Fanzine: Anker #1

Die Nummer 1 des Anker-Fanzines ist hier als Tausch eingetroffen. Ich habe Chris‘ Tun schon eine Weile bei Instagram beobachtet und als seine Ausgabe angekündigt wurde, habe ich zugegriffen.
Irgendwann und irgendwie waren wir schon mal in Kontakt gewesen. Nach einer längeren Suche in Kisten könnte es das „Berliner Mauern“ Stencil Zine gewesen sein?
Der Grund für ihn, dieses sehr persönliche Heft zu machen – okay, nennen wir es Egozine – war diesen im Grunde einen Bericht über seine Erlebnisse „in order of appearance“ zu erzählen.
Zuerst gibt es als Einstieg eine Erklärung, dass er wohl schon fast eine Obsession hat mit der Metapher „Anker“ zu spielen. Er möchte sich da einen sehr persönlichen blick auf die Welt bewahren.
Auf den ersten Blick, mit den kleinen Fotos und Fotomontagen, den kleinen Einwürfen, merke ich eben schnell, dass man das Heft nicht einfach durchblättern kann. Ich finde das ja gut, wenn das so einen Tagebuch-Charakter hat. Mache ich ja selbst genauso.
Viel dreht sich um Erholung, Entspannung, raus aus der Arbeit, Zeit für Familie und auch endlich mal wieder Urlaub machen. Das hört sich, wenn ich das so schreibe, nach einem Luxusproblem an; ist es aber nicht.
Chris hat einen Sehnsuchtsort in Portugal und sie schaffen es auch, mit der ganzen Familie, diesen zu besuchen. Er liefert dabei nicht einfach nur einen Urlaubsbericht ab, sondern zieht uns mit in die Welt der Casa Do Burro, die weniger durch Corona gebeutelt wurde, als durch Naturkatastrophen.
Das liest sich alles richtig flüssig und macht Spaß. Auch die Herangehensweise, Dialoge wieder zu geben!

Zum Abschluss gibt es einen riesen Stapel Fanzine Reviews. Da hatte sich einiges bei Chris angesammelt, ein paar Ausgaben sind tatsächlich schon durch Neuere ersetzt worden.
Einfach bei Insta ne DM und ihr bekommt sicher auch noch eins dieser Zines.
Was ich nämlich hier bemerkenswert finde, da ich in letzter Zeit sehr viele qualitativ hochwertige Magazine bekommen habe (Boys Club Only, Black Cat Fanzine, Ostsaarzorn, etc.) ist dieses ein Copy & Print Zine. Yeah.

Angesprochene Musik im Heft ist bspw:

fanzine: Boys Club Only #1

Ich bin tatsächlich sehr happy an dieses außergewöhnliche Zine gekommen zu sein. Boys Club Only gibt es inzwischen in einer zweiten Auflage! Erste Auflage ist aus dem August 2021. Und eine Nummer 2 ist wohl auch in Arbeit. Ich finde das alles gut. Warum?

Wie die allermeisten Zines ist es superschick aufgemacht, geleimt und geschnitten und hat 136 Seiten.
Zwangsläufig hat man da jede Menge zu stöbern, zu blättern und natürlich auch zu lesen. Wie eine gute Platte, kann man immer wieder Neues entdecken bei jeder weiteren Lesezeit.
Ein kleiner Überblick über dieses Heft, denn ich möchte gerne nie alles En Detail besprechen, da ihr das lieber selbst lesen sollt!
Alle Interviews sind durchweg spannend und interessant. Klar, ihr könntet jetzt sagen: „super, bist ja auch ein alter Sack und schön, dass es dich interessiert, was die Erfahrungen von FLINTA* in der von Cis-Männern dominierten Musikwelt sind“.
Nein, ich trage den Feminismus nicht auf meinem Shirt, keine Plakate hebe ich in die Höhe. Aber Ungerechtigkeit kotzt mich an, und alle Menschen sollte man gleich behandeln. Wer mich heute kennt weiß, dass ich das so lebe. In meiner Jugend war ich eher ein überhebliches Arschloch. Das wollte ich dann aber auch gleichberechtigt sehen, denn jeder hat eines. So habe ich dann erfolgreich alle gleich behandelt.

