review / fanzine: SCHOCK & DRAMA – münster sampler MC

Schock & Drama ein Sampler aus Münster, den ich vor einiger Zeit schon tauschte. 
Kleines Tape, großes Fanzine dazu, find ich super! Es gibt einige Infos dazu, wie lange das gedauert hat, alle auf diese Kassette zu bekommen, zu den einzelnen Bands. Manchmal sehr kurz, manchmal auch ein paar Worte mehr; und so einiges Unveröffentlichtes dabei.
Anfang machen C4service mit Motörheadpunk in High Speed. Zwei klasse Songs ebnen den Weg zu einem Hörvergnügen aus Münster.
Klar ist das eine kunterbunte Mischung mit insgesamt 22 Songs, 11 auf jeder Seite. Mist ballern fett, Conta mit einem ersten veröffentlichten Song „MädelHirnTrauma“ knallen ungefähr genauso. Hardcorepunk.
Zwei, zumindest mir, hüstel, bekanntere Bands sind auch drauf, zum einen Abriss mit zwei Songs von ihrem letzten Album „Dachlattenkult“, welches mir auch vorliegt… warum habe ich das eigentlich noch nicht reviewt? Jedenfalls fällt mir Augenblicklich der zynische, sehr kurzweilige Blick auf die Menschheit in die Ohren. Auch ein Brett.
Dann gibts noch den mit einer inzwischen äußest langen Liste an Releases gesegneten Neon Bone.  Nimmermüde Songschreiber.
Entdeckungen, die mir in voller Länge dann in den Letzten Monaten noch durch die Ohren gejagd sind: Alienate! hab ich für den Vinyl-Keks reviewt. Und die famosen NewWavePunker von HalbAusPlastik kommen in Kürze. Sehr schöne selbstbetitelte Platte auf MyRuin raus!

Ein paar Worte zu den Aufnahmen: trotz der sehr unterschiedlichen Aufnahmemöglichkeiten, von Proberaum bis Studio ist alles dabei, kann man das Mixtape auf gleichbleibend lauter Lautstärke anhören. Das ist super!
Absoluter Anspieltipp ist allerdings Sickbad, die den „Klub der Scheißelaberei“ in der Sprache des Deutschpunk einfach mal sowas von auf den Punkt bringen. Großes Kino!

Erschienen bei Mackeys Law. (ich finde zu fast nichts Links, kein Bandcamp. Fuck, das ist Punk. Also: kaufen:
Gibt es bei Spastic Fantastic noch zu haben.

review: SNARG s/t // Snarg II // split 7inch

Zu den „liegt hier schon lange und wird dauernd gehört, hab nur noch keine Worte gefunden“-Geschichten gehört auch das Tape von SNARG. Inzwischen haben sie ja ne Platte raus (Snarg II in 2018 und ja, da gabs zuerst auch ein Tape, danach kam die Platte Anfang 2019), die auch ziemlich klasse ist. Ich hoffe, die Band gibts noch. Habe mir das Tape (von 2015) erst spät besorgt, da hatten es andere wahrscheinlich schon für teuer Geld bei discogs….

Der Reihe nach:
Rausgekommen ist das bei dem famosen Kleinod Tief in Marcellos Schuld und den, soweit ich weiß inzwischen nicht mehr existenten Label, Uga Uga Tapes.
Snarg machen total geilen Nintendo Hardcore Punk, der mich wahnsinnig an Antitainment erinnert. Das irre Songwriting, Lyrics auf den Punkt, über das technische Können an den Instrumenten.
Mal abgesehen davon haben Snarg wesentlich mehr Drive als die verblichenen und quasi unersetzlichen Antitainment. Auch einige Ohrwurmmelodien mehr am Start! Was manchmal aber auch fast schon schlageresque wirkt. Nein, ich werde hier keine Songtitel raushauen. Findet das mal schööön selbst raus!
Bisschen Disco/Oslo noch oder auch so vertracktere Bands, ihr wisst schon, was ich meine. Hier gibts eigentlich nur die unbedingte Empfehlung: anhören, kaufen, anhören, niemals verkaufen!
Dann kommt also die LP. Kurzfassung: wieder all die abgefahrenen Songtitel, super fast bis entspannt prügelnd. Unglaublich vielsagendes Cover: wer wird da wohl als nächstes um die Ecke kommen?
Hat sich sowas von gelohnt auch dies Platte in die Sammlung zu holen.
Gekonntes, phantasievolles, ideenreiches Songwriting, Spielfreude auf den Punkt. Superknackig und schnell ist die „Platte“ leider vorbei
und dann darf auch noch mal eben die 7inch Split mit den Noisepunkern von Loser Youth in den Player. Auf den Plattenteller.
Sie „shreddern(n)“ gleich los.
Binnen zweienhalb Minunten hat mich die Band mal wieder aufgefressen. Gleich nochmal!

Ja!

review: OPTION WEG – mehr bullen mehr bomben für ein wirklich gutes leben LP

Die Scheibe beginnt sich zu drehen. Punkrock ohne fette Zerre, einfaches Riffing mit sehr deutlichen Worten. Realistische Einschätzung der eigenen Lage, Kritik macht auch bei sich selbst nicht Halt. Das eigene Leben hinterfragen würde den meisten Zombies da draußen ohnehin ab und an mal ganz gut tun.
Option Weg machen das schon immer. Sie hinterfragen sich selbst und vor allem das Verhalten der andern. Beispiel “Altersarmut”:

Ich hab’ne viel zu große Hose
ich hab’n viel zu kleinen Kopf,
darin sind alle Schrauben lose
und meine Nachbarn wer’n bekloppt.
Die haben alle nur Probleme,
und könn’ die Miete nicht mehr zahlen,
im Mund kaputte Zähne,
das will mir gar nicht gut gefall’n
Auf Wiedersehen soziale Gerechtigkeit,
es war schön mit dir gewesen,
doch jetzt ist es an der Zeit,
dass sich unsere Wege trennen
ohne Vorwürfe und Wut,
wir freuen uns jetzt alle auf die
Altersarmut

Yok, der mit seiner Quetschenpaua selbst ein sehr langlebiger Zeitgenosse in der Punkszene ist, in den 80ern bis in die 90er schon unterwegs war und auch ein Buch herausgebracht hat “Yok – Nichts bleibt (eine Autonomographie)” hat eine sehr interessante Biographie. Kurzgefasst: ein Leben mit viel Frohsinn, Punkrock und Quetsche.
Hier ein schönes Interview mit ihm beim kaput-mag.
Wie auch immer: zwei Frauen und zwei Männer machen 1A Punkrock mit intelligenten Texten, jeder Menge Strassenabitur und Quetsche. Anja an den Drums, Moni spielt den Bass, Steffn Gitarre und Yok eben die Quetsche. Was ja für eine Punkband ein Alleinstellungsmerkmal ist und allein deswegen unbedingt angehört gehört! Achso: und alle vier singen!

Mehr als Punk. Nische. Kommt da her, wo es sein muss, sein darf, sein will.
Sie sagen selbst von sich: “Wir kommen aus Berlin und außerdem aus der linken Subkultur. Ohne Spaß geht gar nichts. Ohne Hirn auch nicht.”
Sie haben sich kurz vor dem Erscheinen der Platte zu einem Streamingkonzert entschlossen. Im September kam “mehr Bullen mehr Bomben für ein wirklich gutes Leben” schon heraus.


Das ist anarchisch, queer, femininstisch, antifaschistisch und emanzipatorisch.
Vier Stimmen, kompakter Klang, one struggle, one fight.
Das tolle Cover mit dem Karusell, der Überwachungsdrohne und den Bombern ist von Moni Hoffmann. Der Platte liegt kein Downloadcode bei, dafür einen CD.
Kaufen beim großartigen Elfenart Label oder bei flight13

review: BLACK SQUARE – potatoes gonna potate MC

Was bringt diese Zeit? Das haben sich Fini und Bonny von BLACK SQUARE wohl auch gedacht und im Frühjahr ein Zwei-Personen-Stück geplant, geschrieben, aufgenommen, auf Tape gebannt und in die Welt hinausgeschrien. Das ist maximaler Output in kürzester Zeit.
Fini ist noch neu im Gesangsmetier, Bonny spielt Gitarre bei den Deislers. Er hat sich ein wenig mit Homerecording beschäftigt, um Fini die Möglichkeit zu bieten, ihrer Wut einen Kanal zu geben. Und es brachen wohl Dämme.
Woher ich das alles weiß? Nun, das Tape ist schon ein paar Monate raus und die Themen die Fini anspricht sind aktuell und bleiben es auch. Obendrauf kommt noch eine wichtige und richtige Diskussion über Mackertum in der Punkszene. Ihr könnt sehr viel nachlesen, denn die Aussage in einem Bericht im OX-Fanzine „Fini sei die Freundin von…“ hat den Ausschlag gegeben, das Thema mal ganz präsent vor Augen zu führen.

