Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

fanzine: zucchini days #1

Auf das Zucchini Days Fanzine bin ich, glaube ich, bei Instagram aufmerksam geworden. So steht es dann auch auf dem Cover: das DeepblueZine Presents: ZucchiniDays Zine #1 im Früjahr 2022.
Mit Deepbluezine macht Esther (she/her) meist kleine Perzines über tote Vögel, Wohlbefinden, erste Zeilen in Büchern, lauter gute Einfälle!
Ich bin sofort auf das Cover und ein Thema angesprungen und habe eine Nachricht hinterlassen. Esther hat mir dann recht schnell ein Heft geschickt. Auf dem Cover sind zwei Frauen, die sich beide hinter ihren Händen die Gesichter verstecken. Oder wollen sie uns die Gesichter nicht zeigen? Hinter ihnen ein leeres Feld in Bersenbrück, da kommen sie nämlich her.
Thematisch bin ich auf „Siebdruck“ angesprungen. Selbstverständlich auch neugierig auf den Rest des Zines!
52 Seiten, Kopiershop-Druck, yeah.

Einleitend ein Vorwort, eine kleine Gschichte über das gepflegte, schwarze Waveoutfit der Jugendtage und eine dazugehörige Playlist auf die Ohren. Mit dabei, zwischen Wave und Pop der 80er, auch die Toy Dolls als immer noch stabile Vertreter des Punk.
Das Label Kellerassel Records wird interviewt, bisher in Internet und so bekannt durch Minimalstpräsenz sind. Und sie bringen in der Hauptsache Death- / Blackmetal und Grindcore raus (entschuldigt, aber an diesem Punkte recherchiere ich nicht weiter, nicht meine Baustelle.) Einen Überblick gibt es bei Discogs, da ist schon ordentlich was zusammengekommen! Sie unterhalten sich darüber, wie man denn so ein kleines Tapelabel macht, von der Musik über die Grafik, etc.
Some Beispieltunes:

Auf diesem Label sind auch Toadeater raus, hier im Heft im Interview. Ihre Themen sind mehr nordisch und auch römisch und griechisch. Götter und Mythologie.
Unter „to be continued“ ist Luki im Gespräch, der ein Label names Sapivon gründen will. Das hatte ich jetzt auch noch nicht, ein Interview mit jemandem, der erst tun wird, was er zu tun gedenkt. Sehr gut!
Ein Interview gibt es noch, mit Minenfeld aus Bersenbrück. Death Metal mit WWI-Thematik. o-kay….

Ein sehr guter, übersichtlicher Artikel über Essstörung und Bodyshaming.
Und zum Abschluß, nach all dem Krach und Lärm, den ich glücklicherweise gar nicht gehört, sondern nur gelesen habe, gibt es den ersehnten Beitrag / Anleitung zum DIY-Siebdruck. Und eine Fragerunde „welches Gemüse bist du“.
Das ist sehr unterhaltsam. Danke für diese erste Ausgabe, freue mich auf die nächste, falls es noch eine geben sollte. Sie schreibt, dass dieses Zine aus der Prüfungsleistung für die Uni entstanden ist.

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

CeDe Salatschüssel #4 – L.A.K. / Commander Nilpfred / Nullpunkt / Schubladendenken

Immer wieder schön, immer wieder neu, eine neue Runde, eine neue Runde!
L.A.K. – Ziel Unbekannt
Jaja, die CDs, die CDs, ich weiß, die Band L.A.K. hat mich auf jeden Fall schon mal dran erinnert, ob ich noch… naja, hier isses also nun, mit etwas Verspätung zum Release, doch immer noch VOR dem Vinyl-Release. Auch hier leider die Begründung: Lieferschwierigkeiten. So schade, dass es kein adäquates Presswerk gibt, welches sich um Punk-Releases kümmert. Ja, ist viel Arbeit, dafür konstant.
Ganz so lang brauche ich nicht in der Herstellung eine Reviews, doch einen CD-Player, den habe ich nicht mehr. Laufwerk gekauft, mp3’s gezogen, aufm Stick gehört:

