fanzine: PLASTIC BOMB #110

Klar. Nur wegen der Nummer muss ich n Review machen. „immer wieder besetzt 1 – 1 – nu-hull!“ sagen schon ZK vor gefühlten 80 Jahren.

Aktuell sind die uralten Bands SLIME mit neuem Album „wem gehört die angst“ in einem sehr kurzen Interview. Weitere alte Helden. WObei, naja „thees uhlmann“… und wer möchte wissen, was der in seiner Jugend für Pop-Punk-Bands gehört hat. Verschlungen habe ich dagegen gleich das Interview mit dem Hardcoregeballer von POWER AGE (aus Düsseldorf). Mehr Interviews mit [di: unru:], antilopen gang und CLOWNS.

Auch sind wieder einige wirklich interessante Artikel in dieser Ausgabe: ATHEN – unser Aufstand wird ihr Alptraum werden und der Tourbericht der SCHWARZEN SCHAFE. Auch gelungen, vor allem weil ich es mich nicht wirklich traute in meinem Review loszuwerden, der persönliche Review zum aktuellen Reboot des ZAP!-Magazins. Danke dafür.

Übrigens habe ich als Neuabonennt nun ein neues Hinweisschild. Großartig! Ergo: im Abo oder am Bahnhofskiosk.

review: TROOPS OF THE SUN – to feed the heart LP

Bei MajorLabel gibts die „40 Jahre“ EA80 zu kaufen. Als CD und in Combi mit einer Debut-Scheibe einer Band namens TROOPS OF THE SUN. Ich bin neugierig und bestelle sie mit.

Das düsterbunte Cover strahlt schon jede Menge PostPunkWave-Stimmung aus. Ich werde nicht enttäuscht. Sieben Tracks zwischen kurzen zwei Minuten Stücken und elegischen fünf bis 13 (!!!) Minuten Stücken fräsen, fressen sich in die Gehörgänge. Vier Mann spielen Gitarre, Bass und Schlagzeug, keine Synthies.

Es geht punkig los „prophets“, wird wavig wütend im zweiten Track „all down“, zeigt mit „circles“ schon mal die Seite B dieser Platte auf. Sehr ruhig und verzweifelnd plätschernd fliesst der Song durch.

Wenn man sich das tolle A2-Poster mit den Texten durchliest merkt man, daß da Eddie vom Label selbst in die Basssaiten greift. Und der Mensch mit dem Pseudonym ist doch der von EA80, der da schon lange die sechs Saiten im Würgegriff hält, gell?

Abwechslungsreich bleibt es. Die Seite A hat mit fünf Songs (von sieben) auch sozusagen am meisten zu bieten. Seite B geht mit einem sehr flotten Acht-Minüter, dem titelgebenden Track „to feed the heart“ los, worauf noch der erwähnte Fanal, wie die Band es selbst nennt“ folgt und ewig nachhallt.

Da ich die Scheibe gerne ein paar Mal durchlaufen lasse und mir das oft am leichtesten fällt, wenn ich sie als mp3 mit ins Auto nehmen kann, will ich sie also beim Label runterladen. Geht nicht. Hm. Ich schreibe also Rob an, bekomme mit, daß ihr Server abgeschmiert ist und es massive Schwierigkeiten gibt, die Daten wiederherzustellen Monate Arbeit…. (ich hoffe, ihr kommt da cool durch!) Doch ich werde schnell vermittelt. Mir gefällt die Platte so gut, daß ich die Band frage, ob sie mit auf den nächsten PostillenSampler wollen. Die Antwort kommt schnell. In Form von aktuellen MP3s. Frisch gemischt ausm Proberaum!

Erstmal hier bei bandcamp.

fanzine: (fast ein ) BROT sonderausgabe

Noch bevor ich die Printausgabe #5 reviewe, mache ich hier Werbung für eine pdf-Sonderausgabe des BROT-Fanzines, da diese sich nicht nur mit Corona beschäftigt, sondern auch mit Covid19.