Nach diesem kleinen Exkurs weiter im Heft:
Es ist soooo richtig, daß die jüngere Szene aufbegehrt, das all dies angesprochen wird: mit einer ruhigen Notwendigkeit, mit Nachdruck wird erzählt, aus dem Leben einer Frau / Flinta* auf Punkkonzerten. Und da kann man wohl einiges erleben, was absolut nicht im Rahmen des „Punk darf alles“ als Bild an die Wand geworfen wird / werden sollte.
Wir sollten da mit einem viel aufmerksameren Auge (auch) den Konflikt suchen, wenn Männer, die sich Flinta* gegenüber auffällig und abfällig benehmen, auf Konzerten oder Veranstaltungen ihr Unwesen treiben. Meist so ab 22 / 23 Uhr.

Das hier neigt dazu, kein Review zu sein, sondern …
Schnell die Kurve:
Ich hoffe das Sam (she/her) da weitermacht, wo sie angefangen hat, wenn die nächste Ausgabe in Arbeit ist.
Mit dabei in Ausgabe 1 sind Diana Ringelsiep (bspw. A global Mess, #sexismusmusssterben), ebenso FaulenzA und Sookeesind wohl so die bekanntesten.
Ich freue mich jedenfalls auf Ausgabe #2, mein Bild über das Thema Cis-Männlichkeit, Sexismus vervollständigen!
Überschlagen sind das über 30 Beiträge. Cool. Zu haben über Instagram.
Einen Podcast mit der Macherin Sam gibt es bei Und Dann Kam Punk.

fanzine: Pledge #1

Mani schickt mir ein Erotikfanzine.
O-kay.
Erstmal bin ich ja etwas baff. Zumindest ist das PLEDGE mit seinem Inhalt wohl auf dem heißumkämpften Markt der Subkulturschreiberlingen ein Alleinstellungsmerkmal.
Erschienen ist es Ende 2021. Pledge ist englisch und heißt in deutsch Pfand. Sagt mein Übersetzer. Mani übersetzt es mit Versprechen.
Ich schmökere also bei einer heißen Tasse Tee am Fenster, leise, zart scheint etwas Sonne hinein. Ich wärme mich also von außen, wie von innen auf, nur, daß hier gleich keine Missverständnisse entstehen, weswegen mir warm wird!
Fünf Geschichten auf 24 Seiten. Grafischer Hintergrund sind Kacheln. Was ich erstmal etwas befremdlich empfinde.
die Schutzmuschel“ handelt von Herrn Güte, der sich sehr gut mit Frau Schall, seiner Nachbarin versteht. Geschrieben von Herrn Kühlschrank.
er hat auch noch „Überforderung“ getextet, Kore wird von Carina überfordert, in dem sie ihn zu einem Stelldichein mit ihrem Freund bringt.
Eine gute Nacht Geschichte – nicht zum einschlafen….“ erzählt uns Rachel, über ein sexuelles Wiedersehen zweier sehnsüchtiger Frauen, die eine Kurzbekannschaft machten.
11:30 Uhr Termin“ ist von Mani, ein kleine, erotische Ausschweifung auf einem Zahnarztstuhl. Er (oder sie?) schrieb auch noch „Routine„, wo es darum geht, der Diener eines Herrn zu sein. Und als Abschlussgeschichte noch „Zwölfter Stock„, wobei sich in dieser ShortStory herausstellt, das Mani wohl ein Faible für unmögliche Orte hat: sie spielt in einem Fahrstuhl.

Ich frage mich, wieso ich euch mehr verraten sollte; vermutlich würde ich die Pointe vorwegnehmen. Nach der kurzweiligen Lektüre habe ich keine Sekunde bereut. Jeden Abend eine. Wunderbar.
Der Schreibstil im Pledge ist bei allen gut, der Aufbau der Geschichten nicht total affig sondern struktuiert und führt zum Ziel…. klar! Wobei alle drauf achten, den Plot so zu gestalten, daß man ihn nicht voraussehen kann.