L.A.K. erfreuen mich mit ihrem Midtempo-Punkrock. Der erste Song „Geschichte schreiben“ zeigt direkt, was die gut eingespielte Band kann und was sie noch vorhaben auf Albumlänge; ein richtig guter Opener!
Mich erinnern diese „ohoho“-Chöre (leider?) direkt an die Toten Hosen und der Gesang an den Herrn Wiebusch von Kettcar. Ist ja keine schlechte Mischung! L.A.K. hatte ich schon mal auf dem Plattenteller liegen. ihr letztes Album kam 2018, einen Review hatte ich für den Vinyl-Keks  geschrieben; doch die Aufnahmen zur neuen Platte (produziert mit Kurt Ebelhäuser – auch Pascow, bspw.) überzeugen 100%.
Die Band hat sich nach über 25 Jahren (!!!) also nochmal richtig was vorgenommen. Mit dem Sound, der verdammt guten Spielweise, den ehrlichen, freundschaftlichen,  kritischen und reflektierten Texten, brauchen sie sich auf keiner Bühne zu verstecken und gehören ganz klar ins Abendprogramm; und in jeden CD-Player.

Ein sehr liebenswertes Video, herzlich, hach:

CD’s oder auch als Vinyl im Bandeigenen Shop.

Commander Nilpfred – Tyrannopotamus Rex

Schon der Name weißt ja auf Partypunk hin. Wobei sich die Kombination an Worten, für mich als Die-Hard-Politpunker (hüstel) echt beißen. Da wo Punk zur Party wird, isses spießig, bunt und gewollt.
Beim ersten Stück „fick das system“, ja, auch beim zweiten „rothenfeld“ ist jemand hart in ein Reimbuch gefallen und hat alle Reime auf „system“ und „feld“.
Gefällt?
Und zwar wie ein Baum.
Mit der Axt.
Also nicht die Axt, aber der Baum, der gefällt.
Der dritte Song „carpe diem“ erinnert mich an Simon & Garfunkel.
Wenn ich so anspruchvolle, abwechslungsreiche Musik höre, was Commander Nilpfred ganz sicher machen, dann komme ich mir so gänzlich ungebildet vor!
Das hat ne Range, hier gibt es kein Einschienenbahn-Punk, mal ist eine Verzerrung auf dem Bass, aber:
spätestens bei Song fünf „über den Wolken“ der Platte „TyrannoPötamus Rex“ – dessen Titel ich nicht verstehe – kann ich nicht noch einen mehr. Beim Titel habe ich habe eine Annahme, dass das auf das Covermotiv anspielt, auf dem so eine Art Wolpertinger zu sehen ist. Die Band hat den Namen sicherlich wissenschaftlich korrekt aus einem WasIstWas-Buch zusammengesetzt.

Sehr humorvoll das Ganze. Gibt es im bandeigenen Shop zu kaufen, auch als LP oder MC.
Das ist kein Punk, oldschool nennen sie es, sie haben einen Punkhintergrund.
Top eingspielt, ganz sicher sehr gute Einstiegsmucke, ich bin raus.


Und bei(m) Nullpunkt angelangt:

Nullpunkt – Gemischtwarenladen

Aus Rostock kommen Nullpunkt. Hui der Name eigenet sich ja gleich für mehrere Steilvorlagen (hihi), vor allem nach der letzten CD, ich bin in meinem Auto unterwegs (von Konstanz nach Singen, wer es wissen möchte) und höre mich durch. Seid 15 Jahren gibt es die MelodicPunker schon; im November gibt es ein Jubiläumskonzert in Güstrow. Das ist ja auch ein Wort. In 15 Jahren passiert viel, man hat sicher schon das ein oder andere Release auf die Hörerschaft losgelassen und manch Konzert gespielt. Nach kurzer Recherche: es gibt ein Release vorneweg, das ist von 2012. Andere Recherche ergaben zwei Releases…

Nun also 12 freshe Songs, auch fürs Gemüt: Mit „du“ haben sie ein sehr persönliches Stück geschrieben und im Video ist sicher das ein oder andere Kind zu sehen, was in den letzten Jahren zum Bandgefüge hinzugekommen ist. Das ist sehr freundschaftlich!