Ganz so lustig isses nicht, Yannig und Thommy haben da in Quarantäne (wusstet ihr eigentlich, dass das Wort vom italienischen „quaranta giorno“ abgeleitet ist, was „vierzig tage“ bedeutet. und wusstet ihr, daß jeder zweite Deutsche jetzt ein Spezialist in Punkto Virologie ist) einige Texte zusammengetragen, Infos darüber, was der Staat mal so eben kurzfristig abgeschafft hat, bzw haben könnte. Passt also auf und bleibt nicht ganz konform. Diese Virus-Kiste kann sonst Pandoras Box werden. Wie es aber Yannig dann schön auflöst ist, daß er sagt, das er sich an keinerlei Verschwörungstheorien beteiligen will. So halte ich das auch. Bleibt aufmerksam.

Ein paar Texte von Gastschreiben wie Mika Reckinnen und Jan Off sind dabei. Ein paar Musiktipps. Super Sache das!

Das Entscheidende ist: das eingesammelte Geld geht an ein Flüchtlingscamp auf Lesbos.

PIKPA CAMP

das Heft als pdf bekommt ihr bei Bandcamp.

review: TURBOSTAAT – uthlande LP

Da wurde sicherlich schon so einiges drüber geschrieben. Ich mach das jetzt mal auch. Begleitet die Band mich nun auch schon so lange Zeit. Zwischenzeitlich tätowierte man sich ja auch Logos und Schriftzüge von ihnen unter die Haut. Ich blieb dem Vinyl treu. Wiederhören macht Freude! Und da diese Scheibe diesmal exakt an meinem Geburtstag erschien, war klar, was auf dem Gabentisch liegen würde und am Abend aus den Boxen röhrt.

Die Neue wurde schon mit dem Video zu „rattenlinie nord„, dem ersten Song der Platte, angekündigt. Nach wenigen Tönen ist klar, spätestens nach Song numero Zwei, daß „uthlande“ wieder mehr fordert. Nach dem Ausflug ins Land der Hoffnung auf „abalonia“ nun also wieder mehr Turbo im Staat.

Jedenfalls ist alles an der Platte gelungen, zwölf Songs mit Altbekanntem und tollen neuen Ideen. Eine Zusammenfassung aus ihrem musikalischen Schaffen. Kryptische Texte werde auch mal aufgebrochen, oder haben wir nur angefangen all die Worte in die wohlfeilen Zusammenhänge zu bringen? Die Gitarren verwoben klar und inzwischen auch mal recht ohrenschmeichlerisch. Der Bass hat einen Sound von 1983, hält aber wesentlich besser die Back-Section zusammen, als jede Punkband damals. Apropos Punk: ist es das noch? Ja, die Message passt, das Herz dort, wo es hingehört: human, links, liebenwert. Wenn ich mich noch richtig erinnere, dann ist das Plattencover ein Bild, was bei Oma hing. TURBOSTAAT also eine Band, die klar in ihrer Region verwurzelt ist.

Abwechslungsreich. Anhören.

Keine Links. Denke, das findet ihr ganz leicht beim Plattendealer eurer Wahl. SUPPORT LOCAL STORES 😉

review: GRÜNER STAR / ELMAR Split 7inch

Auf der ersten Seite legen ELMAR (ex-Mikrokosmos23 und Abenteuer Auftauen) los und die Herren klingen wie eine ganz wundervolle Mischung aus Krawehl und MuffPotter …. da reimt sich sogar der dritte Song der EP drauf…. Jedenfalls nimmt mich die Mucke sofort mit, ist auch sehr nach vorne gespielt und die Erinnerung an MuffPotter bleibt noch im Gesang, nicht in der Musik. Die Band gibt auf diesen kleinen, feinen Release echt VollgasGas mit ‚Grieg‘ und ‚Suffotter‘. Sie spielen schnellen Emo-Punkrock, was ganz wunderbar ist und verlieren dabei über keine Sekunde Ihren Drive. Durch die „Größe“ des Mediums dann eine recht kurzzeitige Angelegenheit. Hat wirklich Spaß gemacht und ich drehe um und hör mir die zweite Band Grüner Star an:

