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fanzine: ZAP # 159

Irgendwann mal, in meiner Jugend, die sicher nicht ganz so lang her ist, wie die Jugend des ZAP-Herausgebers, hab ich immer wieder gucken müssen ob und wie ich an dieses Zine komme. Meistens war es ausverkauft, wenn ich ins Kiosk latschte. Also bei Freunden reingucken und Tourtermine abgreifen. Das war toll. Meine NYHC-Fav’s waren oft drin. Das war schön, das war toll, wobei die Interview meist weniger witzig waren, eher … ach, ich kann mich nicht merh wirklich erinnern. Hat noch einer ne Ausgabe mit Yuppicide oder SFA? Nehm ich.
Zeitsprung, ich komme nicht umhin einen schönen Verriss zu schreiben.
Versuch Numero 5 in Punkto „ich geb dem Zap noch ne Chance“. Hochglanz (steht dem Zine nicht, ist nun eher ein Magazin), so viel Ironie, dass man meinen könnte das Zap sei das Titanic für Punks; wenn ich eine Satirezeitschrift lesen möchte, dann mach ich das. Ich muss doch nicht alle naselang irgendeinen witzigen, ironischen Kommentar zu ALLEM lesen. Dazu dann absichtlich unpassende Bilder zu Artikeln, Situationen o.ä.
Es setzt zumindest ein imenses „Punkfachwissen“ voraus, als wäre unsere „Szene“ ein homogener Ort, an dem man, wie bei diversen Filmfestivals, immer die gleichen Wichtigtuer trifft und all ihren Gosip kennt.

Zum Heft: Es geht los mit einer komplett langweiligen und unerhört unnötigen drei-seitigen Filmrezensions-Orgie über Filme, die sich wirklich keiner anschaut. Verschwendete Druckerschwärze.
Die Kampfgruppe SRA (Socialist Rifle Association) ist nicht nur keine Satire, sondern hinterlässt echt ein schales Gefühl. Die wollen, dass jeder Zugang zu Waffen erhält, auch die scheibar ausgeschlossene Arbeiterklasse und andere Randgruppen. Vow. Dämliche Amerikaner!
Apropos, in dem Bericht „what about tomorrow – an oral history of russian punk from the soviet era to pussy riot“ berichtet ein Deutscher, in Amerika lebend, über russischen Punk, ist aber ganz gut.
Der darauffolgende Sportunterricht ist so nötig wie ein Furunkel. Punk & Fussball… Augenroll. Männergetue.
Es folgt die nächste Enttäuschung: die Facebook-Gruppe „der Metzger kommt und schlachtet euch alle“ gibt es nicht.
Mal abgesehen davon: es dreht sich ALLES nur um alte, weiße Männer. Echt jetzt? Diesmal keinen Porno-Content? Keine schlechten Fragen an eine Frau, die Fotos macht von nackten Männern?

Einzige Lichtblicke sind:
Ein richtig gutes Interview gibt es mit Rebel Riot aus Myanmar – und jetzt weiß ich auch wieder, woher ich die Band kenne, die ich noch beim Review zu den Continental Tapes als „lost im Hirn“ hatte. Hier ein TV-Bericht von Aljazeera.

und dass, wenn man sich dieses Edelmagazin des deutschen Hardcore KOMPLETT reintut, doch irgendwie bessere Laune bekommt ob der permanenten Witzigkeit. ZAP, der Name.

Witzischkeit kennt keine Grenzen
Witzischkeit kennt kein Pardon
Und wer witzisch is, der hat gut Lache
Und darum gehts in diesem Song

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LP: birds in row – gris klein

Gesehen hatte ich die Band im Juha West in Stuttgart; und sie haben mich komplett weggeblasen. Birds in Row.
Hier eine ultimative Lobhudelei auf dieses übergroßartige Album.

Kennt ihr das, wenn ihr ein neues Album angkündigt bekommt, darauf gewartet habt ihr aber nicht. Zufällig habe ich sie gesehen (link oben) vor über 5 Jahren. Kurz nach der Tour kam eine LP raus, die an mir vorbeigegangen ist. Nun also „gris klein“. Birds In Row ist eine der wenigen Bands, die eine klassische Tour spielen. Quer durch Europa, 30, 40 Gigs „in a row“.
Was mir schon mal auffällt ist, dass das Album-Artwork wesentlich bunter ist, als bei den Releases zuvor. Birds In Row machen ja auch keine Lebensbejahende Musik. Als erstes Video kommt ein Studioauftritt und die beiden Songs „noah & cathedrals“.

Wahnsinn, oder? Das gekonnte Spiel mit laut/leise und den passenden Lyrics dazu. Refrainlos, rhythmisch.
Der Aufbau des ersten Songs, die Dynamik, die in den zweiten Song führt, man kaum den Übergang merkt, was nach den 10 Minuten musikalischem Sog einen wie paralysiert im Sessel gedrückt hält.
Die Art und Weise, wie Birds In Row mich mitnehmen ist schon echt geil.
Die anfangs gut zu verstehenden Lyrics münden, zwingenderweise bei Screamo, in teilweise unverständliche Parts. Über die erste Frage „you think you can fix it with money“ über „you say you’d be free with the money“ zu „you should have taken the money you fool“. So erzählt die Band die biblische Geschichte von Noah also um in den heutigen Kapitalismus, der uns auffrisst; jedenfalls verstehe ich das so. Interpretationsspielraum ist da immer noch genug.
Das Geld ist der Apfel, den wir gegessen haben.
Ein düsterer und zweifelnder Song. So auch „Daltonians“.

I ain’t scared of the dark
Just afraid of you
I ain’t scared of the dark
Just afraid of you

Allergic to all uniforms?
Prеpare for a sick rash
What is it you prove at the еnd of a gun, at the end of a gun?
Since you chose what I see
Shoot me in the eye
I have no use for it

When we’re done stealing the walls of our schools
To erect prisons
We could nerd out on facts and on tools
To teach us kids how to listen
All my friends hate me, they voted for war

Birds In Row haben diesmal den Sound, die Distortion reduziert, werden klarer, mehr ist es irgendwie rougher, griffiger; keine Frage, der Sound ist brilliant. Sie konzentrieren sich mehr auf die Stimmung, die sie erzeugen können. Sehr Beat-orientieres Bassspiel, gemeinsam mit den Drums.
Pendelnd zwischen Post-Rock und Post-Hardcore, Screamo, Verkopftes passiert selten. Kein Gefrickel.
Erschienen via Red Creek.
Zu haben bspw bei Flight13 (auch alle andern Releases.)

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LP: scherben – domestiziert

Scherben haben vor einer ganzen Weile schon ein selbstbetiteltes Album rausgebracht; bei Tante Guerilla. Irgendwoher hab ich das Tape, ich glaube über Black Cat Tapes. Habs irgendwie nicht gehört und nun kam die neue Platte „domestiziert“ und ich dachte: ich hör mal in das Tape und Vow! geilo.  Ich bin gespannt, was passiert, wenn die Platte aufm Teller liegt (und den Rest habe ich schon schneller via Vinyl-Keks veröffentlicht)

Endlich wieder Deutschpunk!
Auch 2022 gibt es diese Musikrichtung und man muss sich schon fragen, ob das ein Furunkel geworden ist, oder doch nur eine Hautirritation. Bands und deren Mitglieder benennen sich um, machen weiter; oder eben auch nicht. Darf man das dann noch Deutschpunk nennen? Da die Zeit sich weiterdreht und auch die Gitarrenriffs im Würgegriff der Handelnden sich weiter durch 12 Töne schrauben, will es doch erlaubt sein, weiterzumachen. Was soll die Diskussion? Seit 40 Jahren „ist das noch Punk“!
Also das hier schon, auf Jedensten! In Scherben liegt eine Menge Zerbrochenes, doch die Band liest alle auf und klebt sie auf eine sehr eigene Weise zusammen.

Oke. Scherben. Was fällt mir gleich auf: Kaput Krauts, Kapot, Zystem, lauter gute Sachen. Man könnte jetzt ein gewisses Bildungsbürgertum unterstellen, die Texte sind einfach zu zynisch gereimt. Aux contraire, meine Lieben, hört selbst!
Neulich hörte ich nochmal in den ersten, selbstbetitelten Release rein. Vier Jahre soll das schon her sein. Wow. Hat sich musikalisch was getan? Ja! Man kann sagen: sie sind mit angezogener Handbremse gefahren. Nicht minder von Qualität, nein!
Los geht’s mit „ein Glas Pisse“, was die Stimmung im ersten Hardcore Pogo Smasher ganz gut beschreibt. Und greift auf, was mir im Vorwort noch so schnell ausm Kopf gefallen war.

hey – schaut mich an
ich bin ü30 und mach jetzt nur noch ironisch punk
und die leute gehen steil
doch wenn die asis zur show kommen
plötzlich doch nicht mehr so geil

Frage: meint ihr die gänzlich überbewerteten Team Scheisse?

„Gottseidank Krieg“ eine wohlfeile Mischung aus dem schon angespielten Hardcore, büschn Thrash in die Gitarre gezupft, auch ein gut klingendes melancholisches Akkördchen geleiert, hach, mir geht schon das Herz auf.

Die Band Scherben widmet sich innerpunkischen Diskursen, es geht um die Billigbier trinkende Innenstadtfront vs. zu betanzenden, beknicklichtende Solicocktails.
Es ist wirklich nichts missverständlich formuliert, alles klar heraus, keine Parolen, die Krefelder Band Scherben hauen einem ordentlich einen vor den Latz.
Wie das Cover (Model ist übrigens Rüdiger) schon zeigt: domestiziert ist auf dieser Platte mal thematisch wie auch musikalisch mal so gar nichts.
Eine kleine Remineszenz an …but alive gibt es noch mit dem Songtitel „ich möchte hg maaßen die brille von der nase schlagen…“ wobei Scherben hier wesentlich deutlicher werden, als mit dem kleinen Song, mit dem …but alive eine Kontroverse auslösten. Denn an dem Handeln von HG Maaßen gibt es nichts zu deuteln, das geht klar in eine Richtung.
11 Songs, angepisst, wütend – das ist der Hardcore, catchy rüpelnde Refrains – das ist dann der Punk! Gei-el!


Erschienen am 25.11. via Kidnap Music.
Und auch via JPC zu kaufen, oder Flight13.

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LP: degenerated jerks – s/t

— letzter Review für dieses Jahr —-
besinnliche Ausklänge mit den Degenerated Jerks.
Auf dem Konzert im P8 – ich berichtete mit Gastschreiber Joey Controlletti – war es, wie auf Platte.

Völlig überhitzter, durchgedrehter, energiegeladener, überlauter Anarchopunk. Lebendig stumpf, reibend rau, witzig überspannt.
Quasi eine Allstarband aus Karlsruhe. Zero Zeroes, Astrokraut, Hard Strike (und ich glaube noch mehr) lassen grüßen. Ex-Crackbrained Serenades, Ex-Weird Owls, …
Mischung aus Westcoast -L.A.-Hardcore und englischem Anarchopunk. Eher Midtempo als Geknüppel, was ich richtig gut finde.
Verzerrter Bass, Schepperdrums, dirty Vocals und das Ganze einwandfrei produziert von Raymar Laux.
Ein paar wenige ihrer selbstproduzierten, einseitig bespielten und besiebdruckten EP sind noch bei Bandcamp zu haben. 100 Stück Auflage.

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MC: korrosion – naked in the playground

Boah ey, da sind aber n paar Leute in Spiellaune!
Da die Band Korrosion sowas von klar und deutlich die Weihnachtszeit mit einbindet, in ihre geradezu atemlos schnellen und kurz gespielten Songs, kommt ein „fast & furious“ Review am heiligen Abend, noch bevor das Kindchen vom Himmel hinab ins Wiegelein gelegt wird. Zumindest im ersten und letzten Song.
Kürzester Song „skacops“ unter 15 Sekunden. Hell Yeah.
Also: Korrosion haben mich auf ihrem Split-Tape / LP mit Scheisse schon überzeugt. Irgendwie habe ich die Band nicht ganz so schnell in Erinnerung und mit längeren Songs. Egal.
Hier wirken sie, wenn sie Deutsch singen wie Helmut Cool in doppelt so schnell. Der Bandname täuscht beim durchhören dieses Kleinods zu Weihnachten. Hier korrodiert nix. Das ist alles ziemlich spielfreudig ins Aufnahmegerät gekloppt. 15 abwechslungsreiche Songs. Sprachsamples aus Filmen oder selbst gemacht.
Sound ist ganz klar Melodiccore der Californischen Seite; dazu ein ganzer Schwung Humor.

„Svenni I + auch II“ erklären den Umgang mit Corona bei der Arbeit. In „Gewaltesel“ wird der Protagonist besoffen von seinem Drahtesel zusammengeschlagen. Danach wird er zerstört, der Drahtesel, in „Racheesel“. Es ist wohl die musikalische Verarbeitung des Fahrradunfalls auf dem Cover.
Ich wünsche euch schöne Weihnachten und viel Spaß beim anhören. Much Fun!
Dreht das schön laut auf!
Erschienen via Abfallproduktionen.

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fanzine: ProvinzPostille #9 IST OUT NOW!!!!!11!!!1!!!

It’s a blast!
So großartig! Felix hat wieder grandiose Interviews geführt mit Bands, die kaum Reichweite haben und durch die ProvinzPostille endlich ihren Durchbruch schaffen. Zudem sie als Audio auf einer unheimlich tollen Compilation dem geneigten Publikum zur Verfügung gestellt werden.
Diese kann man per Nachricht käuflich erstehen. Man möge beachten, dass der Tonträger exklusiv auf Magnetband erschienen ist, 3€ (zzgl Porto) kostet, und absolut strengst limitiert ist auf sechsundsechzig handgewölbte Exemplare.
Kaum einer in diesem doch oft so engstirnigen und konservativen Lande versteht es so gut wie Felix, die Zeichen der Zeit, der momentanen musikalischen Ergüsse kreativer Musiker*innen so in 90 Minuten zu gießen wie er. Ein Füllhorn wunderbarer Musikwerke spült den Hörer*innen hinein in eine zauberhafte Welt der genreüberflutenden Rhythmik.
Für die Digital Natives der neuen Welt(Ordnung) gibt es das Ganze Werk auch noch exklusiv auf digitalem (Nähr)Boden, fruchtbar, ganzjährig erntereif. www.provinzpostille.bandcamp.com
Und so fantastisch wie er mit Musik umgeht, weiß er auch mit Worten und Fragen an die beteiligten Bands zu glänzen.
Kritisch, hinterfragend, niemals zynisch, immer am Puls der Zeit, aktuell bis ins Mark hinein, stellt er uns Bands vor, wie wir sie bisher noch nicht kannten.
Aktuelle Fotos von Liveereignissen von Magdeburg bis Freiburg im Breisgau; allesamt besucht, fotografiert und beschrieben von Felix.
Druckerzeugnis, handgemacht, zwei-Farb-Linoldruck auf hochqualitativem 80-Gramm-Kopierpapier.
Gastbeiträge die die Internationalität des Fanzines, ach was sage ich: des Magazins steigern!
So lange, bis Ausgabe 10 kommt.
Jetzt aber im Ernst:

Viel Spaß beim Lesen und Hören!
Wer eine Ausgabe bezihen möchte: bandcamp oder mail redaktion Ä provinzpostille.de

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MC: Odio Social – holy wars

Von Odio Social habe ich hier das Tape „holy wars“ liegen. Es handelt sich um einen Reissue, da dieser Release mal als „unholy wars“ als Coop-CD bei 10 (!!) Labels erschienen ist.
Black Cat Tapes hat dieses Tape allerdings allein rausgebracht. Yeah. Mit einem superklasse Artwork von Chukky Fuck, die schon einiges für das Label gemacht hat und die durch ihre Art zu zeichnen wirklich auffällt.

Odio Social spielen, ich kannte die Band vorher noch nicht, schnellen Hardcorepunk mit einer trashigen Kante. Texte/Gesang auf Portugiesiesch.
Die Band aus Sao Paulo kloppt mir hier 23 Tracks um die Ohren, von denen ich eigentlich nur verstehe, dass das Trio ziemlich angepisst ist, über die Zustände, in den sie leben. Es handelt sich hierbei um ein neues Album der Band, ist bereits in 2021 erschienen, das Tape letztes Jahr.
Die Band gibt es bereits seit Anfang der 2000er und ich würde wahnsinnig gerne mehr über die Inhalte texten, doch nach einer kleinen Recherche finde ich nur die ganzen deutschen Mailorder und Reviews, die das abgeschrieben haben, was sie an Infos bekamen….
Also: geiles Gekloppe, tight eingespielter Punkrock mit ordentlich Wut. Tape gibts in einer 100er Auflage. Direkt bei Black Cat Tapes oder auch Black Mosquito, Riot Bike….