Von vorne gehört hat Nullpunkt viel Attitüde und klare Kante gegen Rechts. „Im Netz der Spinner“ wartet mit rockiger Stimmer, Double-Base und Metalkante auf.
Genau in dieser Mischung liegt Freude und Schmerz, meiner vor allem. Das ist super gespielt und aufgenommen, die Musik und Texte ist was für größeres Publikum. Eine Mischung aus Die Ärzte, FSF und 100 Kilo Herz. An mir läuft das etwas vorbei und von all den vielen Spielarten, die die Band drauf hat, bleibt bei mir vor allem Soli und ein Hauch von Punk hängen und ganz ganz viel Rock.
Erschienen bei RockZoneRecords, auch als 180gramm LP. Bereits vor mehreren Monaten, die CD hats nun aber mal in den CD geschafft.

Schubladendenken #2 – LabelCompilation von Bakraufarfita

Schubladendenken, eine LabelCompilation aus dem Hause Bakraufarfita. Geilstes Label.
Geht gleich los mit der neuen Single von 100 Kilo Herz. Track zwei ist Detlef. Keine Sorge, ich geh jetzt nicht jeden einzelnen Track durch! Detlef haben mich total erschreckt, irgendwie hab ich irgendwann mal ein Video gesehen, oder so. Ist nicht so ganz mein Style und diese Snare klingt zeimlich schrecklich. Insgesamt nicht schlecht. Eher so Mukke könnte ich mir vorstellen, wenn ich ganz hart besoffen bin aufm Konzert  (das bin ich nie), dann kann ich stundenlang mitgröhlen. Apropos: Thema für die Toten Crackhuren im Kofferraum. die Vorzeige Schlager-Punk-Band, falls man sowas überhaupt in einen Zusammenhang bringen darf. Die sich in einer Nische breit gemacht haben, die es eigentlich gar nicht gibt. Alleinstellungsmerkmal. Ein ganz wunderbarer Song, der die komplette Geschichte von „alte Männer machen Punkrock mit Bums Humor, sind einfach sowas von gestrig“, umso schöner, dass im Laufe der erzählten Geschichte die toten crackhuren wieder zu Punkrock-Leben erweckt werden und zurückkommen!
Ich kann das neue Album folglich nur empfehlen! Es ist zwar hart Pink, und ich hasse Pink, aber was tut man nicht alles …
Einiges kenne ich noch nicht, und ist der Grund, weswegen ich mich entschlossen habe, diesen kleinen Review zu schreibe, denn die Compilation macht Spaß zu hören.
Zum Beispiel Kumpelbasis „die Armee der Zeigefinger“, so ein bisschen Ähnlichkeit mit den Dorks. SOKO Linx, megaburner! Klaus from the South, schlagereksen Punkrock, so Sportfreunde Stiller mäßig. Gruselig! Und ich bin noch nicht am Ende der ersten CD.
Bands wie Partout (auch schon hier mal reviewed), Blaske, Büchse, richtig coole Bands. Dead Koys, Kurschatten, Piefke und Huelse.
Einige Bands gibts im Shop im Angebot, greift zu, andere werden euch noch hoffentlich mal live begegnen! Tolle Auswahl.

Wehrmutstropfen ist Barde Thomas Tulpe.
Insgesamt ein super Überblick über die Sachen, die bei Bakraufarfita erschienen sind, bzw. wohl auch noch erscheinen werden.