GRÜNER STAR (Mitglieder von den erwähnten SAO – Interview in der Ausgabe #4 – Graf Zahl, Kajak, die Grätenkinder) erinnern mich Aufgrund des Sängers Nils natürlich sofort an die über großartigen Schneller Autos Organisation. Sie starten mit ‚Saure Gurke‘ und legen noch einen zweiten Song ‚Dauerregen‘ drauf. Dabei bleiben sie immer im Indie verhaftet. Haben aber echt ein gutes Tempo, was sie abhebt von Softrockern wie Tocotronic oder Kettcar. Ich lieb die Lyrics und die Ausdrucksweise vom Sänger Nils und kann von beiden Bands,hier speziell von Grüner Star selbstverständlich die Platte nur wärmstens ans Herz legen. Wer beispielsweise die Orgel im letzten Stück mag, möge sich auf jeden Fall die zweite Platte von Schneller Autos Organisation anhören; und auch die Nachfolgeband die Charts ….

Die 7inch gibts bspw noch bei flight13 oder bei Daniel von Elfenart (btw: die 7inch ist übrigens so teuer, weil die Bands sich ein Schriftpassepartout, eine Schwarzfolie anbei haben, mit der man… guckt einfach selbst 😉 )

fanzine: PUNKROCK DIARY #7

 

Bisher kannte ich das PUNKROCK DIARY noch gar nicht. Und ich kann gleich sagen, daß es mir total gut gefällt. Ich habs mir mal aufm Tablett angeguckt. Hüstel.

Seltsam fand ich das „am Rande erwähnt werden möglicherweise unter anderem…“ und dann eine Liste von Bands. Normalerweise würde man dann auch Interviews im Heft  finden. Hier eben nicht. Alleinstellungsmerkmal des PUNKROCK DIARY ist wohl, daß  es um ein Konzerttagebuch geht, welches schlicht die Konzerte auserzählt. Maks hat am 14.11.2019 angefangen und endet am 01.02.2020.

Konzerte in Bochum im Wageni, in Köln im Sternhagel, in Duisburg in der Pommserei, uvm. Die Bands sind LOSER YOUTH (mehrmals), KRUSTE, EA80 und einige, die ich noch nicht kannte. Dazwischen immer mal eingestreut Kolumnen, Gedanken zum Thema Nahverkehr, was weiß ich noch. So ganz durch bin ich noch nicht.

Jedenfalls isses übersichtlich, gut zu lesen, hot & ready. Bestellen bei rilrec, zB.

oder mal hier gucken, da gibts ältere Ausgaben online

review: DxBxSx – die CD

Von Bakraufarfita habe ich diese CD zugeschickt bekommen. Sehr, sehr geile Mucke, nehme ich mal vorweg. Vinyl wäre auch sehr hübsch gewesen, denn CDs brauche sehr, sehr lange, bis sie mal in einem Player lagen und ein paar Runden drehen konnten. Ich besitze nur einen. Der ist fest im Auto verbaut. Und manchmal fahre ich kein Auto. Aber Vinyl, ja das läuft und läuft und läuft.

Hier nun das neueste Werk der irren Berliner Stonerpunkband mit Rio Reibeisenstimme am Mirko.

Wie ich schon bei ihrem letzten Output erwähnte: Die Musik spielt im Rahmen der benannten Berliner Schnoddrigkeit auf sehr hohem, schweißtreibendem, Schweinerockniveau.

Rock ist ja nicht so meins, aber: sie machen Punktexte. Bringen Vieles sowas von auf den Punkt. Die Musik abgrerockt und abgezockt, verdammt minimalistisch. Es gibt so viel davon abzufeiern, hoffentlich kommen sie mal ins Artcanrobert! Spaßfaktor hoch fünf, doch auch richtig richtig ernst gemeint. Klare Ansagen.

die nerven

sitzt meine bomber steht mir mein bart

hipsters nerven ist doch klar

oder auch schön, historisch:

die wende

die klamotten waren alt und selbst gemacht

musik kam ins kassettenfach

schabowski bringt den satz zuende

erst kam die akne, dann die wende

und zum Schluß klare Kante gegen rechts:

der typ

du sagst alles fremde ist eher schlecht

hier gelte schliesslich deutsches recht

deine sprüche sind hohl, dein kopf ist es auch

du bist nicht mein typ

Raus kam das schon letztes Jahr bei bakraufarfita, erschienen, auch ne nette Idee, als „die CD“ „die LP“ „die MC“ „der DL“

youtube playlist #1 QUARANTINED (the 90s hardcore lessons)

hier ein wenig ausführlicher:

Angefangen mit den zappeligen AT THE DRIVE IN, die mit „relationship of command“ ganz klar auf dem PEAK ihres Schaffens waren. Produziert von Rick Rubin. Geiler Sound, geil gespielt, konnten sie, meiner Meinung nach, live nie einhalten.

über meine NYHC-Zeiten: die großartig wütenden und politischen SFA. Reverend Paul Bearer, der mit SHEER TERROR so asselig, prollig und doch so klare politische Statements zu shouten hatte. GO! die sich oft mit YUPPICIDE und SFA Bandmitglieder teilte (und bei mir mein ersten NYHC-Tape, was mit Jamil überspielt hatte). Anfang der 90er schon einige Statements raushauten für soziales Miteinander, Gay, human rights, etc.

Dazwischen mal Entspannung mit MIGHTY MIGHTY BOSSTONES, ein Feuerwerk der guten Laune mit einer einzigartigen Reibeisenstimme am Mic! Oder BEASTIE BOYS. Lieblingsband. Auf Platte, Live, die ganzen Songs. Meisterwerk.

Die Vollklatsche aus Kaltland HAMMERHEAD. Was für ein Überalbum, was für Liveshows. GEIEL!

Noch so einige Bands tummeln sich. Einfach mal durchlaufen lassen, ich mach mal die nächste Playlist.

SPOTIFY

DEEZER

review: BRUECKEN – schall und raum LP

Eine der wenigen (100 Stück) seeblauen Vinyls hab ich mir bei der Band bestellt.

Sie selbst bezeichnen es als PostRock mit Shoegaze Einflüssen. Ja. Stimmt. Da ich andere Instrumentalbands wie THIS WILL DESTROY YOU oder MOGWAI auch ganz gern mal höre, ist das hier echt eine schöne Komplettierung.

Ein in sich schlüssiges Songwriting, Gitarrenwände, viel Hall, elegische Parts und lange Songs. Die Band selbst beschreibt ihre Musik als Ergebnis von widrigen Bedingungen aber auch tiefer Verbundenheit. Das erzählen auch schon die Songtitel „taumelnd“ „trotzden“ „unvollendet“ „loslassen“ und „müssen“

Es ist eine Platte, die man zehn Mal hintereinander laufen lassen kann. Der Sound ist sehr ausgewogen. Mal drückend, schiebend, oft weit aber nicht zu sanft, dafür spürt man den Bass immerda.

hier zu haben (Moment of Collapse)

review: BUG ATTACK – abriss 7inch

Bäm kommt hier ne Wanze reingeknallt. Ich hatte ihn ja schon neulich mit einem etwas älteren Video gefeatured. Ein-Mann-Band die maximal reduzierten Rotzpunk spielt. Geiler Scheiß. Eine Freude, wie er drei Instrumente auf einmal spielt, der Olli.

Themen sind diesmal: Krieg, Abriss im Vorstadtghetto, Geld und Kapital, Arbeit ist scheiße!

Ich bin da nicht so drinne, aber viele gibt es nicht, die quasi als Alleinunterhalter mit Punkmusik am Start sind. Drei 7inches hat er schon bei Gunner Records rausgebracht, eine heizt mehr als die andere!

Reinhören, klar, bei bandcamp. Schön auch, daß zwei der 7er genau den selben Titel haben „s/t“.