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fanzine: Underdog #68 „punk at the movies“

Nach einer ganzen Weile MUSSTE ich das Underdog einfach mal wieder lesen (und: ich sollte mal mein Abo erneuern!) und hab es bei einem Mailorder (mit)bestellt.
Für diese Ausgabe haben die Macher das Thema Punk in Spiel- und Dokumentarfilmen vorgenommen. Ich sollte mich selbst fragen, warum ich das noch nicht gemacht habe, da ich schließlich seit über 20 Jahren bei Filmdreharbeiten meinen Lohn verdiene. Ganz ehrlich: weil die meisten Filme mit und über Punks einfach scheiße sind. Die meisten Schauspieler halten das Punk-sein für einen riesen Spaß oder tragen halt doch nur Kostüme. Oder die Filmemacher*in hat einfach ein Sujet gesucht und verarbeitet sein eigentlich spießiges Leben in Form einer (vermeindlich) unangepassten Subkultur, in der sie/er sich nicht auskennt.
Wie auch immer: wie immer sehr fundiert recherchiert, wir beginnen hier mit den ersten Punkfilmen, die Ende der 70er Jahre entstanden sind und gehen bis ins Heute.
Interviews gibt es mit Wolfgang Büld, der in frühester Zeit schon einen Film gemacht hat, der „Punk in London“ heisst und 1977 dokumentarisch mit Siouxsie and the Banshees, Adverts und Generation X gefilmt wurde.

Eines mit den Reding-Zwillingen, die „Oi-Warning – Leben auf eigene Gefahr“ gemacht haben. Hier verarbeiten die beiden Brüder in großen Zügen ihre eigene Adoleszenz in teilweise harten, zwischenmenschlichen Körperlichkeiten und einem (fast) irrwitzigen Soundtrack. Der FIlm ging damals so durch die Decke, dass die beiden eine Tatort-Folge inszeniert haben!
Ein weiterer Mann kommt zu Wort: Tarek Ehlail, der „Chaostage – we are the Punks“ inszeniert hat. Er ist viele Jahre schon mit Moses vom Zap-Magazin befreundet gewesen, auch hier wurde viel der eigenen, ungestümen Jugend auf Zelluloid gebannt. Ja, diese Filme stammen von Anfang der 2000er, da wurde noch nicht alles digital gedreht und nachbearbeitet.

Nach dieser stark nach Männerschweiß riechenden Punkfilmwelt folgt dann endlich „Frauen* in Punkfilmen“ (vor und hinter der Kamera). Es geht um Filme wie „Pretty in Punk“ „Time Square“ oder auch „her Smell“. Ja, es gibt schon auch ein Interview mit einer Frau: Penelope Spheeris. Bspw. bekannt durch „The Decline of Western Civilisation I & II & III“. Dokumentarfilme, die sich die Jugend/Subkulturen der Szenen in L.A. 1979 bis 1998 vornehmen. Äußerst spannend!

Dann springen wir zurück in der Zeit und alle dreht sich um ein Format, welches es heute quasi nicht mehr gibt: Super 8.
Insgesamt eine wirklich lesenswerte Ausgabe, da man hinterher nicht nur einfach Musik konsumierten kann, sondern sich durch viele Stunde Filmmaterial wühlen. Klar, es gibt auch einige Rezensionen zu einschlägigen Filmen.

Einzig: mir fehlt ein wirklich klasse Film, den ich schon mehrfach verschlungen habe, da ich ihn als ganz großartig gefilmt und gespielt empfinde. Meine Emfpfehlung, neben all denen aus dem Heft: Hardcore Logo.

Heft gibt es auf der Hompage des Underdog

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fanzine: бред #1 (fieberwahn)

Für mich, wieder einmal, ein Fundstück aus meinen endlosen Streifzügen durch das nette Netz. Dort finden sich aktuell für mich so viele neue Zines; wahnsinn.

Hier eines, das nach 10 Jahren einen Neustart bekommen hat. Zu Deutsch heisst es (Fieber)Wahn, kyrillisch geschrieben: бред.
Hierzu leider (noch) kein Link, es gibt nur eine Mailadresse, falls ihr Kontakt aufnehmen wollt.
40 Seiten, handmade, selbst getackert und in s/w kopiert. Soweit, so klassisch.
Inhaltlich spezifisch.
Ein Interview mit Messed Up, das ist bei einer Melodic-Frauen-Punk-Band aus Belarus. Alle Songs und Texte auf Russisch und ins Englische übersetzt. Super Interview!