Hier ihre Reaktion bei der TAZ
Einem Interview zum Thema und zu Sexismus in der Punkszene beim Vinyl-Keks.
Es gibt auf ihrer FB-Seite noch einiges mehr zu lesen.
Und ganz aktuell und „brandheiß“ sozusagen ein Interview mit Lizal von Die Dorks, Fini und Diana Ringelsiep beim BR.

Klar wird schnell, dass alle Texte radikal Links sind. An dieser Stelle finde ich es richtig gut, dass ich mir etwas Zeit gelassen habe, den Review zu machen, denn hier geht eben mal nicht um die Musik allein. Hier geht es um das Thematisieren von Dingen, die uns auch in unserer gewählten Bubble über den Weg laufen. Und immer und immer wieder gucken wir nicht richtig hin. Wahrnehmen geht dann vielleicht, wie hier bei diesem Release, mit dem melodischen Holzhammer, den Fini und Bonny als Black Square ausgepackt haben. Gegen Rassismus, gegen die moderne Sklaverei: „Jeder Aufruhr ist immer nützlich, so erfolglos er auch sein mag.“

Klar kann ich auch noch was zur Musik sagen: hoch melodischer HC-Punk, schnell, ungestühm und wütend. Aber eben das steht wohl auch bewusst nicht im Vordergrund. Es kann aber ein Grund sein, sich das mal anzuhören und zu unterstützen!
Neueste Aktion kommt: Stoffbeutel für SeaWatch. Haltet die Augen offen.

Noch ein schnelles Wort zum Cover: ich habe tatsächlich einige Male drauf gucken müssen, um zu verstehen, was mir die dunkle, durchgestrichene Pommes sagen soll. Es ist soooo wichtig an unserer Wahrnehmung zu arbeiten!
Tape erschienen bei den Labels Black Cat Tapes, Colossus Tapes und Tanz auf Ruinen

review: CeDe Salat Schüssel #1 / the rant / Lache / der feine herr soundso / Dangerboy / Agador Spartacus

Kleine Geschichte hierzu: ab un an nehme ich CD-Reviews an. Klar, ich höre kurz rein oder sag einfach Ja. Dann kann es, leider, etwas dauern. Was nicht heißt, das irgendeine der zugesandten CDs schelcht ist, nein! Ich hab nur immer einen riesen Stapel hier liegen und Vinyl und MCs gehen schneller in den jeweiligen Player als die CD, da ich nur einen im Auto habe.
Nun also mal eine Runde Reviews von CDs, die ich in den letzten Monaten zugesandt bekommen habe. Von Punk über Post-Hardcore hin zum Punk ist alles dabei!
Ich nehme mir mal crossed letters zum Vorbild, der immer eine „Bandsalat“-Runde macht, mit diversen Tonträgern.

the rant – vorsichtig optimistisch (Karlsruhe)

Auf dem Cover sind ganz viele kaputte Autos von nem Schrottplatz, da wär ich auch vorsichtig optimistisch ob da noch ein heiles Teilchen zu finden ist. Ich könnte jetzt mal ganz fiese Brücke bauen zum Schrott in der Musik. Aber das ist fies. Es handelt sich  vier ganz junge Herren, die offensichtlich ganz viel Bock haten ihren Kram endlich mal aufzunehmen. Was Sie im Winter / Frühjahr 2020 getan haben, live eingespielt, den Gesang hinterher drauf. Somit einfach mal den Mut bewiesen haben, die eigenen Songs gut zu finden und das Ganze, wenn auch Probenraum-mäßig aufzunehmen. Das ist ganz gut gemischt, es sind ein paar kleinere Fehler drin, die ich nach paar Songs einfach feststellen muss. Das Songwriting ist noch nicht so ganz ausgereift. Ach ich kann diese blöden Formulierungen, die einfach jeder benutzt nicht ab. Egal. Es gibt richtig cuule Lichtblicke, da kann ich gut Mitgehen, ein wenig punkig infiziert.
Viele gute Ideen, aus denen The Rant mal ein gleichbleibend gutes Stück machen sollten. Was man hemmungslos lieben kann. Viel fehlt ihen da nicht mehr!
Sie erinnern mich da manchmal mit ihrem Herzblut an Finding Harbors, die auch aus Karlsruhe kommen, oder ähnliche Bands.
Gebt ihnen mal ne Chance!