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

mc: sven the slacker – hutch

„hutch“ von Sven the Slacker. Ein Slacker ist jemand, der eine geringe Anpassungs- und Leistungsbereitschaft hat. Nun, Sven hat es geschafft, sich seit 2020 so einige Songs zu erarbeiten und präsentiert acht davon nun auf einem (sold-out) Tape.
Ich bin jedenfalls überrascht mal wieder was von Aldi-Punk im Briefkasten zu haben. Es ist schon Release 133, vow! Finde bemerkenswert, dass er immer noch tauscht und ganz viel Deutschpunk macht. Wobei Sven nun so gar nichts mit Deutschpunk zu tun hat. Es ist eine ganz liebenswerte kleine Kassette in einem Pappschuber. Weißer Pappschuber, weiße Kassette mit ganz viel Schwarz drauf. Doch ganz so präsentiert sich die Musik, glücklicherweise, nicht.
Synth-Post-Punk, den Sven The Slacker hauptsächlich selbst zusammenzimmert, bei „allein“, dem ersten Track, hat er allerdings schon gitarristische Unterstützung von Benjamin Streich. Sven selbst hört sich ein wenig an, als hätte er ziemlich lange mit Jensen verbracht. Allein in seinem Zimmer.
Jedenfalls spielt Benjamin noch bei andern Songs mit und ab und an singt Magda den Background-Chor.
Teilweise erinnert mich das 8-Song-Tape an Peppone oder vielleicht auch so ein bisschen Phileas Fogg. Er selber sagt, dass „DIY-Lofi-Synth-Punk“. Da ist schon ne Menge rausgekommen, Sven The Slacker, der auch als ROSI, so meine Rechercheergebnisse, unterwegs ist, hat aktuell auch schon wieder zwei neue Tracks raus.
Da er aber das „internet“ hasst, ist es sehr sehr schwierig, Informationen zu bekommen (FB, Insta, Tube).
Insgesamt hat das Tape eine kleine, feine Melancholie, die einen nicht nach unten zieht, auch nicht aus dem Halbdunkeln in die Sonne geleitet, eher sowas für die „Zwischendurch-Tage“; also der Herbst, der jetzt kommt. Garagig, punkig, Synthie, lakonischer Gesang.
Und die hab ich eher öfter als die Up’s and Down’s, Volltreffer also.
get it here:

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

MC: lena stoehrfaktor – die essenz EP

Lena Stoehrfaktor hat ein neues Tape raus mit sechs neuen Track, die es in sich haben.
Saucooler Rap. Ja, Rap! Kein bräsiger Hiphop, keine Fritzelditzel Hihats aus der Retorte. Toughe Beats, gutes Kopfnickertempo, klare Ansagen.

ich teil aus und du kassierst

In Runde eins steht die Boxerin Lena im Ring und fightet mit den „real“ Hiphoppern, die ihr Muskeln wohl nur zuhause aufpumpen und dan im luftleeren Raum ein wenig mit den Armen wackeln.
Lena ist the real Shit, this shit is dope!
Okay, eine Runde zurück. Lena hat bereits einiges raus, zwei tolle LP’s produziert mit „Gott im Himmel, Leichen im Keller“ (2016) und „Blei“ (2018).
Ich habe die beiden und wollte schon eeeewig eine Review hier schreiben: ihr müsst euch Lena reinziehen – und habs verdrängt. Jetzt aber die Chance mit ihrem neuen Taperelease, ganz „klassisch“ kann man sagen. Es ist aber kein Mixtape, es sind gemixte Songs drauf, ja!
Sie klopft nicht immer so dicke Rhymes und haut mit dem Boxhandschuh auf die Buchstabensuppe der laschen Hiphopper. Doch sie hat schon einige Jahre eine Crew, mit der sie konsequent Musik macht. Asi-Es und Sinok sind die beiden Aliase, die ich immer wieder auf den Scheiben entdecke.
Aber Lena Stoehrfaktor ist eine ziemlich leidenschaftliche Musikerin und hat auch noch die Mainvocals im Rattenkabinett.

Zurück zum Tape!
Ein Video hat sie in ihrer Hood gedreht zum titelgebenden Track „Essenz“

Wo es mir aber in den Fingern juckt, zwei Takte loszuwerden ist bei „Sonnenallee“. Lena Stoehrfaktor verarbeitet ein wenig die Jugend ihres Hiphops. Wer war ihre Gang damals „Conexion Studio“ in der Sonnenallee in Berlin. Unterwegs über die Dörfer, keine Gage dafür Spaß, Ärger mit Nazis und Bullen; dieser Track ist top gereimt und die trockenen Beats ziehen gleich mit. Erinnert mich an die 90er Jahre. Als Rap irgendwie viel tighter war als heute.

Es sind einige Videoaufnahmen von 2006 mit drin, ja da ist viel Zeit vergangen von damals bis heute. Einige sind drangeblieben, einige dem Burnout erlegen.
Im Interview haben Lena Stoehrfaktor und ich ein paar Gedanken dazu ausgetauscht.
Mit den sechs Tracks ihrer neuen EP „Essenz“ geht es mit den Themen „Rap und nicht Pop“, Identitätsfrage, Kapitalismuskritik und überhaupt, der Frage nach dem Sinn, warum man etwas macht – warum Lena rappt – immer sehr klar und ohne Schnörkel um das Wesentliche.
Man kann schnell vergessen, in welchem Jahrzehnt Rap gerade (fest)steckt, wenn man ihren Tracks lauscht. Ein Favorit? Nope. Das ganze Ding ist Bombe!