Bemerkenswert ihre Posts bei FB. Es scheint noch etwas Hoffnung zu geben und die Band weiter Musik zu machen!
Anschließend noch ein Bericht über die Proteste, die in Belarus stattgefunden haben und von Machthaber Lukaschenko niedergeschlagen wurden.

Aus einem anderen europäischem Land, Griechenland, gibt es noch einen weiteres Interview mit der Band Στράφι (strafi) die auch eher die Melodic-Punk-Fraktion bedienen. Alle Texte auf Griechisch, diesmal ohne Übersetzung.

Und gerade wegen (oder trotz) dieses Sounds hat die Band mehr zu erzählen, als über sich selbst. Sie sprechen offen die Verhältnisse im Land an. „Punk grows where injustice thrives“
Sie spielen viel in Squads, was sie Aufgrund der Pandemie natürlich missen. Es dreht sich auch im Interview, wie im anschließenden Bericht, um die Umstände in Moria und vor allem um den Hungerstreik von Dimitris Koufontinas. (Einfach den Link anklicken, dort gibt es einen ausfühlrichen Bericht)

Dazu kommen ein paar Fanzine-Reviews und Platten in Besprechung. DIY Tipps #1 zum bleichen von Klamotten.
Ich finde das Heft übersichtlich im Cut and Copy Stil präsentiert. Timo darf gerne bei seinem Schreibstil bleiben und Interviews mit Bands machen um anschließend noch etwas über die Umstände zu berichten.

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MC: Muellheim – Fun

Gibts Pisse eigentlich noch? Also wenn nicht, dann habe ich auf jeden Fall die richtige Nachfolgeband für euch und die heißt Müllheim. Wobei diese Band hier klar so Pisse-Anleihen hat und ich will das auch nicht zu oft droppen, denn sie haben auch einen hart Post-punkigen Touch. Sind wesentlich krachiger. Glaubt ihr nicht? Naja, bei den oben genannten entsteht der Krach durch die Dissonanz der Instrumente, bei Müllheim durch 17 mal krachig eingespielt und aufgenommen.
Die Band hatte mir schon mal ihr erstes Tape zugeschickt und ich hab mich tatsächlich gefreut auf die neuen Songs, als ich das Tape eingelegt habe. Mülheim sind in meiner Soundwelt etwas noisiger und wagemutiger als andere Synthiebands. Oft klingen die supertough und alles ist total aufeinander abgestimmt. Hier kriegt ihr gleich mit „weiß, reich“ einen lärmigen Track um die Ohren. Der Gesang etwas leise. „dein Stuhl wackelt“ schön rotzig, alle Instrumente klingen durch und insgesamt meint man eine Band zu hören, die bei ihrem ersten Gig ausprobiert, ob die Lieder funktionieren.
Mit „m:m“ will man doch gleich mitzappeln. Und so ein artsfartsy Videoclip drehen. In so nem schrabbeligen Keller im West-Berlin der Vor-Wendezeit. Aber es gibt keine Videos. Ich hab wieder nur diese abgeknibbelten Bieretiketten als „Brief“. Geil. (wenn ihr das auch bei 20 andern Rezensenten macht: Respekt!)
Ich finde die neuen Tracks um ne ganze Spur geiler als noch auf „kron“. Sie haben ein eigenwillig eingängiges Songwriting gefunden; welches sie oft im selben Song zerlegen, um irgendwie wieder zusammenzufinden.
Sie selbst würden sagen, das ihre Refernenzen DinA-Testbild, Mittagspause oder Abwärts sind. okay. Mir doch egal! Sind doch alles Bands aus so nem Musiklexikon, was?
Es käme oft das Wort „Deutschland“ vor, steht im Begleitpuzzle. Ist mir auch relativ Hupe, denn es geht ja um den Inhalt. Toxische Männlichkeit, weiße Nazis, Migrationserfahrungen, das Leben im Kapitalismus. Alles richtig.
Auf jeden Fall sind sie desillusionierte Musiker, die das ganz hervorragend zum Ausdruck zu bringen wissen. Wie gesagt: 17 Songs!

