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MC: the Harry Anslingers – go tranquility base

Nun hab ich hier das tolle Tape von The Harry Anslingers liegen und frage mich als erstes, wieso man sich nach einem Motherfucker benennt, der dafür gesorgt hat, das Cannabis weltweit verboten wird? – bis heute.
Der Tüp war im Federal Bureau of Narcotics und ist dann irgendwann nach dem Zweiten Weltkrieg in die UN-Drogenkommission.

Egal, hier handelt es sich bei „Go Tranquility Base“ wohl um ein Konzeptalbum, in dem es vornehmlich um die Sicht des dritten Manns der Apollo 11 Mission geht. Namens Michael Collins. Nie von ihm gehört? Naja, er hing halt am Bullauge und schaute den andern beiden zu, wie sie Mondstaub aufwirbelten.
Musikalisch ist das ziemlich cooler, ich finde das Wort „fresh“ kann man auch nutzen, Garage Punk Trash’n’Roll, die Gitarren haben einige feine Hooks, nerven nicht mit blöden Solis. Backsection ist tight, in der Missioncontrol in Leipzig versteht man dies Handwerk einwandfrei.Erschienen beim famosen It’s Eleven Record Label. 111 Copies auf Magnetband, name it „MC“. 16 Minuten Spielzeit, sieben Songs.
Sicherlich noch ein paar wenige zu haben!

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LP: fix – more is more

Ab und an muss man einfach was bei Phantom Records bestellen. Und ja, bei einigen Sachen habe ich mich auch schon gefragt, ob das so unbedingt auf Vinyl erscheinen muss – wer kauft das? – und die Antwort ist undbleibt: ja!

Spartenmusik für Nischenhörer.
Hier nun also Fix mit ihrer Debut LP „more is more“. Ich hatte schon mal die erste Single hier besprochen. Ein Leipziger / Israelisches Musikprojekt.
15 Songs in 17 Minuten. Könnte man auch auf eine Seite pressen und die andere bemalen. More ist also nicht gleich more!
Apropos. Das Cover ist irgendwie so oldschool-Computermäßiges Design. Auch nicht „more“. Ihr merkt, ich sucher geradezu verzweifelt nach dem mehr …. okay, gefunden. Mehr laut macht mehr Garagepunk mit Synthie. Wenn es kurz mal für eine Interlude 20 Sekunden ruhiger wird, kracht es danach Fix im Minutentakt. Sehr sehr cool.
Abwechselnd in Englisch aber auch auf deutsch gesungen, auch mal eine andere Stimme, sprich Sänger. Eingerahmt von einem Intro und einem Outro.
Das Cover, laut Beschreibung des Labels – und die ist eh viel cooler, als ich sie jemals schreiben könnte – „Das Ricaletto–Cover zeigt übrigens Hallenser Fachangestellte bei der Nutria–Tafelspitz-Herstellung (Hanoier Anhöhe im Hintergrund)“

Jetzt, hab g’nug g’schwätzt. Mehr isch halt mehr, wenn du des so empfindsch.
Das Album gibts es auf schwarzem Vinyl oder als „name your price“ Download.
Zu kaufen beim Apocaplexy Shop.

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MC: Trash Crawlers – buzz off!

Eine Band, die sich, wie ich inzwischen erfahren musste, bereits wieder aufgelöst hat, hat ein ganz klasse Demo rausgebracht; was ebend nichtsdestotrotz sehr hörbar ist.
Trash Crawlers aus BErlin mach(t)en echt abgefahrenen, eigenwilligen Garagepunk auf „Buzz off“. Eine wilde Mischung aus  lärmigem New-Wave-Punk und Garage und einem ordentlich Schuß Noise.
Eher Mid-Tempo, nicht ganz so schnell, die zwei Frauen und drei Männer haben von sich ein schickes kleines Poster engst zusammengefaltet und in den Pappschuber gepackt.
Zwei Gitarren zocken zwischen disharmonischen Riffs ein Feuerwerk (ähnlich wie das brennende Brett auf dem Cover) des Garage-Trash ab, was mein Gehör echt fein durchzuckt. Erinnert mich manchmal an Oiro in ihren Anfangstagen, so leicht windschiefe Halbtöne kitten die einzelnen Parts zusammen. Wobei die Trash Crawlers kein Punkrock ist.
Der Sound ist ziemlich cool aufgenommen, mit ordentlich Distortion und angezerrten Vocals.
Erschienen ist es bei Mommys Mistakes Records. Schon im August 2021.
gibts noch hier:

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review: ZERO ZEROES – s/t LP

Aus Karlsruhe kommen die Zero Zeroes mit ihrem  ersten Album. Sie greifen ganz tief ins Garage Rock’n’roll-Fass, voll auf die 12.  Eins wird mir nach drei Takten schon klar: das müssen Musiker sein, die ich irgendwie schon mal getroffen habe in der Karlsruhe Szene. Die in einigen Bands schon gespielt haben, man merkt hier an jedem Ton die Spielfreude, die Sicherheit und die Präzision. Die Sicherheit mit der sie im Songwriting unterwegs sind, einen Rucksack voller Melodien dabei haben und den voller Wonne auf die Picknickdecke legen.
Dosenbier im Stadtpark!
Der melancholische Touch liegt mir total gut in den Ohren. Mag es allerdings noch mehr, dass sie auf jede Popattitüde verzichten. Nicht zu viel Schalala und Ohoho. Wenn ich das jetzt mal vergleichen darf, würde ich sagen das die Zero Zeroes Ähnlichkeiten mit Turbonegro haben. Nur sind die irgendwann wahnsinnig auf die Melodien aufgesprungen und haben sich, in meinem Ohren, quasi den Pop aufgezwungen und den Punk verloren. Jaja, steinigt mich jetzt. Jedenfalls verzichten die Zero Zeroes darauf und rotzen ein paar eiskalte Riffs in dein pisswarmes Bier.
Lokale Vertreter gibt es auch, die einem Vergleich standhalten, die Neat Mentals zum Beispiel aus Stuttgart.
Sie waren sofort einverstanden zwei ihrer Tracks auf dem nächsten Sampler zu machen, falls ihr reinhören wollt… LP jedenfalls, so hörte ich, ist (fast) ausverkauft.
Die Band hat schon bei FB angekündigt, daß es einen Repress in grauem Vinyl geben wird UND eine neue 7inch, die sie letzten Sommer aufgenommen haben.
Ein paar Worte noch zum Cover. Es sieht so aus, als ob einem Menschen der letzte Atemzug entfleucht, doch ganz so gehetzt am Rande des Jenseits hört sich die Band dann doch glücklicherweise nicht an. Zehn klasse Songs.Der Sound hat was surfiges in der zweiten Gitarre. Das gibt der Musik Griff, Grip, etwas, woran man sich auf jeden Fall erinnern kann und sie besonders macht. Insgesamt megagut gemischt und gemastered.
Anspieltipp ist „le Fay“.

Ich hör jetzt auf zu lobhudeln.

 

 

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MC: the Harry Anslingers – go tranquility base

In einem gelben Case kommt eine wilde Garage Punkband namens the Harry Anslingers. Es heißt „go tranquility base“, hat ein seeehr kleines Booklet.
Bei der Band handelt es sich um ein Trio, die Prime Crew, insgesamt sieht das so aus: g. g. anslinger (drums, vox), davee damage (bass, vox), rudy reefer (guit, vox). Die Mission Control haben übernommen: jean-baptiste meyrieux (recording, mix), dr.magneto (master), le hauptkevin (artwork). Mensch versteckt sich also hinter lustigen Nasa-Namen, erfunden wie wirklich; denn Harry J. Anslinger hat irgendwas damit zu tun, aber in der Hauptsache war er der Motherfucker, der Hanf weltweit verboten und verteufelt hat. Dafür an Experimenten zu einer Wahrheitsdroge beteiligt war. Wie kann man sich nach so einem Deppen benennen?