Das Plegde gibt es sicherlich per Mail bei Mani. Mitschreiber werden auch gesucht!

fanzine: No!Pop:Mag #1

Noch ein neues Fanzine am Fanzinehimmel. Gut?
Oder nimmt das doch Überhand jetzt?
Nein, das kann es nicht mehr.
Man darf zwei Sachen nicht aus den Augen lassen: zum einen gab es in den 80/90ern hunderte dieser Zines auf einem hart unübersichtlichen Markt.
Inzwischen gibt es noch, mh, ich würde sagen drei Dutzend. Und jedes ist anders. Punk, Feminismus, Oi, Short Stories, alles dabei.
Eike, der schon lange eine Radiosendung selbigen Namens macht, No!Pop:Mag bei Radio Osnabrück, bzw. kommt sie auch bei Punkrockers Radio, hat sich also drangesetzt ein Copy&Paste Zine zu machen. Klar, es wird heutzutage schon mit einem Grafikprogramm gearbeitet, dennoch: es ist selbst gedruckt und geheftet.
Wie Eike selbst im Vorwort so klar sagt: die Urform der Kommunikation im Punk ist nicht die Bravo oder das Spex (gibts doch nicht mehr, oder?), sondern seit jeher das selbst zusammengeschnippelte und – geklebte Fanzine.

Die erste Ausgabe also ist pickepackevoll mit Bands. Die einen kenne ich, da sie schon einige Zeit unterwegs sind, wie die Burger Weekends (Pop-Punkrock & Roll / Bubblegum Punk Band from Osnabrück) oder Neon Bone (Poppunk). Neu sind mir die Wild Sandals (Beach Pop Punk straight outta Meppen!!!) oder Shitty Life (Chitarrino Power Punk from Parma, Italy).
Ein superklasse, informativer Comic von Mental Rabie erklärt uns das aktuelle Zusammenspiel, respektive -leben unserer kapitalistischen Gesellschaft. Das ist vielleicht nicht neu – wie Fanzines und Punkrock, hüstel – aber wirklich gut.
Auf seinen ausgiebigen Streifzügen durch das Internet findet Eike whl so einiges, was ihn interessiert.
Die Interviews sind kurz und knackig, stellen die Band vor, reduziert auf zwei bis drei Seiten maximale Informationsdichte!
Ungewohnt für Punk.
Ein bisschen Werbung, Reviews von Fanzines und Tonträgern komplettieren die Ausgabe, die irgendwo einen Zahlendreher in den Seiten hat. Man muss ein wenig hin- und herblättern.
Insgesamt: ich freue mich auf Ausgabe #2.
Zu haben per Mail

fanzine: Ostsaarzorn #2

Kein Fanzine. Ein Buch. Intelektuelles Niveau nicht ganz so hoch wie beim Testcard; dafür fast genauso dick: stattliche 200 Seiten bringt das Ostsaarzorn mit sich.
Es handelt sich wohl um eine Gemeinschaft von Menschen, die sich, man kann es gleich auf der ersten Seite entdecken, um den Einzugbereich zwischen Düsseldorf, Trier, Osnabrück im zornigen Westen bis zum zornigen Osten mit Leipzig und (L)Ost Places bemüht.
Den Norden, der ohnehin immer recht viele Worte abbekommt, schließlich kommen von dort auch die bekanntesten und allertollsten Vertreter des hiesigen Punkrocks, und den Süden – wo ist das eigentlich? – lassen sie aus.
Auf 200 Seiten kann man natürlich eine Menge unterbringen. Titel, Thresen, Tempramente.
Ich finde bei den ersten beiden Runden des Durchblätterns, Stöberns und Lesens Konzertberichte von anno dazumal, da diese Ausgabe wohl fast nahtlos da ansetzt, wo die letzte aufhörte: 2018.
Mehrfach kommen die, meiner Meinung nach, unpunkigen Akne Kid Joe vor. Ja, ich mag halt die Mucke nicht. Inhalt und Präsentation der Band dagegen sehr. Auch finden sich Duesenjaeger, Mülheim Asozial, Helene Fischer Ultras, Bon Jovi und viele andere Teenagerhelden wieder. Dazu Konzertberichte, Plattenreviews und und und.
Ein Text von den Toten Hosen „alles aus Liebe“ wird auf Femizid untersucht und seziert. Ich halte das für ziemlich schlau. Ich hatte immer das Gefühl, daß bei diesem Song etwas anderes gemeint ist, als das, was im doch seit Jahrzehnten beharrlich  schlageresken Musikstil der Düsseldorfer präsentiert wird. Ich konnte nur nicht per kleiner Internetrecherche herausfinden, ob es dazu eine Diskussion gab, eine Erklärung der Band. Leider auch im Heft nicht.
Viele, viele gute Ideen werden präsentiert. Auch schön die ProvinzPostille in einem Diagramm eines Artikels zur „Scientific Punkzine Evaluation“ wieder zu finden. Punkzines 2021 zwischen anständig und unanständig (bspw. MädMäm vs. Zap), bzw. (genial) dilettantisch und (brutal) professionel (bspw. ProvinzPostille vs. OX). Ich muss das natürlich erwähnen. Nehme das als Kompliment und werde selbstverständlich in meinem Kosmos weiter herumschweben wie eine Elfe.
Ich belasse diese Vorstellung vom Ostsaarzorn auch in dieser Kürze, kauft euch das Teil, ist wirklich mega! Gut, informativ, ironisch, knackig und kurz(weilig).
Einzig: bitte nutzt das nächste Mal eine Kontur für die Buchstaben oder druckt auf weißem Papier. Grau in grau wirkt das manchmal nicht so erhellend wie der Inhalt.