Anspiel-Tipps: m:m, second generation immigrant, und und und. Hier zu haben:

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fanzine: Hansa Zeneca #3

Mit dem Hansa Zeneca Numero 3 hab ich mir etwas Zeit gelassen. Habs einfach… ach Mensch, der Stapel wird immer größer und größer. Und ich lieb doch diese Zines. Und jetzt kann man dieses Heft nicht mehr unterscheiden von den andern: es ist nämlich wieder in A5 und keine Zeitung mehr, wie noch Ausgabe 2.
Zu Beginn möchte man mich mit einem Scherz für den Winter, einer CD-Beilage, cachen. Die kommt vom Lieblingspunklabel Bakraufarfitara. Mit dieser CD-Beilage geht dein CD Player in jedem Fall kaputt, dafür hält er das Bier schön warm; von unten. Immerhin: sie bieten Ersatz an.

Werbung von Audiolith weisen klar dahon, dass man sich nun den schönen Druck bezahlen lässt durch Commercials, damit der Preis des Heftes schön tief bleibt für den Konsumenten. Stimmt doch so 😉
The Kleins haben eine CD-Beilage beigesteuert. Die müsst ihr zuerst einlegen, sonst: siehe oben. Wenn nicht die Musik bereits eure Ohren geschrottet hat. Gibt es bei RilRec.

Es war wohl vorerst mal die letzte Ausgabe, ein kleine Pause – hoffentlich keine Großen Ferien – soll kommen. Ist jetzt auch mal schnell der Grund, weswegen diese Worte ausreichen müssen als Kaufargument!
Gibt es bei Fire and Flames zu kaufen. Oder im Hauseigenen Shop Rilrec.

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fanzine: rubberXhead #6

Das ist RubberXHead Numero 6 ist bei mir im Briefkasten gelandet.
Was ich auf den ersten Blick schon mal mehr cool finde ist, dass es in Schwarz gehalten ist, trotz der Farbkleckse; wie zB der Frau mit der Fahne „Never give up“ auf dem Cover.
Und da dies die Nummer 6 ist: genau, haltet durch! Klar müssen Fanzines nicht per se auf Jahrzehnte geplant sein, aber etwas längerfristig dürfen sie das alle machen, da es alle auch nicht mehr gra so oft machen. Der Rhythmus eines Zines hat sich von (wenigen) jemals monatlich erschienenen Zines auf mindestens einen Zwei-Monats-Rhythmus verschoben. Eher sind es aber 3- 6 Monate. Ich hatte aber schon immer das Emfpinden, dass das nicht aktuell sein MUSS. Es ist schön, wenn es Aktuelles gibt.
Themen sind #punktoo, Interview mit der Band eat my fear (queerfeminist Hardcore aus Berlin). Scheißcoole Mucke, roh, noisig, in your face, und mit dieser klasse Jeansjacke! („…and full of love“)

Etwas wortbegriffiges (ich nenn das mal jetzt so) nämlich Ableismus auf Hardcore / Punkrock-Konzerten. Aus dem unten angefügten Interview von Brösel weiß ich, dass er selbst das so nicht kannte und auch ersteinmal recherchiert hat. Ich halte das Thema für sehr wichtig, keine Frage, doch wer weiß sofort, um was es geht. Ich würde eine simples deutsches Wort doch irgendwie bevorzugen, damit ich es nicht jedes Mal erklären muss. Ist aber auch weit weniger wichtig, wie das Thema selbst. Ableismus = Menschen werden im Alltag auf ihre körperliche oder psychische Behinderung reduziert.
Eine Reihe von Fanzines werden empfohlen und da stehen echt ein paar sehr engagierte und toll gemachte Zines drin. Durch diese Liste bin ich auf das Abfallprodukt gestoßen, dazu ein ander Mal mehr!
Ein Interview mit der Fauchkrampf Agency (FB und Insta)
Entschuldigt, wenn ich nicht allzuviel über den Inhalt der jeweiligen INterviews verrate, nur soviel: ich lerne jedes einzelne Mal dazu!
Der Diskurs, der angestoßen wurde, über FLINTA*, Feminismus, Patriarchale Struktur im Punk / Hardcore – total wichtig! Und selbst lesen, hilft da mehr. Ich habe das Gefühl, noch, dass ich den Inhalt nicht so wiedergeben kann, wie er gemeint ist, sondern zu viel meiner eigenen Haltung darin stecken könnte.
So, Luft holen, neuer Satz.

Großartig ist, da ich momentan sehr viele superschnieke aufgemachte, was Grafik und Druck anbelangt, Zines in die Hände bekomme: dieses ist ein astreines Printfanzine. I like most! Yeah.
Mail auf der Homepage von Rubberhead.

Statt Musik in dieser Review ein Video einer Talkrunde von Fanzinemachern.
Total spannend!

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Fanzine: Anker #1

Die Nummer 1 des Anker-Fanzines ist hier als Tausch eingetroffen. Ich habe Chris‘ Tun schon eine Weile bei Instagram beobachtet und als seine Ausgabe angekündigt wurde, habe ich zugegriffen.
Irgendwann und irgendwie waren wir schon mal in Kontakt gewesen. Nach einer längeren Suche in Kisten könnte es das „Berliner Mauern“ Stencil Zine gewesen sein?
Der Grund für ihn, dieses sehr persönliche Heft zu machen – okay, nennen wir es Egozine – war diesen im Grunde einen Bericht über seine Erlebnisse „in order of appearance“ zu erzählen.
Zuerst gibt es als Einstieg eine Erklärung, dass er wohl schon fast eine Obsession hat mit der Metapher „Anker“ zu spielen. Er möchte sich da einen sehr persönlichen blick auf die Welt bewahren.
Auf den ersten Blick, mit den kleinen Fotos und Fotomontagen, den kleinen Einwürfen, merke ich eben schnell, dass man das Heft nicht einfach durchblättern kann. Ich finde das ja gut, wenn das so einen Tagebuch-Charakter hat. Mache ich ja selbst genauso.
Viel dreht sich um Erholung, Entspannung, raus aus der Arbeit, Zeit für Familie und auch endlich mal wieder Urlaub machen. Das hört sich, wenn ich das so schreibe, nach einem Luxusproblem an; ist es aber nicht.
Chris hat einen Sehnsuchtsort in Portugal und sie schaffen es auch, mit der ganzen Familie, diesen zu besuchen. Er liefert dabei nicht einfach nur einen Urlaubsbericht ab, sondern zieht uns mit in die Welt der Casa Do Burro, die weniger durch Corona gebeutelt wurde, als durch Naturkatastrophen.
Das liest sich alles richtig flüssig und macht Spaß. Auch die Herangehensweise, Dialoge wieder zu geben!

Zum Abschluss gibt es einen riesen Stapel Fanzine Reviews. Da hatte sich einiges bei Chris angesammelt, ein paar Ausgaben sind tatsächlich schon durch Neuere ersetzt worden.
Einfach bei Insta ne DM und ihr bekommt sicher auch noch eins dieser Zines.
Was ich nämlich hier bemerkenswert finde, da ich in letzter Zeit sehr viele qualitativ hochwertige Magazine bekommen habe (Boys Club Only, Black Cat Fanzine, Ostsaarzorn, etc.) ist dieses ein Copy & Print Zine. Yeah.

Angesprochene Musik im Heft ist bspw:

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LP: Planet Watson – Time to break it

Planet Watson geben bekannt: Time to break it up.
Band kenn ich schon eine Weile, sie haben bereits zwei EPs rausgebracht und machen mit ihrem ersten Longplayer auf Vinyl da weiter, wo sie nie aufgehört haben. Melodic Punkrock der ordentlich Rückenwind hat.
Das Artwork von Christin eine Hommage an alle Clubs der Gegend (jenseits dessen, wo immer alle Touren langtouren). Die 16 Songs kamen rechtzeitig zum 10. Geburtstag der Band raus. Letzten Oktober (2021).
Ich habe mir ein paar Tage Zeit gelassen, ist mir musikalisch insgesamt ein wenig zu … hm, wie sag ich das, vielleicht „lebensbejahend“? Ich meine nicht fröhlich. Eher freundlich.
Nungut.
„Next Episode“ startet wie angekündigt mit Melodic Punk, gefolgt von „all“ ein wenig im Blink 182-Gewand (dem Alten).
Ein Funfact für mich ist, das hier Chris, der Gitarrist und Sänger von Helmut Cool die Hochgeschwindigkeitsstöcke über die Felle fliegen lässt. Wobei eigentlich Sänger Hesse auch ein ganz ordentliches Brett tromnmeln kann.
Weiter geht der Rausch mit einem halben Dutzend Sängern, die die Band bei einzelnen Songs unterstützen. Allsda wären No Opinion, Scheisse Minnelli, Money left to burn, und und und.
Die Band selbst hält die Musik schon sehr abwechslungsreich, durch die Co-Sänger bekommt das nochmal einen ordentlichen Push. Das rauscht ganz ordentlich durch, diese „time to break it“!
Zwei Songs knacken die 2 Minuten, alle anderen sind kürzer, lauter, auf den Punk(t). Das Gaspedal bleibt durchgetreten.