Egal. Die sieben Songs gehen ab, wie ne Rakete, von Tranquility nicht die geringste Spur. Erinnert mich hart an die Hives oder die Shocks. Cool, nach vorne (ein)gespielter, Garagepunk, Gesang überdreht, ordentlich Spaß in den Backen. Das Ganze wohl ein Konzeptalbum. Viele Samples vor- und zwischen den Songs. Gute Breaks, Wechsel.
Anspieltipp „upside down & out“ mit der großartigen Bassline!

Die Band hat back in 2018 ihr erstes Demo rausgebracht. Seitdem konstant MC’s bzw auch eine Split 7Inch veröffentlicht. „go tranquility base“ kam im Juni raus, erschienen beim wunderbaren It’s Eleven Records Label. Auch wieder dabei: die Label-Band-Sammelkarte.
Vielleicht kann man dann irgendwann die It’s Eleven vs Amsa Tradecard Sammlung gegeinander antreten lassen! Was für Nerds.

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review: LOSER YOUTH – warum haust du dich nicht selbst LP

Loser Youth „warum haust du dich nicht selbst“ und der ersten Frage die ich stelle, bevor ich die Latte ganz ganz hochlege: wieso soll ich mich selbst hauen? Eventuell gibt der Songtitel „was zum fick bist du kämpfend für“ die Lösung: eins zu eins Übersetzung aus dem Englischen! Daß die Herren Humor besitzen haben sie schon auf den andern erschienenen Tonträgern bewiesen. I like them since the first EP „livin‘ la vida loca“!

Endlich ein Album vom Trio ausm Norden und das geht gleich los als würden THE HIVES mit ihrem Album „barely legal“ drauf losrotzen, nur das hier der Gesang unverkennbar Loser Youth ist. Nach dem kurzen Intro „L.O.S.E.R.“ führt die Band den geneignten Punkhörer ein schönes Sample in den Glauben ein, das Punk zum Satanismus führt. Wie wir heutzutage aus einschlägigen Mainstreammedien wissen, führt Punk nicht zu Satanismus, sondern Frau Merkel gehört dem Satanskult an. Siehe Videos der einschlägig bekannten Demos aus Berlin beim, ist das eigentlich auch schon Mainstream?, allseits bekannten Fernsehsender youtube. Vielen Dank auf jeden Fall an alle Corona-Leugner für diese Aufklärungsarbeit in Punkto Satanismus. Will sagen: das Sample ist schon überholt und trifft nicht mehr den Zeitgeist. Hihi.

Eine Veränderung ist spürbar bei Loser Youth, es werden noch mehr Genres gemixt als auf den letzten Releases. Da herrschte ja noisiger Schrammelpunk vor, nun höre ich mehr HorrorPunk-Elemente („deutschlandlied„), Garage („raum 3„), Surf und aber immer noch windschiefe Noise in den Gitarrenlinien.  Ich erfreue mich an der in jedem Song spürbaren Spielfreude, gut gesetzte  Breaks, kurzes, knackiges Songwriting. Der Bass knallt wie bei einer NYHC-Band, ab und an dann eine schmeichelnde Line („ich bin ein punk„) wie Sahnie bei den Ärzten. Die Drums kloppen dir die Snare um die Ohren! Das Einzige, was ich, auf hohem Niveau, mokieren könnte: nach dem ersten Mal Hören sind die 15 Songs ganz schön durchgerauscht. Am Ende hätte ich gar nicht sagen können, wie viele Stücke das denn waren.

Die Texte sind, kann man nicht anders sagen: wie immer!, ganz klar formuliert, angepisst und doch immer mit einem süffisanten Blick auf das Geschehen, politisch, wie solidarisch, wie gemeinschaftlich. Das Artwork ist diesmal wirklich ein auffälliger Oberhammer, sehr sehr geil! Anspieltipp ist definitiv Song Numero 15 „deutschlandlied“

Platte ist echt hart zu empfehlen. Wer auf die Pisse-LP Anfang des Jahres gewartet hatte, der hat hier allemal drauf gewartet. Erschienen bei RilRec. Link führt zu einer schönen Edition mit Beutel und Dackelposter.