Gleich zu Beginn, was eigentlich ans Ende gehört, verspricht man auch die Fortführung dieses Zines, was ich für eine überaus kluge Entscheidung halte. Ich zitiere: „…bietet Ostsaarzorn allen Frauen und Flinta*s, Non-Konformist:innen und Outsiders die Gelegenheit und den Raum, ihre Texte gegen den Status quo publik zu machen.“ Melden per Mail! Was es kostet… keine Ahnung, wir haben getauscht, was sehr sehr cool ist! Porto inzwischen 1,70€.

PS: wenn ich das richtig ahne, dann ist das Heft von und mit Menschen der tollen Punkband Upfluss. Sie haben eine ganz klasse 7inch veröffentlicht. Yeah.

fanzine: PFF-Zine #4

Herr Magenbitter schickt ein neues Heft rum.
Diesmal in aktualisiertem DinA6 Querformat. Schaut schon mal wirklich witzig aus und passt für unterwegs in jede Tasche.
Geändert hat sich auch sein „Ton“. Er ist direkter, ehrlicher und sensibler. Deswegen sein Humor aber kein bisschen weniger infantil an einigen Stellen.
Was die Ausgabe 4 zu einem wirklich tollen Heftchen macht. So klein wie es ist, muss ich das einfach verniedlichen.
Wie immer dabei ist seine Assi-Punkfigur Fickfried, der sich durchs Leben oimelt und einige Cartoons.
Diesmal sind mehrere große Themen dabei, zuerst sein inzwischen festgestelltes und dennoch nicht diagnostiziertes Chronique-Fatigue-Syndrom (CFS). Woraufhin er sich mit dem Thema Inklusion auseinandersetzte, was ihn dazu brachte, einen recht gescheiten Artikel über privilegiert / deprivilegiert zu schreiben.
Auch macht sich Markus in drei Teilen Gedanken um (Über)Political Correctness in der PunkSzene. Es geht vor allem um einige negative Erfahrungen, die er im Laufe der Jahre gemacht hat. Im ersten Teil geht es um den entstandenen Zwang sich für seine Cartoons, Plakate und Comics rechtfertigen zu müssen. Da er einige Artworks für Ska-Bands gemacht hat, wurden diese auf einer Ausstellung als rassistisch angesehen.
Er sah sich mit klischeehaften Rollenbildern und Heteronormativität konfrontiert.
Hui. Ich kann echt verstehen, dass nicht jede*r einen Cartoon gut und vor allem lustig findet, doch nur weil wir Teil einer Szene sind, in der sich Markus ja offensichtlich gerne bewegt, alles zu hinterfragen und ihm derart Vorwürfe zu machen ist in einigen Fällen hergeholt.
Im zweiten Teil geht es um eine Band und deren Pseudonymen, die allesamt dem Dritten Reich entlehnt waren. Nun, ich konnte für mich von Anbeginn meiner Punkzeit nichts mit den Nazidevoltionalienspielerein anfangen… aber is halt Punk. Markus zählt dann berechtigterweise einige Beispiele aus den 80ern auf. Dass das in den 2000ern evtl nicht mehr ganz zeit- und szenegemäß ist, denke ich aber auch!
In Teil drei geht es um Sexismus in seinen Cartoons.
Ich finde es total gut, dass er sich so offen stellt, seine Cartoons und Plakate auch nochmal abdruckt und erklärt. … und einen Witz zu erklären… nun, ja. Seltsam.
Für ihn aber sicher sehr wichtig.

Gastcartoons von Ardy Beld und ein Coop-Cartoon (?) von Markus mit El Jaro. Sonst: alles DIY. Oder wie auf der Rückseite die Trump-ete tönt „PFF-Zine? That’s Fake News!“
Zu haben per Mail, 1,50 plus Porto.

Fanzine: ROMP #49

Im Sommer ist schon die #49 hier reingeflattert, directement aus der Schweiz. Ich finds total spannend, da die Schweiz, auch dank des Machers dieses Zines, eine recht spannende autonome Szene hat. Und das schon seit vielen Jahren.
Im Vorwort werden ein paar Worte über Verfallsdaten verloren. Leider sind zwei Freunde übergesetzt, leider aber auch durch die Pandemie das „30 Jahre Romp Fest“ ins Wasser gefallen.
Dafür hat sich der Macher dahintergeklemmt eine neue Rubrik aufzumachen „Geschichten aus den 80ern“. Diese widmet sich dem Streetpunker Freggel, der  für diese Zeit wohl ganz ordentlich was drauf hatte, Dope dealen, Gitarre spielen und Prügeleien sind da gerade noch die „normalen“ Straßenpunkersachen. Ob das heute noch genau so stattfindet?

Ein ausführliches  und einziges Interview dieser Ausgabe ist die Band Octopulpe. Spannend ist auch das zusammengewürfelte Interview, welches er mit Mika erarbeitet hat, von Bieber (dem Flight 13 Duplication-Macher) und Optimal Media. Es geht (nicht nur) um Recycling Vinyl.

Was sich sonst noch in dieser Ausgabe versteckt, könnt ihr erfahren, in dem ihr euch eine besorgt.
Auf jeden Fall mal wieder eine Kaufempfehlung.
Gibt es bspw beim Fischkopp-Plattenshop in Hamburg oder Save The Scene Records in Dessau. Wenn ihr Interesse habt und den kürzeren Weg wollt, bestelle ich auch ein paar zum Weiterverkauf. Meldet euch redaktion (ö) provinzpostille.de

fanzine: Entes Anomicos #16

Liegt schon ewig hier, nun endlich:

Entes Anomicos #16 – das Zine ist komplett auf spanisch. Ich bin über den Macher selbst, Carlos, daran gekommen.
Mit meinem wirklich rudimentären Spanischkenntnissen hangel ich mich so durch.
Das Zine besticht durch seine Vielfältigkeit. Musikalisch klar im Punk angesiedelt, trifft man auf viel andere Genre. Beispielsweise sind die, auf dem gleichnamigen Label erschienenen, The Catherines dabei. Ein Jangle Pop, Lo-Fi Duo aus Hamburg. Auch viele südamerikanische Bands, die hierzulande sicherlich nur einigen wenigen Auserwählten ein Begriff sind; dadurch aber nicht minder (rein)hörenswert!
Ein absolut empfehlenswertes Zine: Ausgabe 17 ist in Arbeit.
Mal abgesehen von unglaublichen vielen Projekten, Carlos hat auch ein zweites Zine Constante Indagacion am Start, kommt da auch ein Interview mit ihm in meiner nächsten Printausgabe!

Es sind Aufkleber dabei, ein CD-Sampler dabei. Dazu nicht viele Worte, einfach reinhören. Alles selbstgemacht, gestempelt, kommt in A4 in einem Bürohefter (oder wie die Dinger heissen). Find ich auch cool! Die meisten Zines sind getackert, oder inzwischen auch wirklich gedruckt und geschnitten – was mich meist ein wenig nervt, nimmt es doch Authentizität.
Alles sehr kurz gehalten, keine ausschweifenden Interviews, viele Reviews aus aller Welt. Ganz, ganz klasse! Man spürt in jeder Zeile die Jahrzehnte an Erfahrung, die Carlos schon gesammelt hat beim Fanzinemachen!

BTW: Carlos macht mit Kush Gong immer wieder Lathe-Cut-Releases, was ich für ein ganz wunderbares Medium halte.


Kommt sehr spartanisch daher, was den Informationsgehalt über die Bands anbelangt. In der Hauptsache sind sehr ruhige, poppige, spanische Akustikmusik drauf.

ich habe heute keine review für dich LP / MC out now.

Boah ey. Was hat sich hier angestaut?
Ich versuche es kurz zu fassen.

Mein Job hat es, auch pandemiebedingt, dazu gebracht, dass das Telefon nicht still steht. Viele Angebote, ich arbeite beim Film, zeitabhängig beschäftigt.
Nun habe ich seit Anfang Juli durchgearbeitet. Bin nicht am Ende meine Kräfte, aber am Ende der Zeit, in der ich (fast) nichts anderes machen kann als Keine Musik, Keine Reviews, Kaum Musikhören…. lauter K’s.
Ab und an doch mal eines. Der übriggebliebenen Zeit abgerungen.
Hört sich hart Kapitalismusorientiert an, isses aber nicht. Ich könnt auch Nein sagen und nicht arbeiten gehen. Mit Kindern aber kaum eine Option und außerdem liebe ich meinen Job leidenschaftlich.
Deswegen liegt auch hier ein fertiger Sampler für die Printausgabe #8. Nur mit der Grafik bin ich noch nicht durch. „Herbst 21“ steht auf dem Cover, das habe ich schon gedruckt…..

Wie auch immer: wenn bei anderen die Winterpause herrscht, gibts hier die nächsten Tage wieder Reviews, ich habe unfassbar viel zu lesen, danach kommt wieder Musik.

Yeah.
Weiterhin schöne Weihnachten und einen Guten Rutsch.
Ich mach mir erstmal n Bier auf; und leg ein paar witzige Scheiben auf, die ich extra für diese Tage besorgt habe. (nur wham lasse ich aus! Ich habe es tatsächlich geschafft diesen beschissenen Song dieses Jahr KEIN einziges Mal zu hören. Nicht im Supermarkt, im Radio, in der Tanke oder sonstirgendwo. Geiel – dann ist Platz für andere Ohrwürmer. Was waren denn eure?)

fanzine: Hansa Zeneca #2

Eine Zeitung.
Was ein geiles Format.
Die Nummer 2 des Hansa Zeneca Fanzines überrascht mit Neuigkeiten zur Pandemie. Wer hätte es bei dem Namen auch vermutet. Ich vermute hinter der News „urbanes Gärtner mit klarem Sieger“ den Herrn Bäppler, was sehr witzig ist.
Es gibt Kolumnen, witzige Interviews (auch Band interviewt Band, saugute Headlines, Rezepte, Review von Fanzines, die die artgerechten A5-Größen haben, und, was mortsmäßig unberechenbar geworden ist in diesen Zeiten: ein Extrablatt des Punkrock Diary mit Konzertberichten! Was so im Sommer ’21 zwischen Dortmund und Duisburg auf Sitzkonzerten gelärmt hat wurde besucht und besprochen.
Ich finde das Format klasse, Inhalt auch, aber ich bin, was Fanzines anbelangt, sowieso schnell zu begeistern. Jeder macht so seinen Style, die einen punkiger, die andern mit mehr fiktionalen Stories, das nächste mit allem Durcheinander.

Ich danke an dieser Stelle für das Lesen meines Zines, auch die ProvinzPostille wird reviewet und kommt besser weg als beim oben erwähnten Gärtner. Puh.
Punk werd ich zwar nicht merh für die Punks im Norden, aber ihr wisst ja auch nicht sooo genau, wie sich das Gärtnern im Süden anfühlt. Es ist etwas trockener hier 😉