Eine Frage drängt sich mir auf: wie haben Planet Watson eigentlich die ganzen Leute ins Studio gezerrt ob der doch sehr komplizierten Zeit? Vermutlich ist die Lösung ganz leicht, klärt mich auf.
Solange: anhören und / oder kaufen bei Bandcamp!

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fanzine: Black Cat Fanzine #2

Auf das Black Cat Fanzine Numero Due habe ich mich schon echt ewig gefreut. Hatten die beiden Macher*innen doch angekündigt, es bei nur einer Ausgabe zu belassen…. haben sie wohl das Füllhorn an Komplimenten überzeugt, sich noch einmal überschütten zu lassen.
Ich habe mich also so lang gefreut, dass ich sie am Ende in Teilen gelesen habe, aber irgendwo lag es immer. Nur nicht vor meinen Augen. Es bestand also dringend Nachholbedarf! Mir fiel es dringenst wieder ein, als ich endlich das neue Buch von Jan Off „Glaube, Liebe, Hohngelächter“ bekam (es herrschte Papiermangel – kein Scherz!), dass die Kurzgeschichte „ACAB“ (all cats are black 😉 ) mir doch irgendwie schon mal untergekommen war. Ja, im Black Cat Fanzine!
Das Ding, also die Nummer 2 der schwarzen Katze, dürfte inzwischen wohl restlos ausverkauf sein, wieso also noch viele Worte darüber verlieren? Weil es gut ist!
Jetzt also kurzgefasst, bevor die Nummer 3 erscheint, haha!, 164 kompakt in einem Absatz bei der ProvinzPostille!
Man könnte ja fast schon von einem Buch sprechen. Hatte neulich hier das Ostsaarzorn oder auch das Boys Club Only – wahnsinn. Unfassbar viele Stories drin, Interviews, ein paar Illustrationen (Chukky Fuck ist wieder am Start), grafisch sehr einfach und übersichtlich gehalten, dafür einfach toll im Look. Gebunden und geschnitten. Klar, das ist kein Copy & Paste, kein Schnippelzine, das ist schon in der Herstellung ein Stapel Arbeit und nicht billig.
Ich weiß, ich nenne eigentlich nie in einem Review einen Preis, warum nicht? Weil es das einfach wert ist. Vor 20 oder 30 Jahren hat man noch maulen dürfen: riesiger Fanzinemarkt, manchmal total schlecht kopiert oder einfach nur rotzedumm. Das Black Cat ist weit entfernt davon. Ob das noch Punk ist? Klaro. Auch der verändert sich und man lernt. Mal abgesehen von der Digitalisierung. Anderes Thema:

Black Cat ist ja nicht nur diese feine Zine sondern auch inzwischen über 30 Tapereleases auf ihrem Tapelabel.
Ein Interview mit Ausbruch. Der Artikel „über meine schwierige Liebe zum Heavy Metal“ von Nils ist toll geworden. Dann über Sex singen von Cali Krawalli, die bei Dachlawine spielt. Ein Bericht über die Geschichte der Potsdamer Hausbesetzung. Cool das kleine Intermezzo „die tausendste Playlist und anderen digitalen Müll – jetzt auf jeder Social Media Plattform“, da gebe ich ihnen recht, ich hasse Playlists. Vor allem Spotzifei.  Macht euch lieber ein schönes Mixtape.
Zum Download gibts das gute Stück hier: Black Cat

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digi: Black Square – Blumen am Abgrund

Ich muss damit einleiten, dass ich mir mit dieser News viel Zeit gelassen habe. Aus dem einfachen Grund: der Zwiespalt zwischen digitalem Review oder warten auf die Platte!
Platte ist nun raus, gibts bei Plastic Bomb und auch bei Keep It A Secret.

Wir sind im persönlichen Austausch, Fini hatte ja in Print-Ausgabe #7 ein paar Tagebucheinträge beigesteuert. Mit Bonny gibt es auch ein munteres Hin und Her, die beiden sind sehr aktiv und sehr engagiert.
Und in diesem „Review“ geht es nun einfach mal darum, daß man das ja auch mal anders machen kann. Der Tonträger, auf dem die Musik der beiden herauskommt, ist fast zweitrangig, weil es hier ganz klar um Haltund und Meinung geht.