agador spartacus – agastonishing

Die Herren haben wohl mit Abstand am längsten gewartet auf ihre Review. Ihre CD kam schon im Januar 2019 raus. Ich denke aber, ich habe sie allerfrühestens im März 2020 in der Hand gehabt. Und da blieb sie nicht lange.
Die CD ist prächtig aufgemacht, wahnsinnig aufwendig. In einem A4 Karton gefaltet mit einem Aufkleber als Siegel den man leider aufreißen muss.
Den Aufwand, den die Band Agador Spartacus mit dem Artwork, wie wäre das als LP gewesen?, wahnsinn!!!! betreibt, bleibt musikalisch irgendwie stecken. Im weitesten Sinne ist die Musik wohl Indierock mit einem Schuß Punk, Post-Hardcore. Sie orientieren sich sehr an den großen Bands des Business wie Beatsteaks, RedHotChiliPeppers, QueensOfTheStoneAge. Passt bei mir nicht so rein. Ich sag mal so: ich hab eine ganze Runde geschafft, kann man mal anhören, bleibt aber leider nicht hängen. Mir persönlich schlicht zu wenig Punk. Wer hätte es gedacht!
Gebt der Band trotzdem mal ne Chance, sie haben viel Leidenschaft am Start, evtl. hört ihr das anders!

dangerboy– amoria (essen)


Dangerboy spielen NeueDeutscheWelle angehauchten Deutschrock. Gesanglich, die Sprachlichkeit erinnert mich sofort an DxBxSx aus Berlin. Freche Schnauze, lakonischer Humor.
Es sind Stücke bei, die sind etwas rockiger, Rockabilly, etwas Genre-übergreifender. Extrabreit.
Ist nicht so ganz mein Style, muss aber den 14 allerdings unbedingt das Kompliment machen, dass sie super aufgenommen und toll gemischt sind. Man kann Eangerboy echt bedenkenlos durchrauschen lassen. Was ja  wiederum nicht gerade ein Kompliment ist. Sorry. 
Schön aufgemacht in einem Gatefold Pappschuber. Klasse Cover.
Erschienen bei recordjet was auch immer das für ein Label ist. Die Homepage ist schon mal sehr witzig, ja.

 der feine herr soundso – wann, wenn nicht irgendwann? (hamburg)

Schon eine Weile hab ich sie auf dem Schirm. Ganz klasse fand ich die Split 7inch mit Moloch. Hatte ich bei einer Bestellung bei Tante Elfenart mitbestellt. Nachdem ich ihr Demo Beweisstück A hier ja schon feierte.
Der Feine Herr ist sich von der ersten Sekunde an nicht zu schade die Themen dieser Zeit aufzugreifen Billigfleisch, Brot & Böller, Feminismus. Ich habe leider nicht die LP bekommen, sondern „nur“ die CD, deswegen gibts nun auch ein kurzen und knackigen Review: 13 Songs sind darauf. Die Herren wagen was, so vong Gitarrenmelodien her, melancholischer Deutschpunk, der auch mal schön nach vorne gespielt wird, kommt und bisschen aus der rockigeren Ecke… so so richtig zuordenen kann ich es nach Song Nummer 5 noch nicht. Man spielt mit den Möglichkeiten, was die Musik vielfältig macht und gegen Hörgewohnheiten arbeitet. Wo sie dich musikalisch im Unklaren lassen haben Sie dafür ziemlich klare Ansagen, zum Beispiel „hottest Chicks in Punk“. Ganz klare Absage an Sexismus auf irgendwelchem Festivals.
Insgesamt ganz coole Aufnahme, nettes Cover, coole Band, heiß zu empfehlen!
Aus dem Hause Bakraufarfita und auch Hochdruck MuSick. Wie auch der nächste Release.

