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7inch: l’appel du vide – abwärtsspirale

Mit „abwärtsspirale“ haben L’Appel Du Vide eine bei mir mit Spannung erwartete neue 7inch raus – das Demo war schon ein Burner!
Und mit dem ersten Song brettern sie gleich los. Surfsound im Postpunk-Gewand! Viel Hall auf der Stimme. Zwischen Verzweiflung und Selbstaufgabe „das bin ich nicht“.
Hui. Bisher alle Releases, die mir It’s Eleven Records zugeschickt hat, Treffer! Ihr solltet die Dresdener Institution dringend wahrnehmen!
Die Single von L’Appel du Vide wurde schon im September 2021 aufgenommen und ist als eben diese 7inch mit 4 Songs erschienen, wie auch als MC mit 8 Songs! 
Die vier Songs sind ziemlich klasse gespielt und gemischt. Die Schreibende und Hörende Zunft hat das schon über den Klee gelobt, wieso sollte ich das nun also auch noch tun?

Die „Abwärtsspirale“ zieht einen gar nicht so runter, wie sich der Titel erstmal anhört. Ein wenig erinnert mich das an die tollen STRG-Z. Was ich megagerne mag, ist das L’Appel du Vide ein gutes, punkiges Tempo hat und mich zum Zucken und Zappeln bringt. Auch „leo hört rauschen“ (heute: „die arbeit„) können einen prima Referenz sein. Wobei mir da auffält: kommen die nicht alle so aus der Gegend dort? New-Wave-Punk scheint da ziemlich angesagt zu sein!
Schaut also mal in den Shop des Labels, holt euch, was ihr braucht. Wenn ich das richtig gesehen habe, ist das Tape „abwärtsspiralen“ eine Kombi aus der 7inch und Aufnahmen, die im Laufe der Pandemie gemacht wurden. Das gibt es wohl nur über die Band.

Ich freue mich auf einen Longplayer, die Band scheint kreativen Output zu haben und sicher nicht lange auf sich warten lassen.

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7inch: Paul Pecho – neatly yellingmouth

Ein gänzlich unbeschriebenes Blatt namens Paul Pecho flattert hier rein. Respektive eine Vinyl 7inch. Zwei Seiten, zwei Songs.
Beim Vinyl-Keks hab ich ja immer den Spaß am Start, maximale Worte aus meinem erdnussgroßen Gehirn rauszuklopfen. Hier mach ich es mal kurz und knappi knapp.
„curtis yellingmouth“ ist ein trashiger Songwriter-Titel, der ziemlich smooth rockt und trotz des ruhig gehaltenen Tempos ganz schöne mitzieht. 
Eine warme, rotzige Stimmung. Paul hat diese Songs wohl geschrieben, als er noch ungeboren war. So die selbsterzählte Legende. Das Label, bei dem er herausgekommen ist It’s Eleven Records, erzählt das mehr so: „Paul Pecho simply shakes two psychedelic Garagerock pearls out of his sleeve.“ Joah. IN der Mitte liegt dann wohl die Wahrheit.

Jedenfalls soll seine Pränatale Legende die wärme seines Sounds erklären. Die Lyrics sprechen für sich selbst und sind nicht dem Walgesang ähnlich oder sonstwie verfremdet. Gut! Der herrlich schräge Background / Spoken Word hebt den Song noch zusätzlich ab, es ist sehr repetitiv.
Er bietet auch an „Hi!“ zu sagen, w
enn man über Musik, Kaffee oder Pizza mit ihm sprechen möchte. Unter dieser Mail

Bei „neatly framed“ auf der andern Seite gibt er etwas mehr Gas. Abgehangener, im Gegentakt gespielter, 70’s Rock, psychedelisch, kleine Soli. 
Die Songs sehr kurz und kurzweilig.

Anchecken, bitte.
Kaufen hier: it’s eleven records

PS: Paul spielt sonst noch bei Black Salvation und hat für diese Songs alle Instrumente selbst gespielt.