Black Square sind eine Band, die im Titel schon mehr sagt, als andere Bands im ganzen Text des Liedes.
„you cannot spell Einzelfall without Netzwerk“, „Risikogruppe PoC“ widerspiegeln eine große Wut, einen starken Frust gegenüber des Zustands unserer Gesellschaft.
So klein sie manche auch reden mögen,  gar nicht so klein sind. Sie sind allgegenwärtig und sie sind täglich. Das erleben wir vielleicht nicht unbedingt jeden Tag in unserem Büro oder beim Einkauf im Supermarkt. Aber wir sehen es in unseren linearen oder nonlinearen Zeitleisten, die unseren Alltag doch inzwischen so umfassend gemacht haben, dass das Wegschauen eigentlich nur die Unzulänglichkeit des Normalos noch mehr nach oben spült, als kritische Menschen das ertragen können. Puh, langer Satz.
Wir sehen es schon wieder in einem Krieg, diesmal näher denn je, PoC oder schwarze Menschen werden hinten in die Reihe gestellt, Weiß geht vor.

Ich hoffe sehr, das Black Square mit ihrem Release und auch mit ihrer nun folgenden Tour so eine Art Protestbewegung werden könn(t)en, zumindest aber aufmerksam machen und Leute zum Nachdenken bringen.
11.03.   Karlsruhe – Alte Hackerei
12.03.   Speyer – Eckpunkt
08.04.  Aschaffenburg – Stern
09.04. Koblenz – Jam Club
über Ostern ne kleine Tour… schaut einfach mal bei FB durch!
LP- Review is about to come!

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LP: Cruor Hilla – Warten auf den Kater

Erstmal ein fettes „Sorry“ für den superspäten Review! Habe diese Platte schon im Herbst letzten Jahres bekommen, als sie, damals schon mit starkem Delay, dem Presswerk abgepresst wurde.
Cruor Hilla haben schon die ein oder andere CD rausgebracht und nun vagen sie den Schritt ins Land des Vinyl. I like!
Es ist der vierte Longplayer namens „Warten auf den Kater“. Den Zustand kennt der ein oder andere vielleicht doch: viel trinken und nichts passiert. Warten also.
Eventuell kennt ja der eine oder andere den Zustand nicht, dafür aber schon eines ihrer Werke ,hat die Band schon mal live gesehen? Denn wer Cruor Hilla kennt weiß, dass sie eine sehr Fun-punkige Seite haben, ohne dabei dem Flug Brieftauben beizuwohnen, eher abzuschneiden.
Der erste Song „Steuerfahnder im Großbordell“ der die Platte eröffnet, ist gleich so einer. Die Band war so liebenswert, mir Texte und Linernotes mitzuschicken. Hier: „auf der Suche nach einer Textidee fanden wir im Proberaum noch ein Hamburger Abendblatt mit dieser Überschrift. Der Rest ist Geschichte.“
Doch außer Funkpunk, weiß man auch die Berliner Melancholie zum Ausdruck zu bringen. Mit dem Videotrack „nach der Party Depression“ – der mir auch wahrlich am besten gefällt, soviel kann ich vorwegnehmen:

Insgesamt ist die erste Seite abwechslungsreich wie das sonst Bands auf zwei Alben verteilen. Es ist alles da: Funpunk (ja, ich weiß, ich erwähnte das bereits), Punkrock, ein wenig 70er Jahre Rock (?), ein paar Off-Beats eingemischt – apropos: die Aufnahme, Mischung und das Mastering habt die Band selbst übernommen! – dabei trifft Cruor Hilla immer den  richtigen Ton und hat coole Texte im Gepäck. Das Großstadtliebeslied „ich gehe nicht nach Hause“ ist auch ein schöner Anspieltipp für die VErliebten unter euch.
„Zeit braucht Zeit“ ist ein wenig…. hm. Wir sind Helden – mäßig. Nein. Quatsch: an Strg_Z erinnert es mich. Ganz tolles Album, welches hier vor ner gefühlten Ewigkeit zum Review kam.
Abwechslungsreich macht auch der immer wieder wechselnde GEsang von allen drei Bandmitgliedern, Felix, Till und Christian. Von der Platte haben sie 300 Stück machen lassen, greift zu!

Cruor Hilla geben auch wieder Konzerte und schreiben Vinyl“S“ leider falsch 😉 und ja, ich bin ein Nerd.