Zum Abschluss ein Video aus 2016 mit dem Rattenkabinett, die übrigens im Herbst gemeinsam ein neues Album rausbringen. Ein wenig umbesetzt an den Instrumenten, mit Lena Stoehrfaktor am Mic.
Platten und / oder Tapes bekommt ihr bei Tanz auf Ruinen oder Black Mosquito oder direkt die zweite Auflage der MC bei Bandcamp!

(diese Review erscheint auch noch so ähnlich beim Vinyl-Keks.)

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

fanzine: Brot #7

Die Taktung und die Grafik dieses hervorragenden und informaativen Zines aus Hamburg ist schon quasi Gewohnheit geworden.
Wie können die Macher Yannig und Thommy da noch was drauf legen?
Durch die Rezension zweier Ausgaben der ProvinzPostille (#7 & 8 – Danke für die Blumen!) oder durch „hervorragende Gastartikel“ wie sie auf der Titelseite mit den Insekten beworben werden?
Gar nicht. Ist alles super so!
Obwohl, der Gastartikel n Jan (Proud to be Punk Fanzine) über „150. Jahrestag der Pariser Kommune“ ist schon ziemlich super.
Beste Punksongs über Tiere beschert euch ganz sicher eine neue Playlist, ebenso wie der tolle Artikel über „black an PoC Punk History“.
Durchweg super. Es gibt auf 130 Seiten noch sehr sehr viel nehr zu lesen.
Wo bekommt ihr das?
Zum Beispiel beim No Spirit Mailorder.

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

fanzine: kellakinda #1

Lange hat es gedauert, bis die erste Ausgabe des Kellakinda-Fanzines von Macher Dan Yell in meinem Händen landete. Nun ist sie da und ich bin ganz angetan!
Superviele Interviews, mich erinnert das sofort an die Herangehensweise beim No!Pop:Mag
Es gibt einige Interviews mit Bands aus der Gegend da oben in Deutschland. Von mir aus hier, ist das schon ziemlich weit weg.
Boigrub (aus Quedlinburg), antifaschistische Skinband. Frei statt sicher (Seesen/Hildesheim), die klassische Punkernamen à la Ratte haben, machen Punkrock und haben den Sampler „Prokastinierte Revolutionäre“ raus. (kann mir jemand mit den vielen Fremdwörtern weiterhelfen?). Dan unterhält sich auch noch mit Key Pankonin (Autor und Gitarrist bei Die Firma und Ichfunktion). Den Elektropunker schlechthin, wer ihn nicht kennt, ihr ahnt es schon: ist kein Punk. E-Aldi. Mit Mehlorder.
und und und.

Ein Gastschreiber namens Fritz Strube haucht ein paar Worte „mildes Lüftchen“ über 2 einhalb Seiten. Die Story, ich nehme an, ich habe sie verstanden, dreht sich um einen notgeilen Typen, der Frauen auflauert. Hui. Also ich hätte sie weg gelassen. Empfinde diese Art, aus diesem Blickwinkel zu schreiben, als absolut nicht mehr zeitgemäß. Diese Seiten sind aber auch der einzige Ausreißer in einem sonst guten Zine, was einem einen riesen Stapel neuer Bands, die auch auf dem Sampler sind, der als CD beiliegt.
Dan Yell gibt auch zwei neue Kurzgeschichten zum Besten, er hat ja auch ein kleines Buch namens Hirnfick & Scheusal raus. Zudem betreibt er eine kleine FB-Gruppe für seine Band Dan Scary. Bestellung per PN oder Mail.