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MC: the Harry Anslingers – go tranquility base

Nun hab ich hier das tolle Tape von The Harry Anslingers liegen und frage mich als erstes, wieso man sich nach einem Motherfucker benennt, der dafür gesorgt hat, das Cannabis weltweit verboten wird? – bis heute.
Der Tüp war im Federal Bureau of Narcotics und ist dann irgendwann nach dem Zweiten Weltkrieg in die UN-Drogenkommission.

Egal, hier handelt es sich bei „Go Tranquility Base“ wohl um ein Konzeptalbum, in dem es vornehmlich um die Sicht des dritten Manns der Apollo 11 Mission geht. Namens Michael Collins. Nie von ihm gehört? Naja, er hing halt am Bullauge und schaute den andern beiden zu, wie sie Mondstaub aufwirbelten.
Musikalisch ist das ziemlich cooler, ich finde das Wort „fresh“ kann man auch nutzen, Garage Punk Trash’n’Roll, die Gitarren haben einige feine Hooks, nerven nicht mit blöden Solis. Backsection ist tight, in der Missioncontrol in Leipzig versteht man dies Handwerk einwandfrei.Erschienen beim famosen It’s Eleven Record Label. 111 Copies auf Magnetband, name it „MC“. 16 Minuten Spielzeit, sieben Songs.
Sicherlich noch ein paar wenige zu haben!

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review: Franky Shampoo – the lost Tapes MC

Franky Shampoo – hu. Mit dem ersten Blick auf die Kassette befürchte ich  schlimmste Schlagermusik, oder eine kaputte Elvis-Kopie; oder beides miteinander vermählt.
Natürlich weiß ich bei dem Label It’s Eleven Records, dass das wohl nicht passieren wird. Mit dieser Hoffnung im Genick lege ich das Tape in den  räudigsten Walkman, den ich in einer Schublade finden konnte um adäquate Soundqualität geniessen kann.

Wir starten mit „in the night“ und ich werde mit einem wunderbar melancholischen, sehr simpel gehaltenen, textlich 77er EnglandPunkrock mit leichtem New-Wave-Einschlag überrascht. Nicht: überrumpelt.
An wen erinnert mich das? Peter & the Test Tube Babys isses nicht. Aber so in die Richtung.  An Startplatz 2 kommt „braineater“. Etwas düsterer, aha. Es finden relativ viele Samples aus Filmen oder ähnlichem Platz vor den Songs aber auch währenddessen. Nach ner Weile fällt mir ein guter Vergleich ein.
Habe in letzter Zeit recht oft die Litovsk aus Frankreich angehört. Gepaart mit den Hooks der Stuttgarter Band Neat Mentals. Wer hier fleissig in meine Sampler reinhört, wird sicher wissen, von welchen Kleinoden ich spreche.
Nun, Franky (mit vollem Namen) Franky Shampoo & the City Creatures nimmt soweit musikalisch also den direkten Weg in meine Ohren.
Auf Seite eins vier Songs, super aufgenommen, geht gut ins Tanzbein. Auf Seite B drei Lieder. Die letzten beiden hätte er sich direkt mal sparen können, mein Gehör steht in Flammen.
Der Kassette liegt eine kleine Autogrammkarte bei, „Franky Shampoo loves you“, wird bei nächster Gelegenheit signiert! Gut abgehangener 77er New-Wave-Punk.
Kein Anspieltipp sind die letzten beiden Tracks: ein schlimmes Cover von einer Band, ja ich mag sie nicht, Motörhead und einem Soundexperiment rückwärts abgespielt; das auch noch 4 1/2 Minuten lang. Experimentiert euch da doch selbst mal rein!

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review: Nikola Tesla Pandemie Live Sessions Vol.1 MC

Was tun mit leeren Bühnen, deren Stille ohrenbetäubend scheint? Was tun mit verwaisten Bars, auf deren Theken die letzten Tränen kaum getrocknet sind? Was tun mit den Räumen, wo sonst das Leben pulsiert, torkelt, schwitzt und tanzt?

