.

Daniel
Jeder hatte nach 11 Jahren, mit der Band trotzdem auch große persönliche Veränderungen durchgemacht. Auch musikalisch ging jeder in eine etwas andere Richtung. Klar hörte jeder auch noch Punkrock, aber im Proberaum fanden wir nicht mehr so richtig zusammen.

PP
Was ist denn seit 2007 passiert? Die Veränderung hört ja nicht auf! Wie kamt ihr also auf die Idee, NO COMPLY nochmal aufleben zu lassen?

Wagilö
Weil wir damals jedes Wochenende auf Konzerten oder im Proberaum verbracht hatten. Das war geil! Das hat uns natürlich geprägt und irgendwo hat jedem von uns etwas gefehlt die letzten Jahre.

Daniel
Weil’s all die Jahre immer noch bei jedem präsent war. Es gab Zeiten wo wir uns sehr wenig gesehen haben, dann wieder oft, auch durch die Kinder, da drei von uns inzwischen Kinder haben. Der Einzige, der zum Glück gefehlt hat, war Ingo, der inzwischen in Hamburg lebt. Jeder hat sich, glaube ich, von dem Zwang gelöst, was tun zu MÜSSEN. Wir waren damals auf dem Weg unsere vierte CD einzuspielen. Durch die doch sehr unterschiedlichen Sichtweisen auf die Musik, haben wir uns im Proberaum irgendwie festgefahren. Stundenlang Teile aufnehmen wollen, die nicht passten. Da hat dann der Spaß an der Sache gelitten. Irgendwie hat man dann versucht den Scheiß einzududeln…. Das hat’s nicht gebracht. Keine Konzerte mehr, dann kam einer nicht zur Probe, nächstes Mal ein anderer nicht. Ist dann einfach zerfallen.

Wagilö
An den 10 besten Songs haben wir 3 Jahre lang rumgedoktert, war sich nur noch selten einig….

PP
Das wußte ich ja nicht, daß da ein viertes Album in Arbeit war. Und als ich neulich die letzte CD ausgepackt habe „long way home“ kam mir der Gedanke, daß das irgendwie eine selbsterfüllende Prophezeihung gewesen sein könnte! Von langer Hand geplant!

Wagilö
Klar, wir haben alles vorher gewusst, haha!

Daniel
Vielleicht hat das unbewusst eine Rolle gespielt. Die Hoffnung, daß wir uns wieder zusammenraufen….. Über lange Jahre war das nicht so einfach mit uns. Wir waren sehr verschieden. Und dann ist das natürlich ein langer Weg!

PP
Wieviele Konzerte habt ihr denn gespielt in den 11 Jahren? Und beste Story bis jetzt?

Daniel
Etwas über 100.

Wagilö
Der Bassist pinkelt aus dem 4ten Stock Backstageraum und 2 Minuten später tauchte jemand auf, beschwerte sich, daß wir kein Bier aus dem Fenster kippen sollen. Dann haben wir uns entschuldigt und die Party ging weiter!

Daniel
Bestes Konzert war wohl 2001 WÖRTH CUP (Skateboard Contest). Als Headliner kamen 4LYN und wir durften aber plötzlich nur noch 6 oder 7 Songs spielen, weil deren das Management das so wollte. Die im Publikum sind abgegangen wie Raketen.

Wagilö
Die Stimmung war einfach zu gut für eine Vorband. Frechheit. Wer weiß, vielleicht waren wir auch einfach nur mies, haha! Nein Spass, die Stimmung war einfach nur perfekt!

PP
Ihr seid in Rastatt beheimatet und seid auch wieder im Art Canrobert e.V. in euren ehemaligen Proberaum eingezogen. Was hat sich in der Zeit, in der ihr „Abstinent“ ward verändert?

Daniel
Ziemlich viel und ziemlich krass! Wenn ich noch zwei oder drei Leute kenne, ist es viel! Da ist ganz klar eine neue Generation am Start. Und die kennen uns ja auch alle nicht persönlich. Trotzdem wurden wir aufgenommen, als wären wir nie weg gewesen.

Wagilö
Es hat sich positiv verändert. Ich habe das Gefühl, daß die Politik etwas zurückgenommen wurde und dafür wieder mehr Konzerte stattfinden. Gute Undergroundbands aus allen Ecken des Landes.

Daniel
Wir dürfen da MARY ANN’S KITCHEN dankbar sein, daß dieser Proberaum erhalten blieb und wir ihn nun mit der Nachfolgeband ALTE NEUE TRICKS teilen dürfen. Da sind wir ziemlich dankbar dafür.