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

MC: Krause Glucke Weltverschwörung vs Eyesore Split EP

Was Neues der deutschsprachigen Punkband aus Konstanz mit dem längsten Bandnamen momentan Krause Glucke Weltverschwörung. Ja, dieser ferne Ferienort hat eine Punkband zu bieten. Dazu noch eine mit sehr engagierten, klaren Texten über Alltagssexismus, Alltagsrassismus („alle gleich“), Ungleichheit durch Kapitalismus („Fehler im System“), Verlassen-sein („doch nur Angst“) und als vierten Song gibt es ein herzlich punkrockiges Fuck you von #Punktoo an alle Männer, die sich mit den immergleichen Klischees umhüllen.Musikalisch weniger sperrig wie Lügen, dafür aber auch weniger abwechslungsreich. Soweit ich mich erinnere gab es einen Bandwechsel in der Band; ja, das kann man so formulieren.
Hach diese Timelines, die manchmal so vorbeilaufen… sorry: war es der Drummer oder die Gitarre? Jedenfalls klingt das gesamt Zusammenspiel frisch und spielfreudig. Punkrock mit Midtempo, ab und zu ein Ausreißer nach oben. Ab und an ein Hauch NDW. Der Sound ist viel besser als auf den vorangegangenen Releases und doch bleibt die Band sich treu und nimmt alles selbst auf und mischt auch in Eigenregie. Das ist echt cool. Wird Zeit, das ich die Band mal live sehe, verfolge das Treiben nun schon seit dem ersten Demo! Marion, die Sängerin, hat mir noch eine nette Notiz zum Tape gelegt, ich war der Erstbesteller. Yeah! Seit auch ihr alle Erstbesteller: Nachricht

Zwischenstation: das Artwork ist super. gefällt mir richtig, richtig gut. Ist ein schickes Pappschuber-Faltcover, wie auch immer das heißen mag. Das Tape ist bedruckt und ein Lyricsheet in A4 steckt auch noch drin.

Die mir bisher unbekannten Eyesore machen da weiter, wo KGW aufgehört haben: sozialkritisch, wütend. Ihr  Sound entspringt mehr dem Hardcorepunk, wobei sich zwei der Bandmitglieder auch die andere Band teilen. Folglich: auch aus Konstanz.
Sie fassen ihre fünf Songs umfassenden Beitrag zur Split mit „Fünf neue Songs von Eyesore = fünfmal Arschtritt in die Fresse! Viermal Anschiss für Nazi-Kartoffeln, Szene-Spackos, Konsumzombies und für einen emotionalen Ausbruch ist auch noch Platz!“
Marion und Tilmann teilen sich also die beiden Bands. Wobei bei Eyesore in meinen Ohren wie der fiese, hässliche Bruder der melodiker Kuballa aus Ludwigsburg klingen. Kennt ihr nicht. Na dann (klick den Link!!!)
Deutsche Texte auf midtempo Hardcore-Punk. Arschtritt in die Fresse, um da die Band selbst nochmal zu zitieren.
Das feinsinnige der Krause Glucke Weltverschwörung ist mir etwas näher, nichtsdestotrotz haben Eyesore zwei Pogokracher „Egoscheiss“ und „Kein Land“ am Start. Hab Bock auf ein Konzert! Die Band schreibt aber, dass die Aufnahmen nicht als Split gedacht waren und:

Vielleicht noch kurz ein paar Worte zur Entstehungsgeschichte: Das ganze war ursprünglich nicht als split geplant. Die Aufnahmen dazu waren schon Anfang 2020 im Kasten und gemixt. Allerdings ist es, wenn man von einer ordentlichen VÖ sprechen möchte, mit Aufnahmen alleine noch lange nicht getan. Selbst bzw. gerade im DIY-Business fängt hier die Fummelarbeit erst richtig an. Ungefähr zeitgleich hat David seinen Ausstieg angekündigt und auch sonst war es uns aus Gründen zeitlich kaum mehr möglich weiter zu machen. Die ganze Angelegenheit mit der VÖ ist dann leider etwas verschleppt worden und die Aufnahmen wanderten in die Schublade.

Nun, ihr seht und hört, sie sind nun doch an die Ohren der Öffentlichkeit geraten und ich sage: da sind sie gut aufgehoben.
Es ist stark davon auszugehen, dass ihr euch unbedingt eins der Tapes zukommen lassen müsst. Bandcamp!

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

Fanzine: Break the Silence #2

Das neue Break the Silence ist schon im Februar 2022 erschienen, bei mir vor ein paar Wochen gelandet. Nicht nur, dass mir genialerweise dieser Zaunpfahl gleich ins Gesicht schlug: dem Heft ist, gottseidank, ein paar Blätter Klopapier begefügt; so ist es durchweg auch noch lesbar! Yeah.