Das fragten sich ein paar (?) oder alle Macher des Nikola Tesla Clubs in Chemnitz und sperrten ein paar Bands, gut desinfiziert versteht sich, in den Club ein und die Aufnahmen auf diesem Tape sind dabei rumgekommen.
New-Wave-Post-Punk Bands, ein bisschen Hardcore, sphärischer Stoner, die auch schon hier besprochenen L’Appel du Vide sind dabei, aber auch Integral, Nowaves, Suralin, Mvrmansk und das Beam Orchestra.
Die aufgenommenen Songs sind durchweg super gespielt und top aufgenommen.
Bevor ich aber Purzelbäume schlage: hört selbst rein. Ich finds großartig!
Seite A und B haben von jeder Band je einen Song zu bieten. Da mir kein Infowisch vorliegt, kann ich euch leider nicht sagen, welche Band hier exklusive Tracks zu bieten hat.

Regelmäßig gibt es nice Playlisten, wöchentlich, wenn ich es richtig gesehen habe. 
Und ich finde es zur Abwechslung mal ganz gut, Livemusik nicht als Stream zu sehen, sondern nur zu hören.
Das Inlay ist defintiv auch noch erwähnenswert, denn es ist zum Auffalten, jede Band hat den Spruch eines bekannten Promis zugeordnet bekommen. Das Artwork ist von Zomba und sehr ansprechend! Jede Band hat so etwas wie eine Spielkarte als Design, eine Karikatur der Band, „awesome Bandinfos“ und eine „pandemic classification“.
Alle Einnahmen gehen zugunsten des Nikola Tesla. Es gibt auch eine Special Edition mit T-Shirt.
Im Tape finde ich aber auch noch den Hinweis, dass es Menschen gibt, die unter unwürdigsten Umständen an den EU-Außengrenzen ausharren müssen, gehen 3€ je Tape an die Organisation Legal Centre Lesvos in Griechenland.

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MC: the Harry Anslingers – go tranquility base

In einem gelben Case kommt eine wilde Garage Punkband namens the Harry Anslingers. Es heißt „go tranquility base“, hat ein seeehr kleines Booklet.
Bei der Band handelt es sich um ein Trio, die Prime Crew, insgesamt sieht das so aus: g. g. anslinger (drums, vox), davee damage (bass, vox), rudy reefer (guit, vox). Die Mission Control haben übernommen: jean-baptiste meyrieux (recording, mix), dr.magneto (master), le hauptkevin (artwork). Mensch versteckt sich also hinter lustigen Nasa-Namen, erfunden wie wirklich; denn Harry J. Anslinger hat irgendwas damit zu tun, aber in der Hauptsache war er der Motherfucker, der Hanf weltweit verboten und verteufelt hat. Dafür an Experimenten zu einer Wahrheitsdroge beteiligt war. Wie kann man sich nach so einem Deppen benennen?

Egal. Die sieben Songs gehen ab, wie ne Rakete, von Tranquility nicht die geringste Spur. Erinnert mich hart an die Hives oder die Shocks. Cool, nach vorne (ein)gespielter, Garagepunk, Gesang überdreht, ordentlich Spaß in den Backen. Das Ganze wohl ein Konzeptalbum. Viele Samples vor- und zwischen den Songs. Gute Breaks, Wechsel.
Anspieltipp „upside down & out“ mit der großartigen Bassline!

Die Band hat back in 2018 ihr erstes Demo rausgebracht. Seitdem konstant MC’s bzw auch eine Split 7Inch veröffentlicht. „go tranquility base“ kam im Juni raus, erschienen beim wunderbaren It’s Eleven Records Label. Auch wieder dabei: die Label-Band-Sammelkarte.
Vielleicht kann man dann irgendwann die It’s Eleven vs Amsa Tradecard Sammlung gegeinander antreten lassen! Was für Nerds.