Wagilö
Das war wie nach Hause kommen.

Daniel
Und wir dürfen bald unser erstes Konzert dort spielen. Übrigens am 17.05.! Mit uns spielen FOR THE BIRDS aus Achern ihre erste Show. (Auch auf dem Sampler, Anm.d.Verf.)

PP
Seht ihr den politischen Aspekt nicht etwas verklärt, weil ihr Altersmilde geworden seid? Es finden ja beispielsweise Vorträge vom INPUT Rastatt dort statt,

Daniel
Man muß es nicht mehr so nach außen tragen. Man genügt sich ja auch manchmal selbst schon, weiss was man denkt. NO COMPLY war übrigens nie eine politische Band!

PP
Dann komme ich zu meinem Thema dieser Ausgabe „Grauzone“. Was denkt ihr über Grauzone(n)?

Wagilö
Ist ne Neue Deutsche Welle Band.

(schweigen)

Daniel
Das meinst du nicht?

(Kopfschütteln)

(Lachen.)

Wagilö
Ist das ne Anspielung auf meine Haare?

PP
Es ist irgendwie cool, daß dieses Thema an euch vorbeigegangen ist. Ich habe deshalb dieses Thema gewählt, um denen, die die GrauzonenKarte ausspielen (und das bei jeder Gelegenheit) aufzuzeigen, daß es noch mehr Graue Bereiche gibt, vielleicht sogar für manchen Wichtigeres, als mit dem Finger auf jemanden zu zeigen, nur weil er eben kein politischer oder politisierter Mensch ist.

Was habt ihr euch den für 2014 vorgenommen, außer dem Konzert am 17.05.?

Daniel
Darüber haben wir uns so noch nie richtig Gedanken gemacht. Eigentlich haben wir nicht mehr vor, als uns zu fünft im Proberaum zu treffen und Spaß zu haben! Alles andere kommt von allein.

PP
Wie geht das mit einem Bandmitglied aus Hamburg?

Daniel
Es gibt Nachtbusse!

Wagilö
Ja, Ingo ist klasse, der hat einfach auch Lust, wieder dabei zu sein!

Daniel
Ist großartig wie viel Energie er da reinsteckt. Aber das tun wir natürlich wieder alle!!

PP
Dann danke ich für dieses Interview und wünsche viel Spaß am 17.05. im Art Canrobert

Daniel / Wagilö
Danke dir!

NO COMPLY Members nowadays:
Josl – Bass bei Petricore und Come The Day
Sebi – Drums bei In Schwerer See (Krachige Platten Labelband!)

 

 


	

7inch: aldi ost – aldi ost

Die Single von Aldi Ost heißt genauso wie die Kassette von Aldi Ost. Die hatte ich doch schon. Sind jetzt aber andere Songs drauf.
Ich vermisse sofort einen hinweisenden Aufkleber auf der „neuen“ 7inch.
Aldi Ost nochmal mit sechs Songs. Zuerst denke ich an EggPunk, der grad so bei Arte Tracks gezeigt wurde. Isses aber nicht. Habe ich falsch in Erinnerung (hab ich ja im letzten Review eigentlich schon… jaja).
Also kein Hinweis und falsche Erinnerungen…. da stimmt doch was nicht.

Irgendwie garagige Dead Kennedys gemischt mit guten Sex Pistols. Irgendwo erhaschte ich in „state of the reuinion“ ein kleines Zitat dieser Band (?).
Der Sänger drückt seine Stimme durch eine Distortion. Die Band insgesamt eben sehr garagig, doch auch lärmig, nicht im Sinne der 80er Jahre, wo man die Becken noch mehr scheppern hörte als die Gitarre, nein, das ist schöner hier.
Coole Taktwechsel.
Joah. Gute Sache das, Aldi Ost, ich wünsche mir ein Album mit dem selben Titel.

Erschienen bei Sabotage Records.

interview: #1 – BEN RACKEN – Punkrock, Magdeburg

Vorklapp:
Nach und nach werde ich – bis Weihnachten – mal alle Printinterviews, auch längst verblichener Bands, hier online stellen. Ich pimp die noch ein wenig, Musik, Links, Fotos. IMMER DONNERSTAGS – zur Tea-Time.Auch die bereits veröffentlichten bekommen einen neuen Termin und werden angepasst.
Alle Ausgaben sind Out of Print und werden nicht wieder aufgelegt.
Ausgabe 13 eventuell in 2026!

