MC: zukunft zwei – geister

Von der Band Zukunft Zwei habe ich mir via ihrer Bandcampseite ihr erstes Tape bestellt. Die Band kommt aus Pa-Pa-Paderborn und sie machen Punkrock im Stile von Lygo oder Herr Paulsen und das Zeitproblem vielleicht.
Sehnsucht und Melancholie wehen so durch dieses Demo, mir wird ganz kalt ums Herz, herrlich.
Emopunk, der ganz hervorragend aufgenommen, bzw. gemischt ist. Die vier Songs sind all in all echt rund. Haben ihre Ecken und ihren Pop.
Gut gesetzte Breaks, zwischen Hüpfen und straight-forward, ein paar Synthie-Teppiche, um den Sound noch voller zu kriegen. Gutes SOngwriting. Also bis hierhin schon mal alles richtig gemacht. Weiter!

Musikalisch echt abwechslungsreich, für einen Zwischendurch-Durchlauf, da die vier Songs echt kurzweilig sind, absolut gut geeignet!

DIY.

video: überyou & the high times – doku „restless in the east“

Plötzlich der Tipp. Draufclicken, anschauen.
Klar kenne ich Überyou. Die wahnsinnig gutgelaunte Band. Mir schon fast ne Spur zu viel; bin ich doch eher der Misanthrop.
Was uns verbindet ist das Herz, welches man der Sache hingibt. Und die Gemeinschaft vor der Bühne, vor die man dieses Herz kippt.

Sie sind auf Tour gegangen mit der Band, die zu einem großen Teil auch aus Überyou-Members besteht: The High Times. Auch sie habe ich schon live gesehen, auch sie: fantastisch gut drauf, noch ne SPur mehr, und mit Frau am Gesang.

Und diese Menschen machen sich auf den Weg und bereisen für einige Konzerte Kirgistan, Kasachstan, Usbekistan, Georgien und die Türkei. Wie abgefahren!
To-tal geil.

Und es wird noch schöner, durch die wirklich gut gewählten Bilder, die kleinen Stories, die da drin stecken, die Zeit, die sich Tom Gibbons genommen hat, sie auch mal wirken zu lassen, ohne die Momente gleich zu zerschneiden. Weiterzuziehen zum nächsten Venue.
Auch die Off-Kommentare, der Anruf einer Iranerin. Ja, es wird politisch, ja, es wird einem Bang – und die Musik verbindet.

Die 21 Minuten sind wirklich kurzweilig.

fanzine: proud to be punk #41

Die Nummer 41 ist, ja man kann sagen „wie immer“, ein umfassender Blick in die Szene von gestern bis heute geworfen worden.
Irre toll, wie akribisch und genau so ein Punkfanzine doch sein kann. Dadurch auch so wenig chaotisch. Lesbar, sozusagen, oder übersichtlich.

Dunkle Tage, eine Hardcorepunkband aus den 80ern, Bomb All, Parcours (ein Bildungsverein), den Angelic Upstarts, König Kurt Buchladen und „wir Punks vom Hinterland“ mit Broesel vom RubberXhead-Fanzine.
Das Menü wird getoppt von „ein tag ohne bier ist wie ein tag ohne wein -teil 7“.
Und beim Lesen dieser Anekdoten mir auffält, dass es im Bereich des Möglichen liegt, dass ich auch mal so drauf war; vor allem, wenn es um den Gebrauch von abgeschnittenen Colaflaschen ging.
Daraus folgend dann einige ihr Abi verpasst oder gerade so auf die Reihe gekriegt haben. Ersteres trifft dann auch mich zu.

Vor einigen Tagen hatte ich ein Telefonat mit eine Redaktionskollegen, der in Chemniz gelebt hat. Während ich das Interview mit dem Bildungsreisen veranstaltenden Verein Parcours las, dass er mir darüber erzählt hatte, dass aus einer Schulklasse schon Ende der 90er, nur drei Kids mitgehen durften bei einem Gedenkstättenbesuch, da die andern schon komplett rechtsradikal waren und man das nicht hätte verantworten können.
Angehängt ist ein Offener Brief an den Bürgermeister Chemitz‘, in dem auf Artikel 1 und 3 des Grundgesetzes aufmerksam gemacht wird, weil die Bullen dort die Linken einpacken und an Orte fahren, von denen sie nur scher wieder zurück in die Stadt kommen. (Irgendwie habe ich diese Praxis schon in Zusammenhang mit der DDR in Erinnerung…)
Oder gleich dorthin, wo „Betreten verboten“ dran steht, damit sie den Personen dann doch noch etwas anhängen können.
Ich fühle mich so hart an den Anfang der 90er Jahre erinnert.
Es hat sich, eine Zeitlang, etwas verbessert, beruhigt, oder ist aus dem Fokus gekommen; geändert hat sich nichts.

Ich könnte noch ein paar Sätze allein zu diesem Thema loswerden. Sehr anregende Lektüre!
Das Proud to be Punk ist da auch niemals verlegen um Worte, da wird hoch gestapelt – in der Anzahl.
Die Themenauswahl ist wieder super gewesen, kein Artikel hat „nur“ 4 Seiten. Meist sind es 8 bis 10.
Die Reviewseiten sind eingeteilt in „Sachsen Szenereport“ und auch dann der Rest der Republik im „Lauschangriff“, bzw. ab und an auch über den Tellerrand.
Sehr cool, auch darin finde ich mich bei so einigen Sachen wieder.

Kriegt ihr per Mail.

MC: schuetter – demo

Schuetter haben ein Demo raus auf dem, außer eine Legobauanleitung, auch 9 Songs enthalten sind. Schuetter haben ihren Namen nicht weil oder wegen dieser Bauanleitung, hat auch, glücklicherweise, nichts mit Menschen mit schütterem Haar zu tun; nach diesem flachen Wortspiel nun zurück zum Tape.
Erschütternd? Ausschütten?
Ich lass es.
Die Band soll das aufklären, sobald sich da mal eine Gelegenheit ergeben sollte.
Schuetter machen eher emotionalen Deutschpunk. Herr Paulsen und das Zeitproblem waren eine der wenigen Vertreter*innen dieses kleinen Subgenres Emo-Punk. Allerdings, das muss ich gleich loswerden, fällt mir der stumpfe Drumbeat, der sich sehr repetitiv durch alle Songs zieht, nach drei Songs aus den Ohren.
Duesenjaeger machen das so ähnlich und auch bei Schuetter gibt es Parts und vor allem den Gesang, die den Beat ab und an vergessen machen. Es klingt ab und an Peppone oder Panikraum an, das ist sehr schön!
„förderpunks fuck off“ hat mein vollstes Verständnis und Sympathie!
Wenn du in einer Punkband spielst, kannst du nicht beim Staat Geld fordern für deine Punkmusik.

Anspieltipp ist „kleinscheiß reitet rein“ – die Basslinie am Anfang ist total Bombe, der Refrain ist ein emotionales Kleinod!

Die Songs sind nicht nach dem Baukastenprinzip, mich lässt dieses Cover nicht los.
Es ist wirklich simpel und cool gemacht.
Tape erschienen bei Black Cat Tapes und Raccoone Records.

 

 

LP: tomar control – frente al miedo

Heute fange ich das mal umegkehrt an.
Tomar Control haben da nämlich eine ganz famose Scheibe namens „Frente al Miedo“ (Angesichts der Angst) auf meinen Plattenteller geschoben und drücken mit ihren Hardcore-Riffs ordentlich durch die Boxen. Die Band aus Lima in Peru veröffentlicht damit ihren dritten Longplayer!

Seite zwei hat mehr Energie und es sind die schneller gespielten Songs drauf. „hambre de poder“ (Machthunger) ist der Hit der Platte. Man hat auf der einen Seite dieses südamerikanische Thrash-Metal-Gefühl, die Gitarre fräst sich durch die Gehörgänge. Erinnert mich an Ratos de Porao und Tomar Control wechseln im Song aber diese Grundstimmung in einen echt coolen Hardcore / Emo-Part, der nichts an Energie liegen lässt, sondern nochmal in eine andere Richtung pusht.

¿Cuán lejos crees que llegarás?
Si todo en tu vida es traicionar
Wie weit glaubst du, wirst du kommen?
Wenn alles in deinem Leben Verrat ist

Sängerin Julie stellt dabei ernste Fragen an ein ungerechtes System.
Überhaupt sind alle 10 Songs kritisch und hinterfragend.

Ich spule für euch aber mal kurz an den Anfang.
„Frente al Miedo“ startet eher mit Old-School-Hardcore, als mit etwas Innovativem, was etwas gegen die Hörgewohnheiten geht; und glücklicherweise schieben sie da auch schon einen Part Richtung Emo und nicht Richtung der inzwischen ultra poppigen Turnstile. Das macht ja, glaube ich, gefühlt jede zweite Band inzwischen nach. Nein, sie knallen da noch einen Beat-Down hinterher.
Tomar Control höre ich schon seit der ersten Platte und ich finde, dass es eine klare Weiterentwicklung gibt. Sie haben dazugelernt in Punkto Songwriting, verlassen sich auf ihre Skillz und machen daraus wütende Hardcore-Perlen, die sich wie an einer Kette aneinanderreihen.
Bei „Extinción“ höre ich schon ein wenig Biohazard raus. Aber wenn es Anleihen gibt, dann landet man recht schnell beim 90er Jahre Hardcore. Die vier Frauen machen keinen Hehl aus ihrer Liebe zu den Riffs und dem Sound dieser Zeit!
In dem Song geht es um den Egoismus des Menschen, der immer wieder alles zerstört, weil es ihm im Weg ist. Natur, Umwelt, sich selbst.

Die Platte wurde letztes Jahr nach ihrer Tour durch Europa aufgenommen. Abgemischt wurde sie von Hardcore Urgestein Don Fury in New York. Sie kommt in einem Hochglanzcover, Texte liegen im Original (spanisch) und in einer Übersetzung (englisch) bei auf einem Textblatt.
Erschienen bei Refuse Records. Dort auch zu haben als TOurversion in weißem Vinyl. Ich habe hier die schwarze Variante vorliegen.

Tomar Control sind in Kürze wieder auf Tour hier, ganz wenige Dates in Deutschland!

APR 03 – BRIGHTON, UK @thepipelinebrighton
APR 04 – LONDON, UK @thebluemonklondon
APR 05 – MANCHESTER, UK @mcrpunkfest
APR 06 – GLASGOW, UK @thehugandpint
APR 07 – LINCOLN, UK @akedo_bar
APR 08 – CARDIFF, UK @fuelcardiff
APR 09 – CLARQUES, FR @louiepleure
APR 10 – NANTES, FR @lune.froide
APR 11 – PARIS, FR @unitedwestandfestival
APR 12 – FRANKFURT, DE @au.frankfurt
APR 13 – BERLIN, DE @obergeschosshell
APR 14 – SZCZECIN, PL @goodboysbooking
APR 16 – UTRECHT, NL @acu.nl
APR 17 – LIMBURG, DE @kakadu_limburg
APR 18 – GHENT, BE @t_omgekeerdekruis

DIESE REVIEW ERSCHEINT AUCH BEI VINYL-KEKS.EU

comic: andré lux – borleck magazin #6

Ich dachte so „borleck“, ja, da ist ein neues Heft raus und ich hab das noch NIE auf Papier bekommen und hab mich SOFORT gemeldet.
Ein Glück hatte André noch ein Rezi-Exemplar für mich.

Borleck numero 6, das legendärste aller Strichmännchencomicmagazine ist also wieder da. Und es kommt nicht einfach auf Karopapier (und ich liebe kariertes Papier!) daher, nein, es ist der superluxus Karton-Einband, der mit meinen alten Fingern kaum noch zu bewegen ist, da ich von Tag zu Tag schwächer werde.
André Lux findet man unter egonforever bei Insta oder Autobot (hier eine Tapereview seiner Musik) oder seinen Shop bei ETSY!

Das gemeine an den Erzählungen, Cartoons, Comicstrips, Schulheftekritzeleien ist ja, dass es erstmal so kindlich daherkommt. Ganz plötzlich geht die Geschichte los, dreht, sprungfedernhaft, eine Spirale Richtung Pointe und schlägt dann zu, wie so ne fiese Mausfalle.
Da stehen meist zwei Protagonist*innen, die im Bild stehen haben meist etwas nach vorne gebeugtes, etwas eilendes, sind eigentlich ewig gestresst vom Leben. Obwohl es „nur“ ein Strichmännchen ist, ist es doch immer am Rande des Wahnsinns; sie schwitzen ob der ihnen gestellten (meist recht sinnfreien) Aufgabe, sie gucken erstaunt durch ihre riesigen Augen.
Das Cartoon des Männchen, in dem es sich das Prospekt des Supermarkts selbst nochmal gestaltet, um die Kroketten günstiger zu bekommen, verstehe ich ebensowenig wie Ananas auf einer Pizza. Am Ende bestellt es wohl beim Krokettenversand24. Inhaltsleere Werbung.
Die meisten solcher Witze, machen, das man so leicht schnaufend lacht. Kein richtiges HAHAHA! Nur so ein leichtes, gewitztes, man hat dich mit dem Witz abgeholt und links liegen gelassen. Oder so ein leichtes, lautes Schmunzeln.

Die absurden Witze, die sich ein ums andere, aneinanderreihen (Gutschein für eine Gebäudesprengung) wie Dominosteine.

André Lux muss ein sehr genauer Beobachter seiner (wahnsinnigen?) Umgebung sein, um all diese kleinen Irrwitzigkeiten der Menschen wie Perlen an einer Kette aufreihen zu können. Zwischendurch nimmt er sich dann selbst nicht allzuernst.

Egon, repsektive die Borleck-Veröffentlichung hat mir wieder die Kraft gegeben, in andern Werken ebenso sinnlos zu blättern, wie in diesem.
Danke!

  1. Auflage ist fast vergriffen. Erscheinung nur in analoger Form.
    Hier nochmal der Etsy-Shop.

LP: cios – caveman traditions (Печерні традиції)

Von Abbruch Records habe ich ein paar echt tolle Platten geschickt bekommen und diese hier voll vergessen.
Wie konnte ich nur?

CIOS sind eine ukrainische Streetpunkband, die es schon so einige Jahre gibt und bisher gar nicht auf meinem Radar auftauchten. 2012 sind bereits die ersten 9 Songs erschienen.
Das Cover ist echt cool und ansprechend. Ich denke sofort an Kriegstote, an Geschichte, die am liebsten verbuddelt wird und nie mehr auftauchen sollte.
Das Trio hat unter den gerade herrschenden Kriegsbedingungen also ein direktes und ehrliches musikalisches Zeitdokument aufgenommen und veröffentlicht.  Übersetzt heißt der Titel „steinzeitliche traditionen“.
Sie beschreiben unheimlich von ihrem Schicksal, ohne dabei pathetisch oder hochemotional. Sie sind wütend und direkt.
In einem Review habe ich gelesen, CIOS würden klassischen Punkrock machen. Was bitte ist denn klassischer Punkrock?
Ist das Ramones oder Sex Pistols?
Jedenfalls hat mich „war for war’s sake“ direkt mitgerissen. Was ein toller, simpler, maximal das minimalistische Songwriting und Riff nutzend, Song! Aus einem Riff bauen sie eine „klassische“ (hüstel) Strophe, bleiben auf diesem Riff und geben ihm im Refrain ein Break und eine Hook zum niederknien. Trocken. Direkt. Dazu der Inhalt der Lyrics.
Im Juli 2025 erschienen.
Manchmal erinner mich der Gesang von Punkrat an Motörhead, is halt so PunkRock mit Oi und ordentlich Rotz von der Strasse.
Es wird schön im Midtempo alles durchgezockt. Klar, es könnte auch mehr ballern, aber warum? Da könnt ihr bspw in Moratory reinhören, auch eine Band aus der Ukraine, die ordentlich aufs Gaspedal treten.
Einige Songs sind auf Englisch, dazu Russisch und Ukrainisch.

CIOS sagen dazu:
wir haben unsere Sicht unsere Emotionen und unsere Wut in dieses Album gesteckt, in diesen Zeiten voller Lügen, Heuchelei und Betrug, wollen wir so ehrlich wie möglich zu euch sein.

Der Wehrdienst soll hier ja auch wieder kommen.
Und scheinbar haben wir aus all den blutigen und menschenverachtenden Konflikten der Vergangenheit keine Lehren gezogen, die uns davon abhalten könnten, nicht auf andere zu schießen oder ihnen größtmögliches Leid anzutun. Das Humanismus, Frieden und Freiheit und eine Leben ohne Herrscher, ohne Kriege und menschgemachte Katastophen ein feuchter, sorry, ferner Traum von so linksradikalen Öko-Aktivist*innen bleibt. Schade.
Steinzeitliche Traditionen.
10 Songs. Vinyl kommt in gelb, was prima zu dem roten Cover passt. Ein echt aktuelles Album in 2025 – für mich erst jetzt, dafür umso empfehlenswerter.

Platte gibts beim Label. Aber auch bei den Coop-Labels Smith & Miller und pasidaryk pats records (Litauen)

 

MC: blert – s/t (demo)

blert plärrt ordentlich aus den Boxen. Garagepunk mit einer Sängern, die sich anhört als wäre die Sängerin von Berlin 2.0 mal so richtig, richtig sauer. Sie rotzt echt ordentlich was ins Mikro.

blert hat mich jetzt nicht sofort gepackt, denn Garagepunk verfolgt dann doch immer wieder die gleichen melodischen Muster und Beats. Klar, dieses straight nach vorne Ballern geht manchen Punkband ja ab, wenn sie da mir ihren Stroke-Downs Midtempo rumscheppern.

„fallout“ ist ne schöne Abwechslung. Wenn dieses kehlige „down down down“ im Mikro landet hat man einfach total Bock mitzubangen.
Cool.
Der fünfte und letzte Song auf diesem Demo-Tape ist „painwolf“, beginnt schön melodisch und wickelt eine musikalische Spirale nach oben und hat ein gutes, ausgespieltes Ende.

Kurzweilig, gutes Artwork, auf beiden Seiten die 5 Songs, erschienen bei Back Cat Tapes.

7inch: angry youth elite – unite & fight

Angry Youth Elite ist eine Skatepunkband aus dem Ruhrgebiet.
Und diese 7inch ist irgendwie zwischen ein paar LP’s gerutscht und ich hab die einfach nicht mehr gesehen. Blöd.
Aber nu issie aufm Teller und ich berichte:

vier Songs sind auf dieser 7inch drauf, 2023 kam ein Album, dies also ein aktuelles Lebenszeichen. Sie spielen wohl recht viel und sind über die deutschen Grenzen hinaus bekannt.
Angry Youth Elite ist Musik für freundliche Menschen. Midtempo-Skatepunk, der auf der ersten Seite etwas melodischer und bejahender klingt als auf der zweiten. Da geht es etwas melancholischer zu, nicht weniger melodisch!

„no more fear“, das letzte Stück ist sehr geradeaus. Skatepunk im Sinne von Fat Wreck Chords.
Insgesamt dreht die 7inch unglaublich schnell und vor allem kurzweilig ihre Runden, doch bei mir bleibt nach dem dritten Hören immer noch nicht wirklich was hängen. Ja, bin ja auch eher der Deutschpunker, aber auch nicht doof, gell. Allerdings steck ich halt in amerikanischen Skatepunk so gar nicht drin.
Was ich aber sagen kann, ist: die Band hat ein echt gutes kurz & knackig Songwriting drauf. Sie spielen auf den Punkt und ist super produziert!
Sicherlich stehen sie den genannten Bands (Good Riddance und Millencolin), die im Werbetext genannt werden in nichts nach, würde ich sagen!
Was nicht dabei ist: ein Booklet oder Textblatt. Ich komme in dieser Kürze inhaltlich gar nicht so mit. Wobei mir eben bei solcher Musik genau die politische Attitüde im ganzen positiv konotierten musikalischen Fluss recht schnell dahinter verschwindet.

Wie auch immer. Meine Meinung muss ja nicht die eure sein: heißer Shit. Greift zu, wenn ihr auf melodischen Skatepunk steht!

Erschienen via Bakraufarfita Records.
Diese 7inch kommt in verschiedenen Farben und Looks, Eco-Vinyl.
Da steht „limitiert“ – ich bin bei 500 Stück allerdings bei der üblichen Menge an Platten. Mehr macht doch heute eh keiner mehr, oder?

 

LP: distance – le décor

Die französische Band Distance, ich habe das Cover gesehen und dachte „das ist doch was für mich“.
Und ich muss leider, da das Album schon ne gefühlte Ewigkeit raus ist, trotzdem sicherlich an einigen vorbeigegangen sein wird, gestehen, dass ich die Platte erst letzte Woche endlich zugeschickt bekommen habe.
Und ich bestehe auf mein Foto, auf dem ihr die Platte sehen könnt, wie sie ist, wenn sie denn in der Plattensammlung steht.

Die Gitarre fräst sofort eine schöne 77er Melodie, haben aber ordentlich Delay und Hall im Sound, da brezelt der Bass mit Distortion dagegen und gemeinsam mit den Drums ergibt das dann schon einen guten Midtempo-Druck.
Die Stimme ist ungewohnt hoch für eine Post-Punk-Band, was, denke ich, ein Alleinstellungsmerkmal ist. Auf der Platte sind namentlich nur Kürzel, im Netz ist leider nichtmal ein Livevideo geschweige denn ein Videoclip zu finden. Immerhin: Insta!
Das Artwork hat mich, wie gesagt, schon direkt angesprochen und ich vermutete exakt das darauf, was auch drin ist. Das passiert mir nicht oft, zwinker.

Distance spielen also hochmelodischen Postpunk, 77er Punkkante, total gut gespielt und äußerst tanzbar. Gefällt mir richtig richtig gut.
Sabotage Records.

 

Zum Abschluß:
meine Plattensammlung ist beträchtlich angewachsen.
Durch Zukäufe, Neuerwerb oder die vielen Reviews, die ich hier mit Freude schreiben darf.
Ich habe alle Releases mal bei Discogs eingestellt, die nicht bleiben wollen und versuche die Labels nicht zu unterbieten! Würde mich sehr freuen, wenn die ein oder andere Scheibe/MC  einen neuen Besitzer*in finden würde.