lache – schlechte zeiten (köln)

Lache, da frage ich mich natürlich ob mit dem Bandnamen das Lachen meint oder die Lache im Sinne einer Flüssigkeitsansammlung auf der Strasse?
Fünf Stücke sind drauf und der Vierer bringt uns über Metal und Rockelemente angehauchten Deutschpunk mit einem sehr lakonischen Gesang, der in seinen Lyrics einem sehr trockenen Humor versprüht.
Leider kommt er aber auch aus dieser einen Frequenz nicht raus auf der er intoniert. Die EP ist fein gemischt für einen Erstling, hat Druck an den richtigen Stellen, gut aufgenommen, witziges Cover auch! Es nimmt auf jeden Fall ein wenig den srpöden Charme der Lyrics vorweg: ein Abrisshaus und dem Titel „schlechte Zeiten“.
Eerschienen bei Bakraufarfita, schönen Gruß!

fanzine: ROMP #48

Ein schweizer Fanzine kam hier im Frühjahr schon bei mir reingeflattert. Und ehe ich mich überhaupt um einen Review bemühen konnte: zack! ist die Nummer 48 auch schon da.
Ganz ungefragt schmiss sie der Postbote bei mir ein.
Auch diese Ausgabe strotzt nur so vor Infos über (meist) die schweizer Szene, Squats, der ewige Kampf gegen Vater Staat (weltweit). Was megawichtig ist und sehr informativ. Rubrik nennt sich „kurzes aus aller Welt“. Mir war wahrlich nicht bewusst, daß es doch so viele Freiräume in der Schweiz gibt. Zumal ich es bisher auch leider nur ein paar mal Konzertmäßig bis Basel geschafft habe.
In ausführlichen Interviews kommen Les Nains Aussi zu Wort, ebenso wie Ghettohund und Unified Move. Man unterhält sich über Releases, Bandco-ops, Textinhalte und Konzerte. Ab und an ist auch ein persönlicher Schlenker dazwischen.
Schön der Artikel „kaboom – als in der Schweiz noch Kirchen gesprengt wurden“.
Der Macher „old pair of shoes“ ist scheinbar der Letzte verbliebene Mensch, der in Luzern den Infoladen betreibt und mit jeder Ausgabe weiter hadert ob der Lustlosigkeit seiner Mitmenschen. Doch zu trist wird es im Heft nicht und das ist super so. Ein Kreuzworträtsel und die Reviews runden das Zine ab. Freue mich auf mehr!
Ganz großartig, daß ein Einzelner, engagierter Mensch 42 Seiten in A4 für schmale 2€50 (in der Schweiz für 4 Franken) raushaut.

Wer ne Ausgabe haben mag, ich hab noch zwei der #47 😉
UND: per Mail an die alten Schuhe direkt!

fanzine: HUMAN PARASIT #18

Bei der neuen Ausgabe des Human Parasit habe ich ne ganze Weile nachgedacht, ob ich überhaupt ne Review schreiben soll. Dummerweise ist mir beim Durchblättern der Review zu meiner letzten Ausgabe ins Gesicht gesprungen. Mit dem Hintern zuerst. Denn leider war das kein Review, sondern eine Kritik, die aber, bei jedem erstaunteren Durchlesen, relativ einseitig und Substanzlos ist.
Das soll hier und jetzt aber kein Aufhänger sein. Ein Fanzine zu machen ist, jedem der das tut, eine persönliche Angelegenheit.
Weil mir gleich auch noch dieser riesen A5-Zettel in die Hand fiel, mit einer Begründung, warum dieses Heft nun (unbeabsichtigt) A4 geworden ist, und wie sich die Produktionskosten zusammensetzen. Bin mir noch nicht sicher, ob ich das wissen will.

Mit 94 Seiten hat das Human Parasit seine übliche Seitenzahl erreicht, kommt in einem außergewöhnlichen Umschlag, in nem schicken „Bäppis Family“ Cover.