Ich kenne Ben Racken nun schon seit 2009. Patrick erzählte mir von ihnen, ich lud sie ein und das Artcanrobert in Rastatt sagte ‚ja‘!
Tuba (Gitarre / Gesang), Nico (Bass / Gesang) und Daniel (Ex-Drummer) fuhren also mal sowas um die 1000km (hin und zurück) um mit pADDELNoHNEkANU zum Tanze aufzuspielen. Das war toll!
Was ich bemerkenswert finde an dieser Band, ist, daß sie beharrlich ihr Ding durchziehen. Nun also auch schon zum dritten Mal. Denn die neue Scheibe heisst „III“. Aufgenommen im April, Mai 2013 und erschienen im November auf Vinyl mit beigelegter CD.
Das sie irre coole Jungs sind, wissen sie hoffentlich, und Punk machen, weil es Spaß macht…?

PP
Woher kennt ihr euch und wie kam es zu dieser Besetzung?

NICO
Wir sind Ben Racken geworden, weil die Band ERNÄHRUNGSFEHLER sich aufgelöst hat. Weil der Sänger ausgestiegen ist und der Gitarrist n Bandscheibenvorfall und taube Fingerkuppen hatte. Tuba und ich wollten aber weitermachen und haben Daniel, den Schlagzeuger dann mitgenommen. Der ist aber dann ausgestiegen und Paule hat ihn ersetzt. Ben Racken gibt’s nun seit 2008 und Ernährungsfehler von 1989 bis 92 und 2005 bis 2008. Mit Ernährungsfehler haben wir 4 Platten rausgebracht und mit Ben Racken nun die dritte.

PP
Wie lange seid ihr in dieser Besetzung unterwegs?

PAUL
Drei Jahre werden es im Februar.

PP
Wie bist du denn zur Band gekommen?

PAUL
Mich betrunken beworben.
TUBA
Ich hab Paule angeworben.
PAUL
Mit Pfefferminzbonbons angeworben.

PP
Ihr habt ne neue Scheibe rausgebracht, die ‚III‘ heisst. Man merkt da in jedem Fall in der Titelgebung eine extreme Weiterentwicklung zum Vorgänger ‚II‘. Wie lange habt ihr für die Platte gebraucht und gibt’s Songausschuß?

NICO
Das hast aber schön formuliert. (lacht)
PAUL
Das sind genau die 10 Songs, die wir in der Zeit….
NICO
….weil wir nur gute Songs machen, konnten wir auch alle auf Platte bringen….
PAUL
…ein Jahr lang dran gearbeitet haben. März 2013 haben wir die aufgenommen.

PP
Wer hat sich um den ganzen Kram gekümmert? Habt ihr das selbst rausgebracht oder ist das in Zusammenarbeit mit einem Label entstanden?

PAUL
Von der Sache her ist das ne Eigenproduktion. Aber wir haben in Magdeburg ein relativ großes Label (BANDWORM). Die machen zwar andere Musik aber der Betreiber ist ein guter Bekannter von uns und der hat mit seinem Label ganz andere Drähte und Möglichkeiten.

PP
Würdet ihr sagen, das Magdeburg eine provinzielle Stadt ist?

PAUL
Definitiv!

PP
Ist doch die Hauptstadt Sachen-Anhalts?

PAUL
Dann kannste dir ja ausrechnen, wie die anderen sind.
(gelächter)

PP
Weswegen ich darauf komme ist, weil diese Ausgabe das Thema „Grauzone“ hat und die sich ja meist in der Provinz tummelt. Dort wird selten darüber diskutiert und meist zu wenig dagegen getan.
Gibt’s da bei euch klare Abgrenzungen zwischen Bands und Szene?

TUBA
Ich finde gerade wenn es um so ein sensibles Thema wie „Grauzone“ geht, sollte man nur dem glauben, was man mit eigenen Augen gesehen und mit eigenen Ohren gehört hat. An dem kleinen Fall, als wir selber in die Grauzonenrichtung gesteckt wurden, habe ich gemerkt, daß manche Leute aus der Szene das Thema viel zu uninformiert angehen.
Die übernehmen irgendeine Meinung oder haben was gelesen, meistens im Internet, wo ja jeder die Möglichkeit hat, irgendeinen Quatsch zu schreiben. Ohne das zu überprüfen und zu hinterfragen wird es übernommen. Dann haben sie dich drin in ihrer Schublade „Grauzonen-Band“, weil du diese und jene Freunde hast, die angeblich dies und das gemacht hätten, Dinge, die überhaupt nicht stimmen haarsträubender Quatsch sind. Schlimmerweise spricht niemand selbst mit den Betroffenen und die, die am lautesten schreien, scheinen zu vergessen, dass Punkrock ursprünglich gerade gegen Konformität und Dogmatismus angetreten ist und nicht um zu gefallen oder sich von der Szene-Polizei abnicken zu lassen.