Von vorne: ich nehme an, in Anspielung auf die „Klolektüre“ ist das Papier anbei, nicht, weil sich der Macher Ralf Als Hamsterkäufer outen möchte. Es ist Klopapier für „die extra lange Sitzung“ des Break the Silence!
Diese startet mit einem zweiseitigen Vorwort und den darauffolgenden News über mir meist unbekannte Bands. Dabei wird mir schnell der Zusammnhang zum Titel „Break the Silence“ klar, es wird hier in der Hauptsache Hardcorepunk und Crustiges besprochen. Manchmal finde ich da schon richtig gut, dass ein Fanzine völlig geräuschlos ist. Man kann in Ruhe lesen, die Musik steht nicht im Vordergrund, sondern der Inhalt. Die Geschichten.

Geschichten darf VSK (Deutschpunk) erzählen, Danger!Man (norwegischer Hardcore) und die Black-Metal-Band Lucifuge (Bremen) und Label Attack Records. Interviews wirklich alle gut lesbar, informativ und ausführlich.

Ralf erzählt uns von dem überdimensionalen Fettnapf, den er auf einer Reise gefunden hat, darüberhinaus über all die Zines, die er in der letzten Zeit verschlungen hat; auf dem Scheißhaus, versteht sich. Er verabschiedet sich von einigen Menschen, die ihm sehr ans Herz gewachsen waren, bzw. die er auch aus den Augen verloren hatte. Das gibt dem  Heft die persönlichste Note.
Den beiliegenden Tapesampler hat er all diesen Menschen gewidmet und spielt uns Musik vor, die er mit ihnen erleben durfte, als Teil einer Szene, als Tourfahrer, als Konzertbesucher, als Freund. Ein schöner Tapesampler „Somewhere over the Rainbow“ mit bspw. Exilent, Disorder, Colera, Leatherface, See you in Hell, Negazione, so much hate und und und.
Insgesamt ist Ralf wohl ohnehin eine ehrliche Haut und nimmt kein Blatt vor den Mund. Was man an seinem Outro auf der letzten Seite gut erkennen kann. Just, als das Heft fertig war, fing der russische Angriff auf die Ukraine an.

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

LP: i am the fly – pattern/function

Ich habe total gefreut zu hören, dass I Am The Fly eine Platte herausbringen!
Mega-Bandname, fetter Sound, Weirdo-(Zwei-Fliegen)-Orgel-Core mit hardcore-geile Hooklines.
Vorfeude also auf 20 Songs und 33 Minuten Spielzeit, oder so.
In die Hand bekomme ich ein gesiedrucktes Cover, welchem der 7inch nicht ganz unähnlich ist.
Sie legen los mit „Anhedonia“, einem etwas zurückgenommenen Track, der nicht gleich so fetzte, wie die 7inch einstmals.
In Songs wie „Biomass“ oder „The ugliest Part of your Body is your Brain“ kriegt man die Sozialkritik as der Sicht einer Fliege um die Ohren gehauen.
Tatsächlich würd sagen, dass bei I am the Fly eine Null-Veränderungs-Strategie Teil eine Plans ist. Der Sound ist exakt so geblieben wie auf der selbstbetitelten 7inch. Kleine Veränderungen passieren beiläufig mehr musikalischen Bereich, dass das ganze Songwriting, die Hooks irgendwie dystopischer wirken. Insgesamt etwas nachdenklicher, ncht ganz so tanzbar und doch hat es diese geniale Zappeligkeit, weil die Drummaschine dann doch ein recht hohes Tempo ballert.
Die Orgel schwurgelt (ja, da hab ich nun ein Wort erfunden) der Bass hat die geilen, dengelnden Riffs, was zusammen wieder ziemlich fräsende  Melodien hervorzaubert.

Ich hoffe, die beiden Fliegen mall auf einem Livekonzert geniessen zu können; und auch, dass die Orgel nicht zu laut wummert, das hatte ich neulich mal, das war schade. Egal für hier. Superknaller 6 Song EP, einseitig bespielt, auf der Rückseite eine Fliege im Siebdruck.

Bei der Band direkt zu erstehen, einfach anschreiben, das Teil gibt es zu einem echt fairen Kurs. 150 Stück gibt es.
Klar. Bandcamp noch: