Rückschau 2025 – Dyskalkulie pt. 1

Und zwar aus dem Grund, weil ich mich verrechnet habe.
Und zwar darin, wie geil das ist, aufzunehmen, ein neues Album zu gestalten. Dazu neue Releases von andern Bands rauszubringen, Videos drehen, gefühlte 1000 Platten anhören und drüber schreiben und und und.

Ach ja: auf Konzerte und Veranstaltungen gehen!
Andere, so las ich schon, brennen mit so einem Programm aus. Ich blüh da eher mal auf. Und es gab ein, zwei tolle Konzerte, die ich verpasst habe, weil dann doch auch mal sitzenblieben wollte.
Hier meine Liste für 2025.
Die, die ich richtig gut fand oder sehr besonders, bekommen zwei Sätze mehr! Bzw. sind in der Bildergalerie zum angucken!

Morgen, 01.01. kommen geschaute Kinofilme und ein paar „nackte Zahlen“
In jedem Fall sein der handvoll Menschen, die diesen Blog lesen, Dank gesagt. Schaut öfter vorbei und teilt die Inhalte gerne!
Danke!

JANUAR
11.01.     Plattenschau live.
Der Podcast, bei dem ich ab und an mit-babbel. Hier als Bühnentalk
mit Flo, Nathalie und Chris der Berg, sowie Gäst*innen.
Sehr netter Abend im Juha West!

16.01.    TOM MESS bei Dixigas Records in Karlsruhe. Zusammen mit GIPSY                  RUFINA. Dessen Platte ich dann im Nachgang noch reviewt habe!

17.01.    meine Band paddelnohnekanu mit KAPTAIN KAIZEN das Wochen-                   ende unterwegs! Hier im wunderbaren (ehrlich!) Slow Club in  Frei-                 burg! Geiler Sound, mega Publikum!

18.01.   Nochmal mit KAPTAIN KAIZEN, am Samstag in St. Wendel im Irish
Pub. Ein wenig zu wenig Leute, dafür umso treurer Fans gewonnen!

24.01.    in meinem Heimatstädtchen Bühl ein Konzert im Jugend(!!!)                               Zentrum. War ein famoser Abend, wirklich. Einen alten Bekannten,                   den ich bisher nur übers Netz kannte persönlich getroffen. Toll!

25.01.    TERRORFETT, COME THE DAY und FAVOR THE BOLD im Artcan-                      robert. Leider viel zu wenig los! Ich habe an dem Abend Technik ge-                  macht und Schweißperlen auf der Stirn, trotzdem Ruhe bewahrt!

FEBRUAR
07.02.   in Ottersberg bei Bremen startet unser Weekender mit MUTTER                          WILL TANZEN. Eine tolle Band und wir hatten uns echt schon                              Monate drauf gefreut, mit ihnen unterwegs sein zu können.

08.02.   Flensburg Hafermarkt. So weit nördlich waren wir noch nie. Geil.                        Volles Haus, ganze Nacht nicht gepennt.

09.02.    Hannover, Stumpf. Eine Show von Testdriver. Supernetter Kerl. Wir                   zu spät los für die Matinée-Show, zu spät gestartet, völlig durch,                       haha!
Eine letzte Show spielten sie noch ein paar Wochen später. Leider                       auf Eis….

14.02.    kaum zurück bin ich mit Marco von WuZetian nach Neunkirchen                        gefahren, um die krass coolen BENT BLUE aus San Diego auf ihrer                      Europatourne zu erwischen. Ein wenig müde, Bands und Publikum,                  aber ich hab mich echt gefreut und noch ein paar Worte mit Sänger                    Tony gewechselt!

21.02.    mit paddelnohnekanu und PARKWALKER eröffnen wir für TOM                         MESS auf seinem Releasekonzert in der Alten Hackerei in Karlsruhe

MÄRZ
21.03.     S.A.U.F. Festival in der Alten Hackerei. Kurzfristig durften wir ei-                       nen Slot mit paddelnohnekanu belegen.  Ich wäre sowieso hin. So                      viele geile Bands. Mega! Ich hab 12 von 16 Acts gesehen, yeah!

22.03.    und hier die Bands und ein exemplarisches Video, ich hab ein paar                      gemacht und online gestellt!

LYPURÁ, ZERO ZEROES, BRÜT, IN SCHWERER SEE, TYPHUZZ,                          100€ BAND, BLEAK MONDAY, HELMET LAMPSHADE, mehr fallen                    mir grad nicht mehr ein, sry.

26.03.    POINT NO POINT und AUTOBAHNS in Stuttgart Bad Cannstatt.
Prisma heißt der Club von N0Shows.
Erstere haben mir richtig richtig gut gefallen. Eggpunk von                                    zweiteren eher öde. Ein-Ton-Noise-Garage-Ding.

28.03.    spontane Anfrage, ob ich Technik machen kann im Artcanrobert.                      ja, oke. Wer spielt denn: POINT NO POINT und NAIVE ULTRA.

APRIL
05.04.    Geburtstagskonzert für Fauli. Es spielen BLUTWURST, feinster                             Metzgerpunk aus Karlsruhe, dazu er mit seiner Band KRASSER-                        FAHRSTIL und wir, aka FEINSTAUBALARM. Wir covern einige                              Stücke und feiern in seinen runden Geburtstag!
Auf der Durchreise unsere lieben Freunde Anke und Tuba.

12.04.     in Durmersheim (früher ein superbekannter Club namens „Lamm“                   gewesen) wird durch ein paar liebenswerte Menschen neu belebt.
Ich darf mit paddelnohnekanu, einem Stapel ofenfrischer Pizza,                         Bier und den Bands PETRICORE und SKINNY ELEPHANTS ein                               wenig Lärm machen.
An dem Abend ein Wiedersehen mit Sänger Elmar, mit dem Tulle                        (Bass bei paddelnohnekanu) und ich mal eine KYUSS– Coverband                      hatten!

18.04.    Endlich mal wieder zu Flo ins Wohnzimmer. Wir quatschen über DIE
ÄRZTE „Planet Punk“ zum 30 jährigen Jubilat der Scheibe. Für viele
Wegweisend und für Flo und Felix? Folge 15 in knapp 90 Minuten,
alle Songs.
Hier hören!

25.04.   bei der letzten Folge, einem innigen Wunsch von Flo, über die 30
Jahre „Planet Punk“ von DIE ÄRZTE zu sprechen, hatte ich die Idee,
wir sprechen darüber, wie es wäre, wenn der letzte Tag on Planet
Beer angebrochen wäre. Was würden wir tun?
Ich denke, wir haben auch nach zwei Stunden Gespräch noch keine
wirklich Lösung. Aber lustig war’s!
Hier hören!

MAI
10.05.    das erste Mal mit Stand auf dem Plattenflohmarkt der Kulturküche
in Karlsruhe. Ein schöner, langer Vormittag mit allerhand netten
Gästen am Stand!

24.05.    lang ersehnt und endlich da: ein Wochenende mit KUBALLA. Na,
also wenigstens ein schöner Abend in der tollen Villa Wuller in
Trier. Bemerkenswert: Fans vom Konzert in St. Wendel sind da. Wir
verkaufen zwei Platten und zwei Shirts, das ganze bei 11 zahlenden
Gästen, dazu ein absoluter Top-Konzertfotograf dort.
Fotos hier: Insta  und der Fotograf Marv.

JUNI
13.06.    Rastatt. SNAILMATE – ein irres Duo aus Amiland ein weiteres Mal                      zu Gast bei uns. Wie immer… hej: krasser Noise-Dance-Synthie-
Punk!

14.06.    Nachholtermin von EA80 im P8 in Karlsruhe.
Ich weiß, ich werd jetzt einige vor den Kopf stoßen, wenn ich sage,
dass es das bisher „entspannteste“ EA80 Konzert war. Vorband, fast
wie immer, bemüht aber nicht mein Ding.
War ein gemeinsamer Bandausflug. Tulle und Ole hat auch die
Vorband sehr gut gefallen. Wir trafen eine Meeeeenge Leute dort.

28.06.    ein weiteres Konzert in Durmersheim, Schützi, den ich diese Jahr
schaffe. Ich glaube insgesamt waren es 4 oder 5 Open-Air
Konzerte, die sie veranstaltet haben.
An diesem Abend mit NO FLAG LEFT, summer returns und COME                     THE DAY.

Die Tour von TOMAR CONTROL wollte ich mir wirklich ubedingt anschauen, doch die Lohnarbeit hat das am Ende ein wenig verhindert und ich kam Abends echt platt zurück und wollte nicht noch 1 1/2h zum Venue fahren. Schadé. Ich hätte die vier Frauen echt gerne wiedergetroffen!
Ich war in Erfurt und hätte Leipzig oder… ich glaub Chmenitz ansteuern müssen.

JULI
12.07.    mit den NECKARIONS auftreten bedeutet: viel Spaß. Und volle
Kanne Punk! In der Emma23 in Heilbronn sind schon einige
untergekommen, so auch wir – endlich! Saucooler Laden.

26.07.    spontan in ein Venue an meinem damaligen Arbeitsplatz geschafft.
Ich habe in Erfurt gearbeitet und bin nach Jena auf P.A.W. Festival
(Punk an der Wendeschleife) gefahren. Zum einen wegen der
Lesung von Punk as Fuck, wo ich Severine wiedertreffen konnte, die
in Freiburg im Slow Club tätig ist.
Ebenso, weil dort am Abend ES WAR MORD und ein paar andere
Bands spielen würden. Gesehen habe ich dann, in einer recht kühlen
Sommernacht, ES WAR MORD und DELIRIUM TREMENS.
Erstere mit einem super Auftritt. Zweitere sind eine recht junge
Band, auch mit einem echt gelungenen Auftritt. Davor war ich
während der Lesung gekommen. Die ersten beiden leider verpasst!

AUGUST
k.e.i.n.e. Zeit

SEPTEMBER
12.09.    erstes Konzert nach Wochen ohne Lärm.
PHILEAS FOGG im Vorprogramm von FLIEHENDE STÜRME. Tolles
Package, PHILEAS FOGG mit einem tollen Auftritt, sie spielen
wirklich zu selten live! Ihr Platte ist ein herrausragender Output des
Jahres 2025. Deswegen auch in meinen Top was-weiß-ich beim
Vinyl-Keks zu lesen.
FLIEHENDE STÜRME an diesem Abend recht flott unterwegs und
jeder Menge Spielfreude. Super!

13.09.    Sommerfest im Artcanrobert!
Es beginnt mit Paul the Judge vor der Eingangsür, mit Gitarre und                      Vocals. Singer-Songwriter – war echt gut!
Ich sehe das dritte Konzert (von 4 in ihrer Bandlaufbahn) von                               PETRICORE.
Dazu die wirklich liebenswerten ELAJ. Die mir etwas zu prolligen
WISHING WELLS. Endlich MODERN HELL, deren Platte ich wirklich
sehr feiere. Auch ein sehr guter Output in 2025! BLEAK MONDAY
habe ich schon einige Male gesehen und gehe müde nach Hause.
War dann doch viel die letzten Wochen an Lohnarbeit. NILS KEPPEL
sehe ich diesemal auch nicht.

17.09.    die Local Punkband BLUTGRUPPE WIXXXE (Karlsruher Supergroup
mit 100€BAND Sängerin Pauline, Bieber (ex-Pascow) am Bass,
Michi (ex- INDECISION + + + ) an der Gitarre, plus Plüschi (no
words needed) an den Drums.
Und die französischen Synth-Punks von FRUSTRATION dürfen mit
bei sein in der Alten Hackerei.
Gute Mucke, toller Sänger, verhaltensauffälliger Bassist und ein                         viiiiiel zu lauter Synthie.

18.09.    LENA STOEHRFAKTOR wollte ich schon eeewig mal live sehen.                             Meist spielte sie zu weit weg oder ich hatte keine Zeit. Voll gerne
würd ich sie mal mit RATTENKABINETT sehen.
Wie auch immer, BIG ZIS hat mit ordentlich tanzbaren Rap in
schweizer Mundart losgelegt. Spannend!
Dann LENA. Es war toll. Wirklich. Ich mag auch die ganzen neuen
Songs. Ehrliche Texte, super Beats. Bisschen oldschool, doch sehr
sehr gut.

20.09.    erstes Fotoshooting mit Band in den ganzen Bandjahren. Wir hätten
uns keinen besseren Tag aussuchen können. Super Wetter. Und                            keine bessere Fotografin als Mareike!
Danach noch unseren Kamikaze-Auftritt mit Mini-Equipment vor                     der Trinkhalle in Baden-Baden.
Knapp 70 Leute sind vorbeigekommen!

OKTOBER

03.10.    ich habe mich monatelang auf dieses Konzert gefreut. Endlich mal
wieder die KAPUT KRAUTS im Artcanrobert. Dazu TERRORFETT
und SCHEISSEDIEBULLEN.
Ich hatte letztere schon mal im P8 gesehen – super Liveband!
TERRORFETT im Januar – leider immer noch nicht mehr Leute da.
Dazu die hart spielfreudigen KAPUT KRAUTS, die sicher das vierte
oder fünfte Mal hier gestierten.
Im Nachgang erfuhr ich, dass viel zu wenig Werbung gemacht
worden war. Schade.

04.10.    relativ kurzfristig hatte ich diesen Auftritt im Proberaum von
HEISSE PROJEKTILE mit Attila ausgemacht. In Lahr.
Der Proberaum war megavoll, die Stimmung supergut und wir
konnten musikalisch echt rausstechen.
Die dritte Band war nämlich ALKOCOPS. Spaßpunk mit klaren                               Ansagen, nicht nur zu Bier. HEISSE PROJEKTILE haben live eine                        schier endlose Setlist von 30 Songs geprobt. Das war auch sehr                            lustig.

11.10.    Vinylflohmarkt. Again.
Diesmal war wunderbares Wetter und vermutlich deswegen irre
wenig los. Naja, bzw neben mir ein (hauptsächlich) HipHop
handelnder Schweizer, der richtig was los geworden ist.
Also wer Interesse an guten und günstigen Punkscheiben abseits des
Mainstreams hat, möge sich bei mir melden! Die Mucke soll ja gehört
werden und nicht bei mir in Kisten lagern!

13.10.    THE NOTWIST im Gebäude 9 in Köln. EIgentlich wollte ich, nach                       EA80 letztes Jahr, nicht mehr an einem Abend hin- und
herrauschen. 700km. … Allerdings hatte ich THE NOTWIST in den
90er nicht gesehen und wollte unbedingt mal die lauten und harten
Songs sehen und hören.
Ich fands umwerfend! Geiler Sound. Und ja, es fehlten ein paar der
tollen, alten Songs. Aber egal. Sie haben ein tolles Set gespielt.
Markus, Gitarrist und Sänger, legte im Thekenraum vor dem
Konzert noch auf.

18.10.    FINDINGS HARBOURS – allerletztes Konzert.
Wie besonders es ist, an einem letzten Konzert dabei zu sein, merkte
ich erst im Laufe des Abends. Im Grunde erst in dem Moment, in
dem Pip (auch Gitarrist und Vocals bei MODERN HELL) den letzten
Song ansagte.
Sich dann die Band nach vorne begab und verbeugte und ohne
Zugabe ging.
Ja, so ist das konsequent. Sehr gut.
Emo ist ja nicht so meins gewesen. Und innerhalb der Band fühlte
man sich inzwischen diesem Genre entwachsen. Trotzdem für beide
Seiten ein wunderbarer Abschluß im Z10 in Karlsruhe.
Danke.
PS: ich weiß von Jables noch, wo er aktuell spielt – NOMAD.
Spacerock und KRACHIGE PLATTEN Labelband.

24.10.    Mal was anderes andschauen und anhören. Nachholtermin.
Die schweizer Rock’a’Billy Band PEACOCKS in der Alten Hackerei.
Meine Liebste steht ja auch auf so einen Sound, und ich lasse mich
jedesmal überraschen, was den musikalisch geboten würde.
Nun, heute Abend war es weitaus mehr Punk auf der Gitarre, als ich                    vermutet hätte.
Der Sänger und Gitarrist in guter Spiellaune. Und auch Trinklaune.
Immer mal ne Kippe an, paar Züge, auf den Verstärker legen, dann                    einen Schluck aus der Whiskypulle, noch ein Schluck Wasser                                 hinterher und weiter gehts im Set!
Ich gebe zu, mich hat das nachhaltig beeindruckt.

25.10.    Nochmal mit KUBALLA spielen! Auf jeden Fall. Römerfässle in Ulm.
Konzert organisiert dort The Broken Fest. Sehr coole Bande, die
auch selbst musikalisch aktiv ist.
Die Kneipe war voll mit Leuten, dass ich weder vor noch zurück                            konnte bei spielen. Und alle hatten Bock. Das war wirklich ein super                  Konzert in einer komplett ausverkauften Bude.

31.10.    Biberach Filmfestspiele

08.11.    TOM MESS im Minestrone.
Eh ichs mich versah, landete ich also doch mal im „neuen“
SUBSTAGE.
Wusste nicht, dass das Minestrone die Kneipe über diesem riesen                       Laden in Karlsruhe ist.
Und dabei auch noch mit voll ausgestatteter Bühne. Toller Sound für                 die Band um Tom Mess. Ich denke wir kamen zum zweiten oder                         dritten Song. Tom stand noch mit Klampfe und Mikro vor der
Bühne, dann einige Songs aus allen Phasen auf der Bühne, bevor er                   wieder runterkam und seine Version von Bruce Springsteens                                 „dancing in the dark“ zum besten gab.
Die Überraschung des Abends allerdings ein alter Bekannter aus                           Baden-Badener Jube-Zeiten am Bass der Band TASCOSA, die ein                         Feuerwerk an Spielfreude und Professionalität auf die Bühne                                 brachten.

20.12.    Nachdem ich einen berchtigt wütenden Post von Plüschi bei FB las über den Stadtrat und die Abstimmung über die Kulturförderung, dachten wir, dass wir mal zu Support-Zwecken vorbeifahren. Wer hätte gedacht, dass wir einen rieeesen Haufen Leute treffen, die wir kennen UND das Konzert quaise ausverkauft sein würde.
Wir sahen die sehr gut und tatsächlich (meine Welt) viel zu lang aufspielenden BLUTWURST (siehe April!) und danach die belangslosen KAWENZMÄNNER. Leider so gar nicht mein Ding.
Was echt beeindruckend war: es waren unglaublich viel ältere Menschen da, die aus dieversen Freundschafts- Bekannten-Gründen dort waren, mit ihren Kindern (!!!) und einfach vorne Spaß hatten oder quatschten.
So gehen Konzerte also auch!

27.12.    ein wenig aufgeregt bin ich vorher schon immer, dass halt alle
Kassenschichten besetzt sind, alle kommen, die Bands vor genügend
Leuten spielen können.
Dieses Jahr hatte ich mir den Samstag NACH Weihnachten                                      ausgesucht. Und das Konzert am 20. (und es waren noch sehr viele
Veranstaltungen mehr) zeigte mir, dass das die richtige
Entscheidung war.

Für diese Jahr auch neu: die Gang um meinen ältesten Sohn macht Raves und ich habe sie dazu eingeladen. Also nach 2330, zum Abschluß: Hardtechno!
KRASSER-FAHRSTIL eröffnen den Abend im Café. Tightes Set.
ZYSTEM schleppen sich mit Rücken und Krücken auf die Hauptbühne und erfreuen das Publikum mit bester Laune Punk.
PADDELNOHNEKANU spielen ein paar alte Songs im gut gefüllten Café, bevor nur noch und ausschließlich neuer Stuff gespielt wird.
NOMAD bringen einige zum Moshen und abhotten. Die Stimmung ist an ihrem Peak, würde ich sagen.
UNBITE auf der Cafébühne noisen das erste Mal seit langem ordentlich rum. Was auf geteilte Aufmerksamkeit stieß. Ich fand die Show klasse und hab mich mega gefreut, dass sie da waren! Hab auch lang genug gewartet, sie mal live zu sehen.
SENOR KAROSHI heizen auf der Hauptbühne dann nochmal ordentlich ein – eine wirklich starke Show!
Währenddessen hatten die Jungs und Mädels von der ZDC-Crew umgebaut und legten los. utzutzutzutz.
War ein gut besuchtes Konzert!
„Ich war seit Jahren nicht hier, aber die Auswahl heute Abend war auch echt super“. Sprach ein Zuschauer mich an und verschwand in die Samstagnacht.

28.12.    Letztes Jahr spielten wir zum ersten Mal auf K.’s Geburtstag. Kurz und Knackig. Dieses Jahr sollten es ein paar Songs mehr sein, somit etwas länger. Dazu ein paar sehr alte Freunde / Bekannte unter den Party-Gästen.
Wir haben diesmal ein längeres Set gespielt. 18 Songs. Zum 18ten Konzert dieses Jahr. Es war sehr sehr schön.
Draußen Feuertonne und Grill. Drinnen Bier un selbstgebrannter Gin.
Und viele liebe Menschen. Das war echt cool!

Okay. Vow. Das ist mit Abstand der längste Bericht, den ich hier je in den Blog gekloppt habe.
Ein Konzertreiches Jahr. Das hat wirklich viel Spaß gemacht.
Jetzt freue ich mich noch darüber, dass wir mit paddelnohnekanu noch einen Videoclip gedreht haben und am 05.01. noch einen drehen werden!

Dazu kommt der erste Release in 2026 zu meinem Geburtstag als Pre-Release.
17.01. also im Artcanrobert – Albumparty plus BEN RACKEN und PEPPONE.
Geil.
Kommt vorbei!

LP: tremöre /w lhuma – amor & psychose Split

Die beiden Bands TREMØRE und Lhuma haben gemeinsam diese LP rausgebracht in Eigenregie.
Lhuma sind keifender Hardcore und 2000er Screamo die hier aufeinander treffen. Sehr abwechslungsreich. Auf unterschiedliche Arten wird ordentlich geprügelt.
Der 5te Song „teiler“ ist für mich der Anspieltipp.

Sozusagen der repräsentativste Song. Alle Songs sind kurz & knackig gehalten. Wütende Gedichte verpackt in emotionale Lieder.
Die Gesellschaft, die nach dem Mehr und dem Größer strebt, der scheinbaren Unermeßlichkeit des Kapitalismus nachhängt. Vor allem die Erde kommt damit nicht klar.

Die zweite Seite bespielt T͎͎R͎Ë͎M͎Ø͎R͎͎E͎.
Einesechsköpfige Band aus Berlin.
Sie haben einen eher rougheren Sound und ich würde sagen, sie haben mehr Crustpunk in der Mucke und ballern richtig nach vorne.
Der erste Song ist zwischen dem Wahnsinn von Yacopsae und JaKa angesiedelt. Empowerviolence!
Im Vergleich zu Lhuma sind deren Texte geradezu herzlich. Tremore wirken wesenltich politischer und angreifender.

reich sein muss sich wieder lohnen
häuser kaufen nur im sommer drin wohnen
kleingewerbe gründen kein mindestlohn
ihr kotzt mich an mit eurer disintegration
bis die langeweile wieder in dir wächst
bis du wegziehst und die finanzkrise hinter dir lässt
silversurfer

Zwei sehr unterschiedliche Band in Musik und Text, inhaltlich.
Beide Seiten haben mich überzeugt.
Transparentes Vinyl mit blauen Schlieren und Textblatt.

Gibt es direkt bei den Bands (Bandcamp)

7inch: nakam /w ausgebombt Split.

Ausgebombt und Nakam bringen via Kink Records ein paar harte Songs auf klassisches 7inch Vinyl.
Schwarz-weiß all in all, man könnte sich die Bildchen des Artwork auch prima direkt in die Haut stechen. Find, das sieht ja alles ganz gut aus!
Ich fange mal an mit Nakam, die Band gibt es nicht mehr, Redaktionskollege Der Riedinger schredderte hier die 6-Saiten. Zu Corona-Zeiten, im Mai 2021, haben sie noch zwei Songs in einem Studio in Tübingen aufgenommen. Die Songs lagen so „rum“ und man heckte mit Kink Records den verrückten Plan aus: wir machen eine Split 7inch mit Ausgebomt daraus.
Gut. Bis hierhin immer noch schlüssig, warum sollte man sowas auch nicht tun.

Nakam ist düster, melancholischer Punkrock, zwei englisch-sprachige Songs „all is lost“ und „winter“

winter is a life sucker
it makes me wanna fight
winter is a life sucker
it makes me wanna die

Wir könnten jetzt über den Umzug in ein wärmeres Land sprechen oder über die Musik.
Okay… wir sprechen über die Musik:
die Grundstimmung düster und der Sänger drückt mit seiner Stimme auch in diese Kerbe, klingt ein wenig nach Oi-Punk, dieses Rostkehlchen!

Apropos: Ausgebombt covern Cock Sparrer. Es scheint da also schon in diese Richtung Oi, bzw. Working Class gespielt zu werden.
Auch sehr Oi-lastig, der Sänger drückt ordentlich
„Landsmannfrage“ geht um eine Migrationsgeschichte. „white line fever“ ist eine Aufforderung an sich selbst rauszugehen, die Boots anziehen und gehen auf die Strasse und machen uns neue Freunde, wie auch neue Feinde.

Ausgebombt – haben in 2025 übrigens noch eine weitere 7inch rausgebracht.

Ich habe das Gefühl, bei Nakam herrschte melancholische Fröhlichkeit, während Ausgebombt drücken und schieben.
Kink Records. 500 Stück. Schwarzes Vinyl. Get it.

Dieser Review erscheint auch beim Vinyl-Keks.

LP: modern hell – s/t

Modern Hell kommen aus den Tiefen des Murgtals und machen überraschend offenen und mitreißenden Emo-Hardcore.
Kann man das so nennen?
Auf jeden Fall ist es komplett DIY produziert. Geil.

Das selbstbetitelte Debutalbum ist wirklich überraschend gut.
Vier der zwei Kerle kenne ich schon eine ganze Weile. Damals waren Pip und Markus bei Kasino Koschmidder, wo sie noch so typisch dünnen Emo-Punk-Sound gemacht haben, wie Bands auf Lala Schallplatten (Krawehl und Willy Fog, etc. in den 2010ern halt klangen)
Pip spielt auch noch bei Finding Harbours, einer Emoband aus Karlsruhe.

Wie auch immer: der Sound von Modern Hell ist viel fetter und sie haben ein wahrlich abwechslungsreiches Songwriting. Melodic Hardcore meets Emo meets Punk.
Es ist nicht einfach Melodic Hardcore, sondern echt zwischen den Stühlen steht. Einfache Punkriffs treffen auf vertracktere Hardcore-Attitüde. Geshoutete Parts, die trotzdem gesungen sind und nicht so weinerlich, poppiges Gejammer sind, wie so oft bei Vertretern dieses „modernen“ Styles.
Pflichtlektüre. Auf wunderschönem Vinyl
Erschienen bei iwishicouldstay.

LP: jodie faster – saint lundi

Kurz würde ich was über die Jodie Faster schreiben. Geiler, abgehackter Shit. 17 Songs auf ihrer neuen LP – vielleicht 25 Minuten?
Klar, es sind auch „10 years, that where seven“ drauf, die auf einer der letzten Split 7inches waren. Für den geneigten Fan wie mir, ist auch Füllmaterial drauf.
Schöne Titel gibt es zuhauf, denn Jodie Faster sind keinesfalls ironiefrei in ihrem Geschrammel.
„no gods, no masters, no algorythm“ oder „no future (should look like this)“ gerne würde ich auf jeden einzelnen Titel eingehen, doch wohin mit den ganzen Buchstaben? Die andern Bands wollen auch noch welche!

Der Titel und Titeltrack „saint lundi“ erzählt davon, dass es mal einen Feiertag in der Working Class gab, den Montag, an dem man einfach mal zuhause blieb. Ohne Ankündigung und zum Saufen in der Kneipe zur Trockenen Kehle trafen.
8 days a week und dann in die Kirche, da hat man dann schon mal Bock, auszuschlafen und Müßiggang zu betreiben. Manchmal weitete sich das auch auf Dienstag und den Mittwoch aus. Irgendwann wurde wohl Punk draus: arbeitslos und Spaß dabei.
Nein, die Gewerkschaften und das moderne Leben machten diesen  schönen Feiertag kaputt und wir vergaßen ihn.

Wie auch immer: ich finde das total geile an Jodie Faster sind diese furztrockenen Gitarren, die superpräzisen Drums und der treibende Bass. Manchmal wünsche ich mir beim Gesang etwas Abwechslung aber hej, Gesamtbild absolut top!
Eigentlich ist es so schnell, dass ich nach 17 Songs denke, huch, geht’s auch 10 BPM langsamer?
Geile Scheibe, geile Band, super Attitüde, super Liveband

Vinyl erschienen via DON’T TRUST THE HYPE records (France), DRINKING BEERS IN BANDANAS records (Hungary), LA AGONIA DE VIVIR (Spain)
LONER CULT records (Belgium), NO TIME records (USA), PASIDARYK PATS records (Lithuania), SPASTIC FANTASTIC records (Germany), TNS records (UK)
Tape via:  Dispear records (France), Deaf PunX records (France), No Time records (USA)

LP: Kombi-lation – 30 Jahre Kombi Nünchritz

30 Jahre gibt es in Nünchritz, was grob zwischen Leipzig und Dresden in der Nähe von Riesa liegt, feiert mit einem wahrlich umfassenden und fetten drei LP starken Sampler sein Jubiläum. Das ist schon stark!

In einer Pizza-Box finden sich, wenn ich mich nicht verzählt habe, 45 (!!!) Bands mit je einem Song. Alles Bands, die mal dort geprobt und gefeiert haben oder dort gespielt. Der Jugendclub Kombi, so heißt der Verein tatsächlich, macht also seit 30 Jahren Krach, Lärm und Jugendarbeit.
Den Anfang machen Wasted mit „break you“. Einige werden sicher so einige Bands wie die „Bottles“ kennen, die sich da auf dem Sampler wiederfinden. Sie haben nicht nur im Kombi gespielt!
Von 90er / 2000er Hardcore und Punkbands wie Durango95 oder Just Went Black über Kaltfront oder Sick Times, Oi Polloi und SS20 (italienische Hardcoreband).
Wie auch immer, ich nehme mal exemplarisch die erste Seite.
Fireaamd spielen mit „reward“ knüppeln ordentlich einen weg, wie Ratos de Porao in ihren besten Zeiten. Während die Kirchendiebe einen recht uninspirierten Indie-Sound machen. Farmers Boulevard machen wohl Straight Edge HC aus Leipzig.
Über manche Bands steht etwas mehr im wirklich cool gemachten Booklet in A4. Manche schreiben nur einen Satz. Meist kommen schon die Bands selbst zu Wort, was ich echt cool finde.
Auf 6 Seiten gibt es also Mucke, Im Booklet auch Worte der Macher und einen Zeitungsartikel, auch zerrissene Tageszeitungsseiten im Pizzakarton!
45 Songs beschreibe ich jetzt nicht im einzelnen, besorgt euch das Ding doch einfach selbst.
Alles, so sieht es aus, handmade in Nünchritz. Erschienen bei SM-Musik. Mehr Punk und DIY geht nicht.

Ich hab echt lang gesucht, um euch hier einen Link zu präsentieren, wo ihr das gute Stück für echt gutes Geld erstehen könnt.
Plastic Bomb Mailorder

 

LP: dead pioneers – po$t american

Ist mir tatsächlich eine große Freude, direkt das zweite Album der Dead Pioneers auch besprechen zu dürfen.
Was für eine fantastische Band, die in dem großen Punk- und Hardcore-Kosmos ein oder zwei Sternchen mit ihren Riffs und Lyrics beschießen und wieder zum Leuchten bringen.

Die Band hatte wohl das erste Album mehr oder weniger „aus der Hüfte“ geschossen – und wer hätte schon mit diesem Erfolg rechnen können. Es war ja auch gleich die Support-Anfrage für Pearl Jam da.
Ganz so schnell geht es im Musik-Biz dann doch nicht, obgleich sie sich, während eben jenes, selbstbetitelte, Album auf dem Markt war und via Bandcamp ausverkauft wurde, direkt aufmachten ein neues Werk zu veröffentlichen.
Themen gibt es ja genug, die aufs Papier gebracht werden wollen für einen Native American.

Es springt mir gleich ein Poster entgegen, in quadratischer Form, die wohl den Schreibtisch des Masterminds und Sängers Greg Deal abgelichtet zeigt; und die Lektüre, die er sich zu Gemüte führte.
Auf der Innenseite gibt es jede Menge zu lesen: die Lyrics.

„po$t american“ startet mit einem dermaßen direkten Slap ins Gesicht jedes weißen White Supremacy-Schwachkopfs. Deutliche Ansage über Amerika und ihre Einwohner. Und wer heute darum kämpft, dass das Wort „genocide (Völkermord)“ nicht inflationär von amerikanischen Post-Faschisten, oder nennen wir es Regierung, benutzt wird um es zu relativieren: ja, die quasi Ausrottung eines Großteil der Ureinwohner Amerikas ist Völkermord. (daran beteiligt auch all die eruopäischen Nationen, die dort Gold geklaut haben).

America so star-spangled awesome
A nice place where the Empire blossoms
Killing Natives, built on slave labor, too
When you bleed you bleed red, white, and blue

Bougie politicians with open hands
Gigantic toddlers with demands
Check notes, what’s the result?
Your people in a fascist cult
(po$t american)

Ihr merkt, die Band, ihre Musik und vor allem der Inhalt der texte rührt mich, macht mich wütend. Ich denke: endlich spricht es jemand aus und wir schenken ihm Gehör. Das ist gut so! Hört euch das auch an!
Zurück zur Musik: der Song artet dann auch noch in einen etwas noisigeren Part aus, der mir schon auch zeigt, dass die Band sich mehr ins Songwriting gekniet hat. Es stimmt schon, im Gegensatz zur ersten LP ist diese schon nach drei Minuten musikalisch und textlicher griffiger, deutlicher, wütender und eingängiger.

Der Track „my spirit animal ate your spirit animal“, der schon vorveröffentlicht worden war, ist dann an Stelle 3 des Albums.

Irgendwo zwischen Dead Kennedys und No Means No bewegen sich die hart eingängigen Riffs mit dem wirklich guten Drive.
Es ist und bleibt aber, so drückt Gregg das auch im aktuellen OX-Fanzine-Interview aus, eine Erweiterung seiner künstlerischen Möglichkeiten ist, seine Message weiterzutragen. Er malt und schreibt und macht nun eben auch Musik.
Und die ist gut!
Es ist natürlich schon etwas seltsam, hier als weißer Mann zu sitzen, sich privilegierten Punkrock auf Vinyl (in verschiedenen Farben) anzuhören und darüber zu schreiben. Aber das Leben ist und bleibt voller Widersprüche. Die Erinnerungskultur, die wir mit den von unseren Vorfahren angezettelten Weltkriegen hier pflegen ist unglaublich wichtig. Ebenso wäre (und ist es) wichtig, für alle die anderen Verbrechen, die „wir“ an unseren Mitmenschen begehen, eine derartige Kultur zu etablieren und zu halten!
Was mir Dead Pioneers also klar vor Augen führen ist, dass der 50 Staaten, die da zusammengehalten werden, leider von einem sehr großen Teil Idioten bevölkert werden, und nicht kapieren, wenn man schon von sich behauptet die älteste Demokratie zu sein, dass man auch danach haldeln muss. Und Demokratie bedeutet Gleichbehandlung und nicht Segregation. Was Amerikaner in ihrer Geschichte schon leidvoll an indigenen und schwarzer Bevölkerung verübt haben. Wenn sie die Indigenen nicht ausgerottet haben, dann haben sie sie eingesperrt in Reservaten. Lassen sie auf dem ihnen gestohlenen Grund ihr eigenes Haus bauen.
Ja, eine Entschuldigung wäre schon angebracht. Ob das reicht?

„pit song“ ist superkurz und „the caucasity“ haben musikalischen Druck und Letzterer hat so viel Text, dass dieser sicherlich ein Drittel des Lyric-Plakats einnimmt.
Es geht darum, dass Gregg angesprochen werden wird. Derjenige hat noch seinen Kumpel an, um ihn ins Boot zu holen, der aber nicht wirklich Bock hat, reingezogen zu werden, was da nun kommt: nämlich der Partner zu sein, der der blöden Frage, die nun an den Indigenen geht, zuzunicken, als sei diese von höchstem Interesse, dass man diese Frage klärt.
Zwei Leute sind ja schon der kleinste Mob, den es gibt. Die Idee der Weißen ist, dass man als Inigener ein Sport-Maskottchen ist oder eben der Antagonist in einem John-Wayne oder Kevin-Costner-Film ist.

John Wayne wird hier noch als Protagonist eines Films erwähnt, wird er – in Anlehnung an den Song „john wayne was a nazi“ von MDC – in „mythical cowboys“ komplett auseinandergenommen. Ja, ein Cowboy ist eine weiße Mystifizierung.

Im Video findet sich dann auch das komplette Bild, welches auf dem Cover gelandet ist.

PO$T AMERICAN „drückt eine kollektive Entmüdigung und Desillusionierung des sogenannten „Amerikanischen Traums“ aus. Während wir uns, in der Hoffnung auf eine gewünschte Einheit außerhalb derer bewegen die uns für ihre eigene kapitalistische Machtübernahme benutzen würden.“
Das Ganze wird recht unaufgeregt dargebracht, was aber umso mehr zu einer inneren, nachdenklichen, wütenden Unruhe bei mir führt.

Komplett 2024 produziert. Kurz vor den Wahlen in Amerika fertig.
Die Band Dead Pioneers besteht natürlich nicht nur aus Sänger, Künstler und Aktivist Gregg Deal, der auch u.a. Mitglied ist im Permit Lake Paiute Tribe ist. Sondern auch aus den beiden Gitarristen Josh Rivera und Abe Brennan, Drummer Shein Zweigart und Bassist Lee Tashi. Tolle Band, bomben Inhalt.

Erschienen via Hassle Records.

Diese Review erschien auch beim Vinyl-Keks. Erschien mit wichtig, diesen auch hier zu posten.

 

LP: kochkraft durch KMA – hardcore never dies das

Nun denn. Kochkraft durch KMA. Da hätt ich mir auch gleich Team Scheisse holen können, die verstehe ich so gar nicht mehr.

Die Band war ja auf dem letztjährigen Artcanrobert Sommerfest und hat eine hochprofessionelle Show abgeliefert, die mich, nachdem ich sehr auffallend darum gebeten wurde, nicht zu filmen oder fotografieren, nur 10 Minuten anschaute. Dafür den immens großen FlightCase für ihr Merch bestaunte; und allein ihre bandeigene Tourfotografin überall rumspringen durfte, um zu dokumentieren. Aber ich mag mich ja überzeugen lassen.
Mal schauen, ob das gelingt und das KMA mich durchdringt.

Das neue Album heißt „hardcore never dies das“ und die ersten Songs sind absolut kreativ und sprudeln nur so vor Ideen und Energie. Das macht schon echt Bock. Total energiegeladene Band, die Bock auf Party hat, das zeigt und aber auch Inhalt präsentiert. Zwischen Dada-Lyrics und Sozialkritisch. Politisch auch.
Flinta*-Personen und allem, was gerade das Herz und Hirn der Generation zwischen 15 & 25 bewegt.
Dazu noch ein to-tal klasse Video zu „bon jovi“, in dem die Sängerin Lana vom Publikum die komplette Zeit getragen wird wie nach dem Stagediven.

Der erwähnte „Lederjackenmann“ erinnert mich, klar, an den „Lederhosentyp“ von Hansaplast.
Zu einem späteren Zeitpunkt kommt dann „wer soll ich heute für dich sein“. Ein Banger. Wirklich lyrisch einwandfrei und hohes Hitpotential. Zusammen mit ___ und doch: ich vermisse den finalen Twist, in dem ich gesagt bekomme, dass das ironisch gemeint ist.
In diesem Moment war ich irgendwie irritiert und raus.
Dann fällt mir auf, dass dieser Song mit Luise Funface von TCHICK ist und klar, dann ist absolut klar, dass das ironisch gemeint ist, dass es hier um ein falsches Frauenbild geht, das wir bitte zu korrigieren haben. Das ist mir aber ein wenig dünn. Wie soll das der Hardcore-diesdas-Typ verstehen, wenn das im Radio läuft. Bzw. man ja mit der Art Elektropunk, bzw Neue Neue Deutsche Welle, ja eigentlich ALLE Leute erreichen möchte, damit die Message auch ankommt. Dann sollte man das doch auch so formulieren; zumindest so, dass da ein fader Beigeschmack bleibt.
Versteht mich nicht falsch. Ich persönlich verstehe die Message.

Die zweite Seite der LP ist etwas mehr Rave, mehr Elektro, da ich auch nicht so der Tänzer bin, gute Kopf-nicker.
Kochkraft durch KMA funktiniert als Komplettpaket: Titel, Songtitel, Artwork, Songwriting, alles super!
Zwischen Selbstreflektion und dem Aufmerksam machen auf Zustände. Erfreutes Erstaunen begleitet mich über die gesamte Lauflänge. Als alten Blogger und Fanziner könnte man mir auch nachsagen, dass ich erschrecktes Erstaunen vor zu viel Neuem zeige.
Es ist mir aber auch schon in den 90ern, als das das erste Mal aufkam, zu viel Elektronik.
Sie zielen auf Feiernde Zuhörer*innen ab, die einen gewissen Kritikbogen in ihrem Leben haben, was ich super finde, da treffen sie sicher auch ins Schwarze.

Mit sehr großer Freude aufgenommen, die richtige Attitüde, die sie auch genau richtig präsentieren. Mit Grand Hotel Van Cleef haben sie sicher auch das richtige Label gefunden und werden einen schönen Festivalsommer spielen.
Hier als limitierten Japan (…) Import zu haben.

LP: the midlandfuckers – anthropogenic chaos

Die The Midlandfuckers hatten mir ein wundervolles Paket mit total echter schweizer Lieblingsschokolade gepackt.
Die habe ich, Stück für Stück, erstmal genossen und mir dabei diese Platte namens „anthropogenic chaos“ angehört. Das ein wenig zur Verzögerung dieses Review geführt.

The Midlandfuckers haben Bambi auf dem Cover. Sieben Songs sind auf dem Vinyl zu finden. Mich erinnert der Sound und Songwriting schnell an The Lamplighters (aus Köthen) oder auch Überyou.
The Midlandfuckers machen keinen untypischen Sound für eine schweizer Band. Viele Bands aus der Schweiz scheinen auf den klaren Rock’n’Roll-Einschlag im Punk zu stehen.
Und die Band hier mischt da auch noch Oi bei, ein bisschen Hardcore, das klingt alles nicht nach Annodazumal, sondern stürmt frisch in die Ohren!

Nach ihrer ersten 10″ EP „tinder match“ ist einiges passiert im Sound, doch bleibt sich die Band in den Themen treu. Besagte EP handelt von unserer übersexualisierten Gesellschaft und so packt die Band auch weiterhin politische und soziale Themen an.
Das war eine ganze Zeit in den Genres Oi und Hardcore nicht wirklich präsent.

Anspieltipps sind „hymn of the poor“ und „break the chains“, die ich musikalisch richtig gut finde.
Ein wenig ab fällt die Hymne „alcohol“ – das ist mir way too eingängig, aber hej, hört selbst! Und auf den Off-Beat hätte ich auch gut und gerne verzichten können, er passt nicht so richtig ins Gesamtbild, wobei das Abwechslungsreiche ja gerade ihr Markenzeichen ist!

Ziemlich guter Sound, wer auf singalong Punkrock steht, zum Abfeiern aber auch kritisch seine Meinung zu äußern, ist hier genau richtig.

Wo ihr das Vinyl bekommt – im Shop des Labels steht es (noch ?) nicht – kann ich euch leider nicht sagen. Schreibt die Band doch einfach bei Insta an (erster Link oben)!

LP: judge „chung king session“ vs judge „bringing it down“

Ein, das steht außer Frage, grandioses Album ist das „bringing it down“ von Judge schon. Seinerzeit hat mich das gut abgeholt.
Die Wucht, der Sound, die Unbändigkeit.
Lange nicht gehört.
Dazwischen mal die Discographie „what it meant“ auf LP besorgt; und für einen okayen Preis weitergegeben. Diese eine Platte, die isses halt. Echt ganz großes Hardcore-Kino.
Nun, es ist die „chung king can suck it“ auf Vinyl veröffentlich worden, ich hab mir das Ding mal besorgt und nun erzähl ich euch einen vom Pferd. Respektive vergleiche ich mal ein wenig, warum Judge wohl damals die Aufnahme in die Tonne getreten haben und nochmal ins Studio sind.
Die Band, vor allem der Sänger, waren überhaupt nicht glücklich mit dem Sound.
interessant ist es aber schon, dass mal nachzuvollziehen. Wieviele Platten aus der Zeit der 80er Jahre, den „Klassikern“ habt ihr zuhause stehen und denkt (vrmtl wie ich) oft genug: „boah ey, so geil die Band, warum ist der Sound so … wie er ist… das könnte doch viel geiler sein.“

Der große Unterschied ist wohl, dass auf der „bringing it down“ mehr Hall auf der Aufnahme ist. Die Drums klingen viel räumlicher. Die Gitarren fast schon nach Metal.
„chung king can suck it up“ hat auf Seite zwei „holding on“ und „no apologies“ mit drauf.
Als runder Release, Revelation mit dem 200ten Output, schon etwas Besonderes. Denn Revelation hat damals doch mal 100 Stück pressen lassen von dieser nicht gewünschten LP, für die Sammler irgendwas wie 7.500 fucking Dollars über den Tisch gegangen ist.
Absurd.

Soooo geil ist das dann auch nicht.
Egal. Das Faltblatt unterscheidet sich kaum zwischen den beiden Releases. Alles drauf, wie bisher. Da hätte ich mir dann doch eine winzige (oder auch witzige) Erweiterung erhofft.
Ein Fotos sind anders.
Nun, am Ende: Platte geil, ich denke aber, die Band hat sich schon auch selbst ganz schön ernst genommen.