PP
Wie seid ihr denn in diesen Grauzonenbereich gerückt worden?

NICO
Durch eine Bremer Band, die nicht mit uns spielen wollte.
TUBA
Wir wollen das wirklich nicht verharmlosen, wir haben viel geredet, auch mit den Beschuldigten, und reflektiert, in Endeffekt haben wir uns nichts vorzuwerfen, wir kennen uns und unsere Freunde, wir können ehrlichen Herzens in den Spiegel schauen. Ich glaubte niemals, dass in unseren kleinen Kreisen so deutlich betonen zu müssen, weil es eine Selbstverständlichkeit ist, Nazis sind doof und wir und unsere Freund haben nichts mit ihnen zu tun. Punkt.
Aber wer Modelle wie Heimat, Herkunft oder gar Staaten benötigt, um sich und seine Identität zu definieren, ist ein armes Licht und gehört zurecht kritisch hinterfragt. In unserer Gegend gibt es die Tendenz, dass manche junge Leute, auch in ihren Bands, dazu neigen, sich als „ostdeutsch“ zu positionieren.
Es widerstrebt mir, mich mit so einer Heimatidentität auseinander zu setzen. So wie unser Freund Anthrax schon mal sagte: „Heimat und Nationalstaaten sind völlig überholte Konstrukte, die man nicht anerkennen sollte.“

PP
Kommen wir mal wieder zurück zu euch. Über was erzählt ihr denn?

TUBA
Über unser Leben. Über die Liebe, den Tod. Universelle Themen.
NICO
Und Ängste.

PP
Ich habe mal in einem Interview mit euch gelesen, das „Ben Racken“ ein fiktiver Held für euch ist. Und Helden denken ja eigentlich selten über Leben und Tod nach, sondern machen es einfach.

TUBA
Wir leben unser Leben. Denken nicht so viel drüber nach. Wir sehen dieses Leben als großes Geschenk und ich ehre das, in dem ich …
NICO
…auch mal fröhlich bin….

PP
„wir haben uns nie was geschworen, wir waren einfach immer da“
Für wen würdet ihr Helden spielen?

TUBA
Wir spielen jeden Tag den Helden!
NICO
Kannst du doch nen Helden nicht fragen, weil er einfach immer ein Held ist.
TUBA
Nico ist jeden Tag ein Held für arme, kranke Kreaturen und bringt sie wieder auf die Beine. Paule ist jeden Tag ein Held für Jugendliche, die es nicht so leicht haben, wie andere. Und ich, ich bin Held für meine Kinder. Hoffentlich.

PP
Was ist ein erstrebenswertes Ziel? Sprich: für Ben Racken!

PAUL
Die Weltherrschaft!
NICO
Und Platinstatus.
(gelächter)

PP
Ich bin mal danach gefragt worden, ob Familie, Beruf und Punkrock sich nicht widersprüchlich zueinander verhalten. Wie seht ihr das? Passt das nun alles zusammen oder gibt’s da starke Differenzen, die man immer wieder rechtfertigen muß? Was heisstn dann Punkrock 2014 noch?

TUBA
Sich die Freiheit nehmen zu können, zu machen, was man möchte.
NICO
Das ist ebend auch ein Teil von uns, auch wenn wir jetzt ein bisschen älter sind und ne Familie haben, ist das ein Teil unserer Persönlichkeit. Und die leben wir aus.
Und alle die, die das so sagen, wie du beschrieben hast, die schränken sich ganz schön selber ein.
PAUL
Die Legitimation vor dem Gig Schnaps und zwei Bier zu trinken und während des Gigs auch!

PP
Magdeburg: Welche Bands sind in eurer Provinz gerade total angesagt?

NICO
Pazor Vlak
TUBA
Lärrys Motz
NICO
Bikinimusik.
PAUL
Ganz viele große Bands, aber die alle aufzuzählen….

PP
Schlusswort:

TUBA
Wir haben viele Ziele erreicht, die wir wollten. 2 Mal im Monat n Gig, drei Platten raus, wir amüsieren uns zusammen, das ist alles was wir wollen.

PP
Bedankt.
(nuschel)
War das aufregend!