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MC: Zirkus Zirkus – erlebnis

Mit dem vielversprechenden Bandnamen Zirkus Zirkus knallt ein „Clown“ hart in meinen Kasi. Mit dem Song geht das nämlich hier los. Hardcorepunk mit deutschen Texten.

heute, heute geht ihr alle drauf

Der Titel des Gesamtwerks lautet „Erlebnis“, denn es handelt sich um zwei Releases auf einem Tape. Als erstes kommt „all you can eat“ von 2019 und danach „beglückt, entzückt, entrückt, verrückt“ von 2021.
Ich geh dann kurz mal auf Anfang. Von vorne:
etwas düsterer, nach vorne gespielter Midtempo-Punkrock mit gepressten Vocals. Finde das insgesamt sehr gut eingespielt und aufgenommen. Bei Bandcamp steht „Aufgenommen im Proberaum mit so´nem kleinen Aufnahmedings“. Ja, so geht das heute!
Erinnert mich an Es war Mord, die ich neulich hier auf dem Plattenteller hatte mit ihrer neuen 7inch. Manchmal auch ein bisschen Blumen am Arsch der Hölle; aber vielleicht will ich das auch hineinhören….
Zirkus Zirkus haben klare Ansagen in ihrern Texten wie in „Erlebnis“

erlebnis für den harten mann,
ferrari oder bagger fahren.
eventvergnügen für die frau
wellnesskochkurs in braunau.

oder in „Scheiß am Stiel“

Der Mob tankt Wahn und Paranoia
Im Jammertal staut sich der Hass
Durchgeknallte ran ans Steuer
Rückwärtsgang und dann gib Gas

Alle Titel sind ausnehmend gut „Wellness in der Diktatur“ „Worstcase Walter“.
Die Unterschiede in den beiden Releases würde ich sagen: erst mehr Deutschpunk, dann mehr Hardcorepunk. Beim zweiten Release „beglückt, …“ legen sie noch eine Schippe Wut obendrauf. Das alles ist etwas drückender und düsterer, platziert in den Lyrics allerdings auch an den richtigen Stellen ab und an eine Portion Zynismus.
Die Gitarre macht nicht viele Schnörkel und schafft es doch, gute Riffs zu platzieren, die im Ohr hängen bleiben.
Recorded von chaosaudio. Artwörk von Holg. Überhaupt haben sie hübsch hässliche, respektive auch nicht ganz ironiefreie Cover zu bieten! Erschienen auf Kassette bei Black Cat Tapes.
Im Pappschuber mit einem Lyricsheet.

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MC: Faust X Bein vs. Knastwaffe

Faust X Bein streiten sich mit Knastwaffe.  Zuerst die Faust X Bein – Seite. Es steht drauf „Deutschpunk“, ja, stimmt. Texte sind recht simpel, die Musik ist…. Deutschpunk. Ordentlich nach vorne gespielt, ein wenig rumeplig. Themen sind: Häuserbesetzung, DIY; Handywahn, Bombenterror (hier geht es um den I.Weltkrieg) waren und Bombenterror. Ich finde es … gut… Deutschpunk ist per se cool. Band kommt aus dem musikalisch sehr schönen Magdeburg.
So richtig zündet es aber gerade nicht.

Apropos zünden: Knastwaffe, scheinbar ein Projekt?, da es sich um ein zwei Personen Stück handelt, Schleppe und Koma musizieren. Die beiden haben ganz schön Frust abgelassen. Hier geht es wesentlich härter zur Sache, mehr Hardcore, düster.
Das Tape ist supercool aufgemacht, besprüht, klasse Einleger, alles stimmungsvoll zusammengetragen von Zehnagel Records. Mir liegt hier die Frustrationslatte ein wenig zu hoch. „Play Deutschpunk or die“

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review: Las Ratapunks – Fracaso, año de la rata MC

Aus Peru schlittert mir das Tape von Las Ratapunks ins Tapedeck. Schon 2020 erschienen, durch Tauschgeschäfte über den Atlantik geschippert und bei mir gelandet. Über das Label, ein malayischer Vertrieb, in Deutschland über … hm, über wen habe ich das noch bestellt? Worlds Apart Records.
Die vier Frauen bringen höchst angepissten Hardcorepunk in sechs Songs auf den Punkt. Mit viel Melodie, mit viel Herz und vor allem so klaren Ansagen! „Las niñas no deben ser madres“ Gewalttäter, von der Kirche und Justiz geschützt, vergewaltigen und missbrauchen junge Mädchen.
Ich hoffe, ich habe das soweit richtig verstanden, mein Spanisch ist noch nicht wirklich gut; aber das wird noch!
Es steckt einige musikalische Abwechslung darin. Bin tatsächlich erstmal überrascht über den gut eingespielten und aufgenommenen Sound. Drei Songs pro Seite machen kaum 10 Minuten. Ich freue mich auf mehr.
Positive Youth Records.