Inhalt diesmal zwei Interviews mit Uwe Umbruch von Kommando Marlies und Faust X Bein. Dazu gibt es die, glaube ich, schon dritte Folge des „literarischen Duetts“ mit Bäppi und Alex von Pascow.
Während für mich die Interviews nichtssagend bis belanglos sind, trifft Bäppi mit dem Aufhänger „wieso kostete ein Konzert von Pascow vor ein paar Jahren n 5er und heute 20 Öiro“ (woher er den wohl hat, den Aufhänger 😉 ) und der dauffolgenden, ausgiebigen Diskussion um Einkaufs – und Verkaufspreise bei Punkbands voll ins Schwarze. Folglich also auch die „was kostet ein Fanzine-Seite“ vollkommen gerechtfertigt.
Auch gut, dass die Band von Alex‘ Label Akne Kid Joe ihr Fett abkriegen: endlich ist mit mir jemand einer Meinung, die meisten feiern die total ab. Vieles ist echt toll gemeint von der Band, am Ende wirkt es aber wie bei einem ausgearbeiteten Gedichtband vom „Arbeitskreis für Jugendliteratur“ an.
Auch dabei: ein Haufen Reviews von Bands, die hier auch schon heimischen Tapedeck gelandet sind, die Vorstellung von Black Square, yeah.
Kurzgeschichten von und mit Bäppi, Falk Fatal und dem Bericht „Goodbye Deutschpunk“ eines Auswanderes nach Amiland.
Alles in allem eine recht gelungene Ausgabe, Bäppi in Höchstform, spitzfindig wie nie, die Schrift ist so groß, ich werde die Ausgabe mit 75 noch ohne Lesebrille meinen Enkeln vorlesen.

Wer das Heft haben mag: Mail, FB oder sicher bei einem kleinen, korrekten  DIY-Mailorder 😉

youtube playlist #FB: the corona buchstaben experience

Kurz vor dem Jahreswechsel hau ich diese vorletzte Playlist dann doch noch raus. Wir wollten das FB mit Musik fluten… von A bis Z. Ist teilweise nur gelungen aber trotzdem gut. Zieht euch das mal am Stück rein. Bunter kann die Musikwelt ja gar nicht sein.

A: ganz klar. ganz oben steht mein (Felix) erster, selbst produzierter Videoclip.

B:

C: von Marcus, gemeinsamer Verein, Sänger und Gitarrist bei KRASSER FAHRSTIL gibts:

D: von Michel, beschter Kumpel fürs Leben

von Fatih, gemeinsamer Verein 😉 gibts:

E:

F: von mir, Chefredakteur von dem hier, Sänger und Gitarrist bei pADDELNoHNEkANU gibts

G:

H:

I: von Nico, der macht nun den klasse Blog VINYL-KEKS, früher mal Subkultura Booking und so einiges anderes…

J:

K:

L: von einer befreundeten Band WuZetian kommt

M: von meiner ehemaligen Nachbarin Jeany:

N: von Martin, dem Saarländer, lieber, langjähriger Kollege

bei Gunter, Fanzine-Reviewer der Provinzpostille und Fanziner mit gibts mehrere Tipps zum Buchstaben N

O:

P:

Q:

R: auch noch eins von mir.

S: von Christian, F-SPIN records

T:

U: von Thorsten, einem lieben Freund und Kollegen.

V: von Andreas, Sänger und Gitarrist bei PHILEAS FOGG .

W: von Andreas gibt es noch einen zweiten Wurf

X:

Y: von der ProvinzPostillenRedaktion kommt

Z:

Ä: kommt von der Band selbst…

review: COR – friedensmüde LP

COR haben ihr neues Album „Friedensmüde“ raus.  Der erste Song „was man von hier aus sehen kann“ geht gleich los mit all dem was man von COR kennt und Friedemanns eindringlichen Lyrics. Diese abwartende katzenhaften Geduld, dieser sehr genaue Blick auf die Menschen. Selbst hinterfragend lyrisch. Musikalisch kann ich gar nicht so genau definieren ob und was sich geändert hat, habe aber mitbekommen dass sich die Bandzusammensetzung etwas verändert hatzu den vorangegangenen Alben. Ihr findet sicher genauere Infos in dem ein oder anderen Interview bei einschlägigen Magazinen dazu, die besser informiert sind als ich, haha!

Ich höre COR in Albumlänge zum ersten Mal und bin überrascht, wie gut mir das gefällt! Immer wieder habe ich in eines ihrer großartigen Videos reingeschaut. Man sich nicht entziehen!

Song 2 „Seele streichen und vergiften“ ganz großartig klare Ansage an die, die nicht wirklich eine Meinung haben, bekommen von den Demagogen die Seele gestreichelt und damit wird sie vergiftet. Sehr schön die Aufforderung zum Schluss „Tanzt, los tanzt!“ Mit „nackt“ die Aufforderung dein Gesicht preis zu geben, Lüge nicht! Hat ne ordentliche Metal-Kante, die ich bei vielen Bands nicht so mag, doch hier fetzt das immer wieder!

Es folgt ein „Abriss“ und ist trotz der ganzen Wut, die in der Mukke steckt, so hoffnungsvoll, er rührt auf zum Kampf, er bittet um ein Leben für alle gleich. Bei der bei den ganzen Punkrock, der in ihrer Mukke steckt, vergessen sie den Metal nicht. Es folgt mit „lass doch mal die Leute“ das volle Rockbrett in dem es um die Freiheit des Menschen geht.

Friedemann macht sich viele Gedanken um das menschliche Miteinander, dass zwischen-einander. Immer wieder bekommen ich aber auch einen Eindruck davon, dass er nicht einfach Beschwerde führt oder angklagt, sondern auch eine Lösung, einen Ansatz einer Lösung, ein Friedensangebot im Petto hat. Obwohl er sich ja für Friedensmüde hält…. Mit dem „Mittelfingergruß“ hält COR noch die klarste Ansage der Platte bereit!

Die Platte besticht durch eine mega saubere Produktion, der Sound ist richtig fett, tight und bombastisch gut. Da liegt eine Schicht über der andern und alles knallt und ballert. Musikalisch sind da viele Freiräume die genutzt werden trotz des in Anführungszeichen in engen Korsetts was man sich ja steckt durch verzerrte Metalgitarren.

All Killer, no Filler.

Erschienen im September auf ruegencore. Dort zu haben oder bei flight13

review: DUNKLE STRASSEN – s/t MC

Dunkle Straßen (benannt nach einem Song der folgenden Band?) aus jeder Pore klingt sofort PISSE! Klar findet eine Band die so steil geht zwangsläufig irgendwann Nachahmer. Wobei ich die 1. Kopie in dieser Art höre. Das soll auf keinen Fall ein Diss werden!

Dunkle Straßen unterscheiden sich in jedem Fall dadurch, das sie auf Synthie und Theremin verzichten. Bass, wenig Klampfe, Drumcomputer. Die Musik dadurch nicht ganz so apokalyptisch, doch ebenso angepisst. Zappelig gehts los mit „die blaue lagune“. Ein paar im Sampels setzen einige Stücke zusammen, Skit 1 und Skit 2. Musikalisch nicht wirklich einzuordnen. Die andern Songs eine wilde Mischung aus düsterem, angepissten Wave-Punk. „nebel“ ist so ein fieses Stück. Geil. Einen Hit landen sie auf jeden Fall sofort bei mir:  „obwohl da ist noch joint. Hat so was vom Minimalismus der Sleaford Mods.

Das Cover ist ganz schön gemacht, die Farben passen da ganz gut zusammen. Irgendwie ist das ja eine ganz schlimme Kreuzung, ich würde mich dort verlaufen, in der Nacht, wenn ich all den Strichen folgen würde. 

Wie auch immer, ich höre weiter, mir fällt bestimmt noch was Schlaues ein, was ich in diesen Review packen kann. Ja: auf der A-seite ist ein Mix der so wohl nicht gewollt wurde, heißt es. Deswegen auf der 2. Seite noch mal die selben Songs in einem echt guten Sound. Das Tape lohnt sich anzuhören, macht mal ne Platte!

Das Outro zum Schluß von Dunkle Straßen zeigt, das die Herren mehr als  Wut im Bauch haben, auch Humor. Jedenfalls scheint da wohl jemand doch n Joint gehabt zu haben.

(ich war übrigens Like #2. also: FB besuchen!)